In Alles, was das Leben ausmacht versammeln sich Anne Fadimans „Leichtfertige Essays“ (so der Untertitel) – wobei ich die Essays eher leichthändig finde, charmant, angenehm plaudernd, ohne ins Geschwätzige abzugleiten.
Anne Fadiman geht meist von einer persönlichen Erfahrung oder Erinnerung aus und schlägt dann einen eleganten Bogen über Geschichte, zuweilen auch Politik, Wissenschaft, Soziales, Allgemeines und wieder zurück zum Persönlichen. So etwa in „Post“, wo sie zunächst die Freude ihres Vaters über das tägliche Erhalten, Sortieren und Bearbeiten seiner Briefe beschreibt, dann erwähnt, dass im ausgehenden 17. Jahrhundert in Londons Stadtmitte bis zu zwölfmal am Tag Post zugestellt wurde (es gab schließlich noch kein Telefon), einen informativen Schlenker über die Geschichte der Briefmarke macht, und schließlich bei ihrer eigenen Liebe zum E-Mailen landet.
Insgesamt gute bis sehr gute, lehrreiche, amüsante und persönliche Essays – so, wie Essays eben sein sollten.
Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.






