Der LeseLust-Rabe

Die Nr. 44 des Literaturmagazins Der Rabe wird auch der LeseLust-Rabe genannt, auf ihn war ich besonders gespannt. Nicht, weil man bei mir die Leselust besonders anregen müsste, sondern weil mir das Thema natürlich (abgesehen vom Reisefieber) besonders am Herzen liegt. Und es gab wieder viele wunderbare Texte zu entdecken, die in der Tat Lust auf mehr machten.

Einige der Texte nämlich stammen aus Sammlungen, mehrbändigen Werken oder Romanen, etwa die Unterhaltung zwischen Oscar Wilde und Doc Holliday. Sie ist Walter Satterthwaits Roman Wilde West entnommen, den ich mir wohl besorgen muss, denn der Auszug macht – na was? – Leselust natürlich, auf mehr.

Ungewöhnliche Begegnungen sind überhaupt eines der großen Themen dieses Raben. So treffen beispielsweise in Arno Schmidts „Vorfall am Eingang zum Elysium“ Cervantes, Fouqué, Goethe, Homer, Poe, Shakespeare und Wieland und in einem Beitrag von Kim Newman, wie der gleichlautende Titel schon sagt „Herr Poe, Herr Kafka und Herr Ewers“. Ein weiteres Highlight war „Der annotierte Father Brown“, in dem sich Stephen Fry über die Fußnotenmanie lustig macht. Alles in allem wieder ein prima Rabe.

Herausgegeben wurde die Nr. 44 von Tilo Eckardt und Patrick Niemeyer. Das komplette Inhaltverzeichnis findet ihr hier.

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Sechs Krimis von Leena Lehtolainen

3MegaCamDa Finnland in diesem Jahr das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse ist, dachte ich mir, ich stelle euch ein paar Krimis der Autorin Leena Lehtolainen vor, die ich vor etwa zehn Jahren las. Die Autorin ist übrigens auch auf der Buchmesse zu Gast.

Anlass für meine Leena-Lehtolainen-Phase war ein geplanter Besuch bei einer Freundin, die in Helsinki lebt. Um mich darauf einzustimmen, schenkte mir mein Liebster zuvor einen ganzen Stapel Krimis von Leena Lehtolainen, die ich natürlich gewissenhaft zur Vorbereitung durchgearbeitet habe ; ) Der Aufenthalt in Helsinki war herrlich und verlief glücklicherweise völlig ohne kriminelle Ereignisse. Mehr dazu in einem älteren Beitrag. Außerdem gibt es noch ein älteres Interview mit meiner Freundin Tina, bei der ich damals zu Besuch war, in dem sie unter anderem von der Leselust der Finnen erzählt.

Doch nun – wie versprochen – zu den Krimis. Die Besprechungen erschienen erstmals im Virtuellen literarischen Salon.

Zeit zu sterben

Ein spannender und interessanter Krimi. Allerdings war die Perspektive zu meiner Überraschung nicht die der Kommissarin Maria Kallio, die zumindest auf dem Buchrücken als Hauptfigur genannt wird, denn die kam im Buch kaum vor. Was aber nicht schadet. Stattdessen wird die Geschichte aus Sicht der Sozialarbeiterin Säde erzählt. Sie arbeitet in einem Frauenhaus und hat eines Tages offenbar die Nase voll von der Brutalität der Männer. Zumal sie erkennt, dass in vielen Fällen wirklich nichts mehr zu machen ist, um den Frauen zu helfen. Als eine ihrer Schutzbefohlenen von ihrem Mann zu Tode geprügelt wird, dreht Säde den Spieß um. Jedoch nicht mit plumper Gewalt, stattdessen hilft sie sehr subtil dem Schicksal ein wenig nach.

Die Kommissarin untersucht die Fälle und macht zuweilen Andeutungen. Es scheint, als wisse sie, inwieweit Säde an den plötzlichen Unglücksfällen beteiligt ist. Aber offenbar forscht sie nicht intensiver in dieser Richtung. Und als Leserin kann man sich eine gewisse Schadenfreude kaum verkneifen. Am Ende hält Säde allerdings noch eine Überraschung  bereit, mit der vermutlich die wenigsten rechnen werden, die aber die vorhergehenden Änderungen ihrer Persönlichkeit erklären.

Alle singen im Chor

Bei einer Wochenendchorprobe auf dem Land wird ausgerechnet der Gastgeber Jukka Sonntagsfrüh ermordet aufgefunden. Kommissarin Maria Kallio kennt zwar die Chormitglieder aus Studentenzeiten und ist somit eigentlich befangen, will aber bei ihren Kollegen nicht gleich beim ersten großen Fall den Eindruck erwecken, dass sie sich ihre Fälle lieber „aussuchen“ möchte. Denn als Frau in einer gehobenen Position hat sie es schon schwer genug. Vielleicht nimmt man ihr auch übel, dass es ihr nicht genügte, kurz hintereinander zwei Führungskurse zu absolvieren, sondern dass sie außerdem ein fast fertiges Jurastudium im Rücken hat.

Die Krimis um Mario Kallio werden stets aus ihrer Perspektive erzählt. Und da sie den Typus der jungen, etwas flippigen und mit vielerlei menschlichen Schwächen ausgestatten Ermittlerin verkörpert, freundet man sich beim Lesen schnell mit ihr an. Dabei nimmt man nicht nur teil an ihren Ermittlungen, sondern auch in erheblichem Maße an ihrem fast interessanteren Privatleben. Beispielsweise an ihrem Interesse an Antti, der durch seine Mitgliedschaft beim Chor leider zu den Verdächtigen zählt.

Was die Krimi-Handlung selbst angeht: Wer sich auch mal mit leichterer Krimikost ohne viel Brutalität und atemberaubenden Nervenkitzel ein paar gemütliche Lesestunden machen will, ist bei Kommissarin Kallio bestens aufgehoben.

Auf die feine Art

Diesmal ermittelt Maria Kallio nicht im Freundes-, sondern sogar im Familienkreis. Immerhin nicht in ihrer Familie. Es sind die Verwandten von Antti, den wir bereits von ihrem ersten Fall kennen. Inzwischen hat Maria ihr Jurastudium abgeschlossen und arbeitet in einer kleinen Kanzlei in Espoo. Sie wohnt mit Antti zusammen, der gerade an seiner Dissertation sitzt, und könnte ein ganz entspanntes Anwaltsleben führen, wenn nicht dieser Mord dazwischen gekommen wäre.

Die Familie des Mordopfers bittet Maria, den Tatverdächtigen als Anwältin zu vertreten. Aber natürlich tut Maria mehr als nur ihre Arbeit als Rechtsbeistand. So gerät sie schließlich selbst in Gefahr, denn irgendetwas soll vertuscht werden – selbst wenn dafür der Falsche für den Mord büßen muss.

Insgesamt nicht schlecht, aber etwas arg ländlich-gemütlich für meinen Geschmack.

Kupferglanz

Was ein bisschen ärgerlich ist: Da dieser Krimi von Leena Lehtolainen aus der Maria-Kallio-Reihe in einem anderen Verlag als die übrigen erschienen ist, kommt man als Leser eventuell mit der Reihenfolge durcheinander. Das wird auch noch dadurch begünstigt, dass rororo von Weiß wie die Unschuld behauptet, dass es sich dabei um Maria Kallios dritten Fall handelt. Stimmt nicht, das ist ihr Vierter. Kupferglanz ist ihr Dritter.

Gleich vorweg: Auch das ist nicht ihr Bester. Doch der Reihe nach. Diesmal übernimmt Maria in ihrer kleinen Heimatstadt Arpikylä die Stellvertretung als Polizeidirektorin, während Antti in den USA an seiner Doktorarbeit weiterschreibt. Doch statt eines netten Sommers in heimatlicher Umgebung erwarten sie hier zwei Mordfälle, beide geschehen auf dem Gelände der stillgelegten Kupfermine. Nicht unspannend, aber auch hier ist wieder Marias Privat- und Innenleben interessanter als der Fall.

Weiß wie die Unschuld

Bevor Maria mit der Ermittlung in ihrem vierten Fall loslegt, heiratet sie erst mal ihren Antti. Eine Entwicklung, die ja bereits in den anderen Romanen abzusehen war. Ihr vierter Fall ist wieder deutlich spannender als die beiden vorhergehenden: Diesmal verschwindet Elina Rosberg, Leiterin eines Therapie- und Selbstverteidigungsinstituts für Frauen. Alles deutet auf ein Verbrechen hin. Verdächtigt wird ihr Freund, ein Dichter, sowie ihre Tante Aira. Doch damit nicht genug: Ein Bankräuber, den Maria einst überführte, ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und will sie aus Rache töten.

Der Krimi gewinnt rasch an Fahrt und wird richtig spannend.

Die Todesspirale

Eine bekannte Eiskunstläuferin wird erschlagen aufgefunden. Marias Ermittlungsarbeiten führen sie in die eiskalte Weg des Leistungssports, der Doping-Skandale, Eifersüchteleien und Star-Allüren. Eine Welt, die so gar nichts mit ihrer eigenen zu tun hat. Außerdem wird ihr die Arbeit durch einen unangenehmen Kollegen und ihre erste Schwangerschaft nicht gerade versüßt.

Spannend geschrieben und unterhaltsam zu lesen.

So, meine Lieben, das war’s erst mal aus der Krimi-Ecke. Zuletzt erschien übrigens im Sommer Leena Lehtolainens aktueller Krimi Wer ohne Schande ist.

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Athener Entdeckungen

21AthenMuseumscafeFür die einen ist Athen groß, laut und dreckig, für mich ist Athen eine der schönsten und interessantesten Städte, die ich kenne. Und jedesmal entdecke ich Neues, Interessantes, Skurriles. So auch diesmal, als ich an einem warmen Spätsommertag mit meinem Liebsten durch Athen spazierte.

 

1Athen_Haus

Wer schon einmal in Athen war, kennt die vielen Athener Bausünden, aber es gibt auch noch einige gepflegte alte Häuser – ich wünschte, es wären mehr. Athen muss einmal, auch architektonisch, eine wunderschöne Stadt gewesen sein. Heute erschließen sich die Schönheiten manchmal erst auf den zweiten Blick.

2AthenFTZWir begannen unseren Rundgang quasi in einem Grenzgebiet, nämlich zwischen Kolonaki, einem der besten Stadtviertel Athens, und Exarchia, einem Studentenviertel mit Hafenstraßencharme. Dort nämlich befindet sich die Buchhandlung Free Thinking Zone, die so viel mehr als eine Buchhandlung ist. Über sie werde ich euch in einem Extra-Beitrag mehr erzählen.

 

3AthenSouterrain15AthenSouterrain3Not macht erfinderisch: Da etliche Läden im Souterrain liegen und naturgemäß nicht mit großen Schaufenstern auf sich aufmerksam machen können, haben die Ladenbesitzer ihre Schaufenster direkt auf dem Bürgersteig. Gute Idee!

 

 

Eine andere gute Idee ist die Initiative „Rethink Athens“, geplant ist, die Straße, an der sich die Universität befindet – sie heißt eigentlich Eleftheriou Venizelou, aber jeder nennt sie Panepistimiou, also Universitätsstraße – zu einer grünen Zone zu machen. Derzeit ist sie noch voller Autos und wenig attraktiv. Doch wenn erst einmal nur noch Fußgänger, Radfahrer, Taxis und die Tram zwischen viel Grün verkehren, wird der Boulevard sicher eine ganz neue Pracht entfalten. Vielleicht schon in zwei, drei Jahren zu bewundern.

7AthenRethink2Sehr angetan waren wir von diesem Apparat, der sich vor der Stoa tou Bibliou, der Bücherpassage, befindet.

8AthenApparat1Der Polygraph aus russischer Produktion sieht von allen Seiten klasse aus.

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Ein bisschen steampunkig, jedenfalls sehr faszinierend.

11AthenApparat4Zu gern hätte mein Liebster ihn richtig ausprobiert.

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Die Bücherpassage selbst ist ein Hort der Ruhe und Belesenheit.

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In der verzweigten Passage befinden sich mehrere Buchhandlungen und im Zentrum Sitzgelegenheiten sowie Schaukästen, in denen Bücher ausgestellt sind.

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In der Bücherpassage ist auch das Theatro Technis untergebracht.

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Nach einer Pause bei frischen Säften spazierten wir zu einem Herrensalon der besonderen Art: En Athinais 1928 ist eingerichtet – ja, wie 1928 – und versprüht einen ganz besonderen Charme. Einen Bericht dazu auf Englisch findet ihr hier.

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Hier kann sich der gepflegte Mann von heute nach Art des gepflegten Mannes von einst mit dem Rasiermesser rasieren lassen und sich fühlen wie in einem alten Film. Leider braucht man einen Termin, der Laden brummt, sodass mein Liebster sich nicht rasieren lassen konnte. Nächstes Mal!

Zuletzt spazierten wir zum Archäologischen Nationalmuseum. Und obwohl wir uns wahrscheinlich nur einen Bruchteil der sagenhaften Ausstellungsstücke angesehen haben, hatten wir einen Wow-Moment nach dem anderen. Besonders fasziniert waren wir vom „Mechanismus von Antikythera“, wegen dem wir auch hauptsächlich hergekommen waren. Leider schließt der Museumsshop bereits um 16 Uhr (es war halb sechs, als wir beschlossen, weitere Wow-Momente aufs nächste Mal zu verschieben), sodass ich mir keine Mechanismus-Devotionalien mehr kaufen konnte ; ) Nächstes Mal!

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So, ich hoffe, der kleine virtuelle Spaziergang hat euch gefallen und macht euch vielleicht auch Lust auf eine Reise nach Athen.

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Urlaub und Meer

KitriesDa bin ich wieder! Schön waren unsere Urlaubstage und alles drin: Wiedersehen mit Familie und Freunden, faulenzen und verwöhnen lassen, lesen, entspannen, herumreisen, Sehenswürdigkeiten bekucken, im Meer baden, am Meer sitzen, am Meer Fisch essen, das Meer betrachten – und bei teilweise über 30 Grad noch mal so richtig den Sommer genießen. Kein Wunder, dass es mir – wieder zu Hause – ziemlich herbstlich vorkommt.

Aus dem Bücherkoffer

Meine Gepäckliste erspare ich euch, interessanter und passender zum Thema Leselust & Reisefieber sind natürlich meine literarischen Urlaubsbegleiter, als da waren:

Dave Eggers, The Circle: Nach allem, was ich auf diversen Blogs dazu las (etwa beim Kaffeehaussitzer oder beim Flattersatz), erwartete ich in erster Linie spannende Unterhaltung, ungefähr wie beim Da Vinci Code. Und genau das hat das Buch auch geboten. Beklemmend, wie die Welt von morgen aussehen könnte …

Tom Hillenbrand, Drohnenland: Eigentlich bin ich kein großer Sci-Fi-Fan, aber dieser Thriller klang interessant (nämlich beim Kaffeehaussitzer). Und war es auch, der Autor hatte etliche gute Einfälle für unsere Welt am Ende des 21. Jahrhunderts. Fast noch spannender als The Circle, allerdings weniger beklemmend, weil es eben doch noch viel weiter in die Zukunft gedacht ist und entsprechend weiter weg zu sein scheint.

Neil Gaiman, The Ocean at the End of the Lane: Eine Art Märchen für Erwachsene über Kindheitserinnerungen. Geschickt verflechten sich hier wahrscheinliche Begebenheiten mit sehr fantastischen Elementen (z. B. wie man ein missliebiges Kindermädchen los wird, das in Wahrheit das Böse repräsentiert und derley mehr). Nette Unterhaltung.

Sybille Bedford, Ein Liebling der Götter: Hatte ich schon mal gelesen und als prima Urlaubslektüre in Erinnerung behalten. Es geht um die Amerikanerin Anna, die einen italienischen Fürsten heiratet und unglücklich wird, sowie vor allem um ihre Tochter Constanza, die ein flottes Leben zwischen England, Rom, Côte d’Azur etc. führt und dabei deutlich mehr Spaß hat als ihre versteinernde Mutter. Auf dem Klappentext heißt es, es sei „einer der berühmtesten europäischen Gesellschaftsromane des 20. Jahrhunderts“. Man sollte allerdings kein tiefsinniges Gesellschaftsporträt erwarten, sondern einfach nur angenehme Unterhaltung.

Außerdem hatte ich noch zwei Raben im Gepäck, dazu ein anderes Mal mehr.

Schön rumgekommen

Da wir recht unternehmungslustig waren und uns viel Schönes ansahen, das jeweils kleine Extra-Beiträge wert ist, gibt es heute nur die Kurzfassung mit ein paar ersten Fotos. Wir waren hauptsächlich auf dem Peloponnes unterwegs. Erst in Kalamata bei den Eltern meines Liebsten, danach ein paar Tage in Koroni, einem hübschen Ort am Meer, von wo aus wir Ausflüge nach Finikounda und Methoni machten. In Koroni fanden wir im „Sofotel“ ein bequemes, geräumiges Zimmer mit Balkon und Blick aufs Meer. Der kleine Ort ist ziemlich touristisch, aber zum Saisonende nur noch angenehm voll.

Entlang der Uferpromenade gibt es viele hübsche Cafés (z. B. das „Byzantino“), Bars und Tavernen (besonders gut schmeckte es uns im „Flisvos“) und dazu natürlich ein paar Souvenir- sowie diverse andere Geschäfte. Tagsüber besichtigten wir Koroni und weitere hübsche Ecken, am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so stark brannte, schnappten wir uns unsere Bücher und Badesachen und fuhren zum Strand. Der war ganz nach meinem Geschmack, es war nämlich ein Sandstrand, recht lang gezogen, auf Wunsch mit Liege und Sonnenschirm.

Blick auf den Zaga Beach von der Festungsanlage in Koroni

Blick auf den Zaga Beach von der Festungsanlage in Koroni

Sehenswert ist die Festungsanlage oberhalb von Koroni, die wir eines Vormittags besuchten. Es war ganz schön heiß, aber der kleine Aufstieg lohnt sich.  Auf dem Gelände befinden sich auch ein Frauenkloster sowie mehrere hübsche Kirchen.

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Besonders angetan hatte es mir der Klostergarten.

KlostergartenKoroni

An Festungen besteht auf dem Peloponnes übrigens kein Mangel. Bei unserem Ausflug nach Methoni könnten wir eine besonders beeindruckende Festungsanlage besichtigen, das Gelände war riesig, der Ausblick wunderschön.

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So, das war’s erst mal für heute. Von unseren Athener Entdeckungen dann beim nächsten Mal.

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Blogpause

Auf bald, ihr Lieben!

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Der Rabe, Nr. 4

Der Rabe mit der Nr. 4 ist auch als der Neue-deutsche-Literatur-Rabe bekannt. Für mich war er eher der kritische Rabe, denn es gibt einige hervorragende Texte, die sich mit Kritik im Allgemeinen und schrägen Interpreten im Besonderen befassen.

Ich habe ein gewisses Faible für Texte, in denen die Literaturkritik kritisiert wird oder ganz bestimmte Kritiker, die sich eine womöglich eher ungewöhnliche Sicht auf ein Werk (allzu oft auch auf den Autor selbst) zu eigen gemacht haben. Vermutlich, weil ich die Gehässigkeit gewisser Kritiker ziemlich widerlich finde, die, statt ein Buch zu besprechen und meinetwegen auch nicht gut zu finden, die Autorin oder den Autor persönlich angreifen (zuletzt am Beispiel des kürzlich erschienenen Romans von Judith Hermann wieder zu erleben).

Im Raben Nr. 4 jedenfalls gibt es beispielsweise einen Beitrag von Jörg Drews mit dem Titel „Die beste aller denkbar möglichen Listen?“ und dem beziehungsreichen Untertitel „Eine grundsätzliche Nörgelei zur ‚Bestenliste‘ des SWF-Literaturmagazins“, derlei poppt ja in Variation auch immer wieder auf Literaturblogs auf, die sich über die Zusammensetzung irgendwelcher Nominierter für irgendwelche Preise wundern. Drews wundert sich nicht nur, er nörgelt ordentlich, und das sehr lesenswert. Weitere Nörgeleien von Eckhard Henscheid über die „Lage der deutschen Literaturkritik“ oder auch der „Bruder Kuhn“ von Hans Wollschläger über einen schrägen Interpreten der Werke Arno Schmidts haben mich ebenfalls bestens amüsiert. Die anderen Texte sind auch prima, aber diese drei waren meine persönlichen Highlights. Hier der Link zum kompletten Inhaltsverzeichnis.

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Der Hotel-Rabe

Möwe auf dem Balkon. Foto: © Petra Gust-Kazakos

A doubtful guest: die diebische Möwe. Foto: © Petra Gust-Kazakos

Der Rabe Nr. 33, auch Hotel-Rabe genannt, war mein Einstieg in diese wunderbare Magazinreihe. Wer gerne reist und eine gewisse Bequemlichkeit schätzt, könnte mit den Texten der Nr. 33 zu allerley Hotels, Zimmern, Gästen etc. ebenso viel Spaß haben wie ich.

Herausgegeben wurde dieser Rabe von Elsemarie Maletzke, die ich zum einen wegen ihrer schönen Biographien (beispielsweise zu den Brontës) und zum anderen wegen ihrer Reiseberichte, die sie zuweilen in der Zeit schreibt, sehr schätze. Und zu schätzen weiß ich auch die tolle Mischung der Autorinnen und Autoren, die sich im Hotel-Raben versammeln: Wilhelm Genazino, Robert Gernhardt, James Boswell, Charlotte Brontë oder auch Hans Magnus Enzensberger, um nur einige zu nennen. Von letzterem stammt auch eines der Zitate ganz zu Anfang:

„Das Hotel ist das Schloß des Großbürgertums. In ihm usurpiert die neue Klasse demonstrativ die Lebensformen der Aristokratie. Sein Milieu ist der unbewältigte Luxus. Während der echte Aristokrat dem Reisen um seiner selbst willen ebenso abgeneigt ist wie der Bauer, stellt der bürgerliche Parvenu als Reisender zur Schau, was ihm zu Hause versagt bleibt. Die Freiheit, in die er als Tourist zu entkommen vermeint, ist nicht nur die einer historischen oder räumlichen Ferne, sondern auch die einer Lebensform, die er für die gesellschaftlich höhere hält. Er sucht nicht nur die Geschichte als Museum, nicht nur die Natur als botanischen Garten, sondern auch gesellschaftliche Entrückung im Bilde des high life auf.“

Wir finden in diesem Raben Grand Hotels und solche, die man lieber vergessen möchte, Hotelzimmer, die sich prima zum Ausspionieren der übrigen Gäste eignen, und alle möglichen Gäste, von denen auch jene, die gemeinsam reisen, nicht unbedingt die passendsten Reisegenossen sind. Rundherum zu empfehlen! Hier noch ein Link zum genauen Inhaltsverzeichnis.

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