Das große Missverständnis

Kann man Literaturblogs mit der professionellen Literaturkritik vergleichen? Und was können eigentlich Feuilleton-Kritiker von Buchblogs lernen? Ein paar Gedanken zu einer Diskussion, die die falsche Richtung einschlägt.

Mara berichtet auf ihrem Blog in ihrem Beitrag „Demokratisierung Literaturkritik. Fluch oder Segen?“ von einer zunächst interessant klingenden Veranstaltung „Buch-Blogger: Die neuen Meinungsmacher der Literatur?“. Eine Diskussion zwischen Medienwissenschaftler Harun Maye und dem Blogger und Journalisten Stefan Mesch, die in die altbekannte Richtung zu gehen schien: Professionelle Kritiker sind die besseren Büchermenschen.

Zunächst einmal hätte ich der Veranstaltung mehr Vielfalt gewünscht, mehr Menschen aus dem weiten Feld der Buchblogszene – etwas Chick-Lit oder Fantasy, vielleicht jemand von Lovelybooks, über die wohl bei der Veranstaltung gelästert wurde, wirklich bekannte Bloggerpersönlichkeiten wie Mara, die sich in relativ kurzer Zeit mit ihrem Lesefleiß und ihrer Qualität ein großes Lesepublikum erschrieben hat. Und gern auch noch ein paar professionelle Kritiker, beispielsweise Sigrid Löffler oder auch jüngere Kritiker. Mich würde nämlich interessieren, ob die Löfflerschen Kritikpunkte repräsentativ sind oder ob besser informierte, vielleicht jüngere Profi-Rezensenten einen offeneren Blick auf die Blogszene werfen.

Zu Recht wurden wohl die Unterschiede zwischen professioneller Rezension und Buch-Tipps thematisiert. Eher zu Unrecht bemängelte man, dass viele Blogger das Feuilleton nachahmten und zu wenig innovativ seien.

Was anscheinend nicht genügend thematisiert wurde, sind die Unterschiede zwischen einer Feuilletonkritik und einem Blog sowie auch die unterschiedlichen Herangehensweisen in den diversen Blogs: Da mühen sich manche mit Challenges und setzen sich unter Druck, andere lesen nur Frischware, wieder andere konzentrieren sich auf bestimmte Gattungen oder Länder oder betrachten Literatur unter ganz bestimmten Aspekten. Und dann gibt es noch jene, zu denen ich mich zähle, die durch die Bücherwelt flanieren, dieses und jenes lesen, nicht nur Neues, nicht nur Klassiker, sondern allein ihren Interessen folgend und dann darüber schreiben, um, wie die anderen Bloggerinnen und Blogger auch, ihren Bloggästen interessante Lektüren vorstellen und sich mit ihnen darüber auszutauschen.

Und genau das ist schon mal einer der größten Unterschiede zu Kritiken im Feuilleton: Der Kontakt zum Lesepublikum, der Austausch. Dabei findet jede Blogvariante ihr Publikum, das ähnliche Vorlieben und Abneigungen teilt. So wächst mit der Zeit ein Kreis, der sich zu den Blogbeiträgen äußert, weitere Tipps gibt, interessante Links postet, seine Gedanken in den Kommentaren mitteilt, das Geschriebene ergänzt und bereichert. All das kann im Printbereich nie geleistet werden. Auch online gestellte Rezensionen in den Online-Ausgaben der Printmedien haben nichts mit dieser Art von Austausch zu tun. Und gerade dies ist auch das Innovative an Blogs.

Hier liegt das große Missverständnis: Ich möchte keine Kritiken wie aus dem Feuilleton bieten, das war nie meine Absicht. Meine Beiträge sind Empfehlungen bzw. Buch-Tipps, keine Rezensionen. Wer professionelle Buchkritiken vorzieht, wird bei mir vielleicht nicht glücklich. Wer aber Lust hat, sich ungezwungen über Bücher und benachbarte Gebiete auszutauschen, möglicherweise schon.

Man sollte damit aufhören, immer wieder die professionelle Literaturkritik mit Buchblogs zu vergleichen, denn im Grunde sind sie kaum vergleichbar: Es geht um völlig unterschiedliche Medien, für die Menschen mit völlig anderer Motivation arbeiten, die einen werden bezahlt und sind in Printkreisen etabliert, die anderen sind in Blogkreisen anerkannt, schreiben, unbezahlt und eher zum Vergnügen, hier gibt es Austausch, dort nur Monologe. Auch die Bloggerpersönlichkeiten sind durchaus wichtig, im Feuilleton kann ich nicht sagen: Ich will jetzt nur noch Greiners Verrisse lesen, die sind am lustigsten, oder nur noch die Beiträge von XY, die finde ich am gelungensten. Im Web kann ich mir sehr gut aussuchen, welche Blogs mir am besten gefallen, und ihnen folgen.

Die einzige Gemeinsamkeit ist das Interesse an Literatur, dass wir alle Bücher vorstellen und dafür eventuell neue Leser gewinnen. Das sollten die Profis nicht als Konkurrenz auffassen. Sie sollten sich lieber freuen über die engagierten Leser, aus denen sich vermutlich auch Teile ihrer eigenen Leserschaft generieren.

Ich konkurriere nicht mit dem Feuilleton, ich mache etwas völlig anderes, das für mich wunderbar funktioniert und das eine Zeitungskritik gar nicht leisten kann. Ich bin in erster Linie eine kommunikationsfreudige Leserin, ich bin keine Feuilletonistin. Die Maßstäbe können nicht 1:1 angelegt werden, sonst hat man nicht verstanden, worum es hier und dort überhaupt geht. Deshalb führt die Diskussion auch immer in die falsche Richtung, die professionelle Literaturkritik ist nicht der Maßstab, die Frage, was Blogs von ihr lernen können, ist Unfug.

Viel interessanter sind doch Fragen wie: Welche Gedanken macht sich das Feuilleton eigentlich um seine Zukunft? Was macht das Feuilleton, um mit der Qualität und Vielfalt der Blogs konkurrieren zu können? Was können Profis von Bloggerinnen und Bloggern in Bezug auf Austausch und Direktheit lernen? Und was wäre, wenn ein bekannter Literaturkritiker anfinge zu bloggen, wäre er dann schlechter oder besser, überzeugender oder würde er seine Glaubwürdigkeit unterminieren, könnte er endlich lesen, was er wollte, oder müsste er weiterhin darüber schreiben, worüber „man“ schreiben muss? Und wovor genau haben die größten Buchblogkritiker eigentlich solche Angst?

Übrigens: Einen weiteren Beitrag zum Thema gibt’s von literaturen, lesenswert!

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Über Petra Gust-Kazakos

Femme de lettres, Autorin, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, stets lese- & reiselustig, liebt Bibliotope, http://phileablog.wordpress.com/
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46 Antworten zu Das große Missverständnis

  1. buecherliebhaberin schreibt:

    Liebe Petra,

    das musste wohl jetzt einfach mal raus ;) Sehr gut!! Du sprichst mir und sicher auch vielen anderen BloggerInnen aus dem Herzen.
    Liebe Sonntagsgrüße von der Bücherliebhaberin

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      So ist es, liebe Bücherliebhaberin. Diese Art der Diskussion wird ja schon länger geführt und jedes Mal ärgern sich die Bloggerinnen und Blogger über die Diskreditierung durch die etablierte Literaturkritik. Dass es hier eher um Äpfel und Birnen geht und die Literaturkritik nicht der Heilige Gral ist, wollte ich gern mal klargestellt haben ; ) Dir auch noch einen feinen Sonntag & liebe Grüße!

  2. Petra Wiemann schreibt:

    Angesichts der Vielfalt der Literatur-Blogs gibt es doch eine Menge Innovatives zu entdecken! Hier wird doch mit ganz anderen Formen experimentiert als im klassischen Feuilleton. Und wie du zu Recht sagst: viele wollen sich gar nicht mit den Profirezensenten vergleichen, obwohl viele von ihnen genau so viel Hintergrundwissen und Können mitbringen.
    Den großen Zulauf haben die Literaturblogs gerade dem zu verdanken, was sie von den Feuilletons unterscheidet: ihrer individuellen Sichtweise, die sie auch offen äußern können, einem weniger abgehobenen Umgang mit den eigenen Leseerfahrungen, viele Möglichkeiten andere Medien miteinzubinden… Und daraus resultiert das, was auch mir besonders wichtig ist, nämlich der Austausch mit Gleichgesinnten, Empfehlungen von den Lesern, die sich unmittelbar einbringen können, der Spaßfaktor!
    Daher finde ich deine Frage völlig berechtigt, was denn das Feuilleton von den Bloggern lernen kann!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke dir für deinen Kommentar, liebe Petra. Genau, die Individualität der verschiedenen Bloggerpersönlichkeiten spielt eine wichtige Rolle. Natürlich haben wir vielleicht auch Lieblingskritiker in den Feuilletons, aber das ist doch etwas ganz anderes, weiter weg, ohne Möglichkeiten zum Dialog etc. Und, ja, auch der Spaßfaktor ist wichtig, was haben wir schon in Kommentaren gemeinsam herumgealbert! Man muss eben nicht immer feinbeinig vor sich hin diskutieren, man darf auch einfach Spaß haben – das wäre auch etwas, was das Feuilleton noch lernen könnte ; )

  3. Frank Duwald schreibt:

    Starker Artikel, Petra. Diese ganze Diskussion kommt mir so vor, als würden ein Klassik-Violinist und ein Heavy-Metal-Gitarristen darüber diskutieren, wer die bessere Musik macht.

  4. Susanne Haun schreibt:

    Ich lese deinen Blog gerne, Petra und habe ihn auch genauso verstanden, wie du es beschrieben hast.
    Ich mag die Mischung, die du bietest, es ist, als ob wir eine Tasse Kaffee trinke und uns über unsere Interessen unterhalten ….
    Einen schönen Sonntagnachmittag von Susanne

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke dir, liebe Susanne, das ist ein schönes Bild: Gemütlich Kaffee trinken und sich dabei unterhalten – gefällt mir sehr! Dir auch noch einen schönen Sonntag & liebe Grüße!

  5. puzzleblume schreibt:

    Eine interessante Darstellung eines Themas, mit dem du dich als von jeder Seite mit Literatur befasste Blogautorin und Autorin wohl oder übel identfizieren zu müssen scheinst, obwohl der prägnante Kommentar von Frank Duwald die ‘Alternative Achselzucken’ für sinnvoller erscheinen läßt, statt sich über Aussagen von Personen zu ärgern, die im Medium Internet ebenso einen Feind des eigenen Brotwerwerbs wittern, wie deren Brüder und Schwestern im Geiste, die in der Musikindustrie mit den Möglichkeiten des Webs hadern.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Achselzucken ist für mich in diesem Fall keine Alternative. Die Annahmen und Unterstellungen möchte ich nicht einfach so stehen lassen, sondern lieber kommentieren. Vielleicht liest es ja jemand, der sich mal genauer informieren möchte ; )

  6. Petra schreibt:

    Ich habe keinen blassen Schimmer von jener Veranstaltung, meine aber zu ahnen, dass es da nur ums so genannte “ganz große” Feuilleton geht (ZEIT, FAZ & Co.), was leider all die Feuilletonisten der Regionalpresse, von Onlinemedien und modernen Blättern auslässt und damit kaum repräsentativ sein kann. Aber gern mal arrogant daherkommt, auch unter den Kollegen … *pssst*.

    Meine Meinung in doppelter Funktion: Ich war lange Jahre Feuilletonistin und bin Bloggerin (man kann das sogar gleichzeitig sein). Ganz provokativ möchte ich sagen, dass sich das große Feuilleton inzwischen zu großen Teilen ins Abseits geschrieben hat. Nicht, weil die dollen Journalisten fehlten, sondern aus strukturellen Gründen: Immer öfter wird im inzwischen boulevardisierten Feuilleton von allen die gleiche Bestsellersau durchs Dorf getrieben, wird man mangels Zeit und Ressourcen den PR-Abteilungen der Verlage gegenüber hörig und leistet man sich immer seltener Persönlichkeit und Rückgrat. Dafür bleibt man einem Bildungsbürgertum verhaftet, das leider langsam ausstirbt.

    Blogger können sich in ihrer Freiheit sehr viel mehr leisten und sie tun es mit Lust. Und das wirkt aufs Publikum: Leidenschaft verkauft sich immer besser als geschnörkelte Reden.

    Ich sehe diese Zweiteilung real gar nicht mehr: Die Bloggerszene wurde einst von Journalisten aufgebaut, viele bloggen inzwischen neben dem Job. Und viele Blogger haben sich durch ihre Frische und ihre Themen derart einen Namen gemacht, dass sie für große Zeitungen und Zeitschriften nebenher bloggen! (“Der Freitag” betreibt z.B. eigene Blogs). Umso wichtiger ist die gegenseitige Befruchtung. Auch der direkte Kontakt zum Publikum muss im Feuilleton nicht untergehen – manche Medien sind gut in Social Media, manche suchen diesen Kontakt gezielt. Dass Journalisten selbst die Zeit im Arbeitsalltag nicht immer haben oder bezahlt bekommen, ist eher ein Grund für mangelnde Kommunikation.

    Blogger könnten vom Feuilleton auch etwas lernen, vom guten alten Feuilleton, wie ich das noch gelernt habe: Unabhängigkeit von Verlagen und deren Buchsendungen / die Bereitschaft, sehr fokussiert und persönlich Trüffel auch in Verlagen zu suchen, die sonst unsichtbar erscheinen oder im Feuilleton durch die Bestseller untergehen. Auch mal ältere Bücher zu besprechen, ja selbst antiquarische. Eine eigene Meinung und Rückgrat zu zeigen, statt sich lieb Kind mit allen machen zu wollen. Sprache zu lieben und ihre Formen auch mal auszureizen.

    Was, können die Literaturblogger schon alles? Eben. Sag ich doch: Wir haben das Alternativfeuilleton längst. :-) Es fehlt ihm nur die gleiche Power als “Marke”, als gemeinsame Plattform.

  7. hokuspokus77 schreibt:

    Vielen Dank für Deinen Beitrag, liebe Petra.
    Es ist die Vielfalt der Bücher, der Ansätze und auch der Blogger selbst, die Buch-Blogs für mich so spannend macht. Brauch ich gar nicht mehr zu sagen, steht ja schon alles in dem Beitrag und in den Kommentaren.
    +1

  8. buchpost schreibt:

    Danke! Ständig wird unterstellt, dass Blogger sich als LiteraturkritikerInnen verstehen. Und dann werden sie gescholten, weil sie diesem vorgeblichen Anspruch nicht genügen.
    Ich denke auch, dass da auf Seiten mancher professioneller Kritiker Angst und Ablehnung mitschwingen, die eine beide Seiten befruchtende Diskussion verhindern. Interessant auch, dass “Literaturkritik” grundsätzlich als das Richtige, das Wertvolle gesehen wird. Aber ach, der Tag ist schön, und ich gehe jetzt lesen :-) LG, Anna

  9. Pingback: Sonntagsleserin KW #21 – Mai 2014 | buchpost

  10. Karo schreibt:

    Danke, Petra, das musste mal gesagt werden!

  11. Pingback: Quo vadis, Literaturkritik? | Literaturen

  12. kulturgeschwaetz schreibt:

    Sehr schön, danke für diesen sehr treffenden Beitrag!

  13. belmonte schreibt:

    Liebe Petra, was meine Lektüre von Literaturblogs und Feuilletonkritik angeht, finde ich den Unterschied relativ unbedeutend. Wenn ich am Schreibtisch oder im Sessel sitze und in den Literaturblogs lese, denen ich folge, ist das für mich nichts sonderlich anderes als die Lektüre von Feuilletonseiten. Abgesehen davon, dass ich Literaturkritik aus Lokalblättern kenne, die um Längen schlechter ist als so mancher mir lieb gewordene Literaturblog, denke ich, dass die Funktion von Feuilletonkritik und Literaturblogs sehr ähnlich ist, nämlich mir Literatur, insbesondere neue Literatur, nahezubringen, vor einen Hintergrund zu stellen, Lust aufs Lesen zu machen, mich auch vor dem einen oder anderen Buch zu bewahren.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Was die Funktion angeht, gebe ich dir Recht, lieber Belmonte. Die Funktionsweise allerdings wirkt auf mich anders: Mir sind die Bloggerinnen und Blogger wesentlich näher, es besteht eine persönliche Bindung, die ich bislang zu keinem “Profi” aufgebaut habe, das liegt ja auch nicht in deren Interesse, nehme ich an. Aber in meinem schon … Liebe Grüße!

  14. Liebe Petra,
    genau das sind für mich (Buch-)Blogs: keine Konkurrenzveranstaltungen zum Feuilleton, einfach nicht vergleichbar. Ich stimme Deinem Beitrag in allen Punkten zu. Es geht darum, sich und seine Interessen zu teilen, mitzuteilen, es geht ja nicht darum professionell Recht zu haben. Mir kommt diese ganze Diskussion so vor wie die über E- und U-Musik. Die einen tragen die Nasen hoch, die anderen sind eben nicht zugänglich für die ‘Hochkultur’. Watten Quatsch.
    Und im übrigen: ich liebe die Vielfalt der (Nicht-nur-)Buchblogs, so, wie ich z.B. auf meinem Blog auch nicht nur Bücher bespreche, sondern über alle verwandten und nichtverwandten Themen, die mich berühren oder die mir wichtig sind. Und da schließt sich dann im Grunde wieder der Kreis zum ursprünglichen Anlass von Blogs, nämlich die Möglichkeit zu haben, eine Art Online-Tagebuch zu schreiben, dass sich in seiner Subjektivität nicht beschränken lässt und daraus Kommunikation entstehen zu lassen. Alles andere ist Profilneurose.
    Liebe Grüße, Kai

  15. haushundhirschblog schreibt:

    Ich freue mich sehr über Deinen Beitrag hier, liebe Petra!
    Entscheidend bleibt für mich, wie Du es u.a. auch schreibst, dass innerhalb dieser Diskussion Äpfel mit Birnen verglichen werden, eine Konkurrenz geschaffen wird, die jeder Grundlage entbehrt, weil es sich um nicht vergleichbare Medien handelt.
    Immer wieder gerne lese ich auch Buchbesprechungen im Feuilleton. Aber die lese ich nur. Mitunter habe ich auch ganz gerne das “Literarische Quartett” gesehen, auch deshalb, weil dort ein direkter Austausch zwischen immerhin vier Lesern stattfinden konnte. Aber erst als ich Buchbesprechungen und Hinweise auf gute Literatur in Blogs kennenlernte, u.a. in Deinem, auch bei Mara, der Klappentexterin, Ada Mitsou, Schöne Seiten und etlichen anderen uns sehr wichtig gewordenen Literaturblogs, habe ich diese lebendige Art des Austauschs gefunden und immer mehr zu schätzen gelernt. Es ist eine gänzlich andere Art und Weise, hier auf das Lesen eines Buches neugierig gemacht zu werden. Eine, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.
    Herzlichen Dank und liebe Grüße,

    mb

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar, liebe mb! Mir geht es auch so, seit ich in die Welt der Buch- und vielen anderen großartigen Blogs eingetaucht bin, sind für mich die Rezensionen im Feuilleton längst nicht mehr so spannend, denn entweder habe ich bereits auf einem Blog eine sehr viel interessante Besprechung zu dem Buch gelesen oder eine Besprechung zu einem sehr viel interessanteren Buch ; ) Liebe Grüße!

  16. Pingback: Gleichmacher über Meinungsmacher | 54books

  17. Meine Buchtipps schreibt:

    Vielen Dank Petra, für diesen überaus interessanten Artikel; auch die weiterführende Literatur habe ich gelesen.

    Ich habe bereits einige Autoren gefragt – zuletzt Andreas Neeser – wie er Kritiken von Bloggern findet und er meinte, dass Leser sicherlich eine ganz andere Sichtweise haben, als die studierten Literaturkritiker.
    (s. Interview)

    Es ist ein Unding zu Glauben, dass Blogger, die sich dem Herz und der Seele des Buches verschrieben haben, nicht schreiben können. Ich z.b. lese kaum noch Literaturkritiken, sondern ausschließlich die Meinung von Bloggern. Gerade die Verschiedenartigkeit macht es doch aus; ich denke, wir sind alle keine Profis, aber wir lesen die Bücher, über die wir Reden. Das bezweifel ich bei manchem Kritiker tatsächlich des öfteren.

    Mittlerweile sollte ich mir überlegen, eine Art “Plaudereck” in meinem Blog einzufügen, damit ich so großartige Beiträge wie diesen “rebloggen” kann.

    Lg Petra

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke für deinen Kommentar, liebe Petra! Das Thema bewegt uns gerade ganz schön, das hast du sicher auch bei den anderen Beiträgen gesehen. Ich finde es schade, dass überhaupt solche Vergleiche nötig sind, einen weiteren sehr guten Beitrag dazu findest du hier: http://www.54books.de/meinungsmacher/. Ich kann mir gut vorstellen, dass Autorinnen und Autoren die ganze Sache anders sehen, die schreiben schließlich nicht für die Kritik, sondern für die Leserschaft.
      Die Idee mit der Plauderecke finde ich gut und freue mich über dein Rebloggen. Liebe Grüße!

  18. Meine Buchtipps schreibt:

    Hat dies auf Meine Buchtipps rebloggt und kommentierte:
    Und hier die Gedanken von Philea’s Blog zu diesem Thema.

    Ebenso rebloggt, damit ihr das gesamte Original lesen könnt.

  19. Pingback: Literaturkritik und Literaturblogger – Profis versus Dilettanten? | buchpost

  20. Tanja schreibt:

    Wenn Literaturkritiker professionelle Literaturkritik mit Bücherchblogs vergleichen, dann müssen glasklar neue Innovationen für das Feuilleton her. Die Antwort auf deine abschließenden Fragen, sind scheinbar in der Debatte, über welche Mara uns unterrichtet hatte, völlig untergegangen. Ich war zwar nicht dabei, aber die Diskussionsrunde hätte wahrscheinlich etwas produktiver enden können. Die Kritik an Bücherblogs kann ich nicht nachvollziehen, denn jedem Blogger steht es frei, was er schreibt und worüber. Ich für mich kann nur sagen, dass ich jeden Buchblogger, der mit Herz und Leidenschaft über das Gelesene schreibt, gerne lese. Vielleicht ist das die fehlende Zutat des Feuilletons – Herz und Leidenschaft … und Kreativität? Wie dem auch sei, der ständige Vergleich hat mitlerweile “so” einen langen Rauschebart. Gerne würde ich noch ein Comic eines alten bärtigen Herrn hinzufügen, aber das Zeichnen überlass ich lieber dem Künstler. Ich freue mich jedesmal über solche Diskussionen, denn das ehrt genau die Blogger, welche vom Literaturbetrieb (nicht der Betrieb allgemein) aber von den Kritikern, als drohende Gefahr angesehen werden. Nun liebe Petra, jetzt habe ich meine Gedanken freien Lauf gelassen, ohne dich anständig begrüßt zu haben. Deshalb sage ich: “Hallo” und Tschüss”! ;)

    Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende.

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Tanja, hab herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ja, das Thema ist nicht neu, doch flammt es immer wieder auf, meist wenn sich die etablierte Kritik mal wieder zu äußern meinen muss. Interessanterweise haben sich dann ja, von Maras Bericht ausgehend, mehrere Blogbeiträge dazu ergeben (meiner eingeschlossen), die sich differenzierter mit der Thematik auseinander setzen als so manche Kritikerin/so mancher Kritiker. Ich finde das ebenfalls erfreulich, zeigt es doch eine Offenheit und einen Horizont, der weit über den eigenen Blogrand hinausgeht – das würde ich auch den “Etablierten” wünschen … Liebe Grüße!

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