Schöne Ferien

Koroni_KlostergärtchenSo, meine Lieben, wir sind wieder zurück aus dem schönen Griechenland. Wir hatten wunderbare, sehr erholsame Tage mit viel Sonne, Lesen, Spazieren, gutem Essen & Trinken – kurz: Wir hätten locker zwei weitere Wochen bleiben wollen.

Die erste Woche verbrachten wir in der Nähe von Kalamáta bei den Eltern meines Liebsten. Das Haus, so malerisch von Olivenbäumen umgeben mit Blick aufs Meer und lauter (für Städter) ungewohnten, aber überaus angenehmen Geräuschen (krähende Hähne, Gänseschnattern, mähende Schafe, das Klingeln ihrer Glöckchen etc.), versetzt mich jedes Mal zuverlässig sofort in Ferienlaune. Kaum bin ich da, ist alles andere wirklich ziemlich weit weg.

Kalamata

Sehr schön ist auch der Garten.

Garten

Da gibt es beispielsweise, außer Mimosen, Zitronenbäumen, Olivenbäumen etc., auch einen beeindruckenden übermannshohen Rosenbusch.

Rosen

Außerdem eine betörend duftende Pflanze, ebenfalls riesig.

Duft1

Leider hab ich keine Ahnung, wie sie heißt, sie duftet wie eine Mischung aus Jasmin und Ylang Ylang. Hier noch mal in etwas größer, vielleicht können mit die Pflanzenkundigen unter euch sagen, um was es sich hier handelt.

Duft2

Anschließend fuhren wir für ein paar Tage nach Koróni und hatten ein Zimmer mit wundervoller Aussicht.

Koroni_Aussicht

Der Ort ist nicht sehr groß, aber schön gelegen und hat ein paar reizende Geschäfte, zum Beispiel dieses kleine Schuhgeschäft, dessen Schaufensterdekoration es mit besonders angetan hat.

Koroni_Schuster

Oder die Bäckerei, die auf Wunsch besondere Brote backt, die besonders gern zu Hochzeiten bestellt werden.

Koroni_Brot

Ein wirklich hübscher, entspannter Ort. Perfekt für Postkartenmotive.

Koroni_Postkarte

Zum Schluss verbrachten wir noch ein paar Tage in Athen, wo wir unter anderem noch einmal das herrliche Archäologische Nationalmuseum besuchten. Krönender Abschluss: Mein Liebster führte mich wieder in das Lokal im Párko Eleftherías, wo er mir vor fast 17 Jahren seinen Antrag machte : )

Athen_Restaurant1

Keine Reise ohne Souvenirs, diesmal: Kräuter, Mandeln, Pistazien, Lesezeichen, Sandalen (natürlich), ein Becher mit einem Motiv des Mechanismus von Antikýthera, Sesamsüßes, Chanel No. 5 und drei Bücher. Eins auf Griechisch von meinem Schwiegervater Panos Kazakos (exigontas tin koinonia / εξηγώντας την κοινωνία) – eine Einführung in die Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens in den Sozialwissenschaften (kann ich leider nicht lesen, dazu reicht mein Griechisch nicht, aber mein Liebster). Die Krise in Griechenland. Ursprünge Verlauf, Folgen, hrsg. v. Ulf-Dieter Klemm und Wolfgang Schultheiß – hierin befindet sich ein Beitrag meines Schwiegervaters, den ich – hurra – lesen kann, da auf Deutsch: „Griechische Politik 2009-2014: Der Kampf um Kredite und der mühsame Weg zu Reformen“ (sehr empfehlenswert für alle, die sich eingehender mit dem Thema befassen möchten, eine Besprechung dazu z. B. hier). Und dann noch den neuen Roman von Siri Hustvedt: The Blazing World.

Natürlich lasen wir auch fleißig im Urlaub, meine Empfehlungen folgen in der nächsten Zeit. Habt noch einen schönen Feiertag!

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Mal wieder eine Blogpause

Bis bald, liebe Bloggäste!

Frische Fische fischen, Foto: (c) Petra Gust-Kazakos

Frische Fische fischen, Foto: (c) Petra Gust-Kazakos

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Bücherkoffer Nr. 25 von Melanie Raabe

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Jetzt wird’s spannend: Die Krimiautorin und Bloggerin Melanie Raabe stellt ihre Empfehlungen für einen wohl gepackten Bücherkoffer vor. Und so viel sei verraten: Es sind nicht nur Krimi-Tipps! Ihr eigener Krimi Die Falle klingt jedenfalls so spannend, dass auch er einen Platz im Bücherkoffer verdienen würde.

Ich habe Melanie über Twitter und ihr Blog Biographilia kennengelernt.  Auf ihrem Blog stellt sie Menschen vor, die sie inspirieren oder faszinieren – keine berühmten Persönlichkeiten, sondern interessante „Menschen von nebenan“. Auf ihrer Webseite  erfahrt ihr mehr über Melanie und ihren Krimi Die Falle, der in diesem Jahr erschienen ist. Aber nun zu ihren Lesegewohnheiten beim Reisen und ihren Buch-Tipps:

„Ich reise gerne und viel, komme dabei allerdings kaum zum Lesen. Auf Reisen sehe ich mir gerne Sachen an. Richte meinen Blick auf die äußere Welt. Ich sammle. Bilder, Gesichter, Geschmäcker, Gerüche und Gefühle. Ich liebe Städtereisen. Ich mag Museen und Märkte, Cafés und Clubs, Theater. Oder es zieht mich zum Wandern, und ich starre in Schluchten oder von Gipfeln aufs glitzernde Meer.

Wenn ich angekommen bin, spielt Lektüre eine Nebenrolle. Aber auf dem Weg von A nach B lese ich viel. Überhaupt lese ich am liebsten auf einer ruhigen Zugfahrt. Oder während längerer Wartezeiten am Flughafen. Im Flieger selbst hingegen habe ich die Nase eher selten in einem Buch, im Flieger starre ich wie hypnotisiert aus dem Fenster und wundere mich über den Himmel und die Wolken und die schiere Tatsache, dass ich fliege – auch noch bei meinem hundertsten, fünfhundertsten, tausendsten Flug. Nach New York habe ich einst Dickens’ Große Erwartungen mitgenommen – und das Buch prompt im Flugzeug vergessen. Trotz des langen Fluges bin ich über ein paar Seiten nicht hinausgekommen.

Ich reise gerne mit leichtem Gepäck. Ein, zwei eingepackte Bücher sind das höchste der Gefühle – dazu natürlich noch der Lonely Planet-Reiseführer für meine jeweilige Destination. Wenn mir der Lesestoff ausgeht, kaufe ich am Flughafen oder vor Ort eben neuen.“

Bücherkoffer_Melanie_Raabe

„Wäre ich Buchhändlerin und Menschen würden mich fragen, welche Bücher sie in ihren Bücherkoffer packen sollten, dann würde ich ihnen, je nach Neigung, die folgenden empfehlen:

Karen Köhler – Wir haben Raketen geangelt

Ein wunderbarer Erzählband, der unbedingt ins Handgepäck gehört. Die darin enthaltenen Geschichten funkeln wie das Mittelmeer im Hochsommer, sind so eigen wie die Bewohner eines abgelegenen Bergdorfes und so aufregend wie New York City.

Seneca – Von der Kürze des Lebens

Auf Reisen, fernab vom Alltag, gerate ich dann und wann ins Grübeln. Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Auf Reisen ist Raum, das eigene Leben zu überdenken. Also einfach mal einen Philosophen in den Koffer packen und seine Gedankenwelt auf sich einstürzen lassen. Ich mag die Stoiker wie Seneca. Und Von der Kürze des Lebens ist ein ganz dünnes Bändchen, das sogar neben Geldbörse, Reisepass und iPhone in meine Handtasche passt.

Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel

Ich liebe ein gutes Abenteuerbuch. Stevensons Klassiker würde ich jederzeit mit auf die Insel nehmen. Manche Bücher kann man einfach immer und immer wieder lesen.

Gillian Flynn – Dark Places

Der Flug hat vier Stunden Verspätung? Die Bahn kommt und kommt nicht? Das Wetter ist wider Erwarten mies, und es bleibt einem nichts anderes übrig, als einen vollen Tag lang drinnen auszuharren, bis es wieder besser wird? Manchmal braucht es einfach einen guten, spannenden Pageturner. Und hier hilft einem die wunderbare Gillian Flynn immer aus der Patsche. Zum Beispiel mit diesem spannenden Thriller, der meiner Meinung nach noch besser ist als Flynns größter Hit, Gone Girl.

Jack Kerouac – On the Road

Es gibt Bücher, mit denen man es sich gerne daheim gemütlich machen möchte. Bücher, die Behaglichkeit und Ruhe brauchen. Und es gibt Bücher, die man am besten unterwegs liest, weil sie Abenteuer- und Wanderlust wecken. Kerouacs Klassiker sollte man unbedingt mal mit auf Reisen nehmen – selbst dann, wenn man ihn schon x-mal gelesen hat.“

Sehr gute Tipps sind das, liebe Melanie – hab ganz herzlichen Dank für deine Gedanken zum Lesen auf Reisen und deine Empfehlungen für die Lektüre unterwegs!

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Zeitungsfrühstück, Folge 82

Foto: (c) Gerda Kazakou

Foto: (c) Gerda Kazakou

An einem doch etwas trüben ersten Mai-Wochenende ist es immerhin sehr gemütlich, ein ausgiebiges Zeitungsfrühstück zu genießen. Heute serviere ich euch meine Highlights aus der Zeit und dem Zeitmagazin Nr. 18 vom 29. April 2015. Das Zeitmagazin widmet sich übrigens diesmal – passend für mein Blog – in großen Teilen dem Thema Reisen. Bon ap‘!

Grundlos lächeln

Harald Martenstein widmet seine aktuelle Kolumne diesmal ‚Frauenbildern in der Werbung‘. Darin sinniert er über das Verbot sexistischer, frauenfeindlicher Werbung in Berlin-Kreuzberg, das unter anderem Fotos anlasslos lächelnder Frauen umfasst, was er bedauert. Ich auch. Leider noch nicht online. Frühere Kolumnen Martensteins findet ihr hier, sie geben übrigens viel Anlass zum Lächeln.

Test getestet

Ein Test über mehrere Seiten soll mir verraten, was für ein Reisetyp ich bin: eher ein Foodie (auch), mehr so der Familienmensch oder für Freundinnen-Reisen geeignet, eher Städte oder Bildung im Fokus, für Kreuzfahrten oder Partys zu begeistern oder doch lieber Abenteuern, womöglich Aktivurlaub zuneigend? Leider sind die möglichen Antworten keine, die ich auch nur annähernd auf die Fragen geben würde bzw. die mir zu den abgebildeten Fotos in den Sinn kommen. Macht mich das jetzt zur Ultra-Individual-Reisenden? Der Test ist nicht online, aber im Internet finden sich zum Thema ja beliebig viele andere, zum Beispiel hier.

Für Getestete, die sich mit den Antworten identifizieren können, bzw. für die diversen Reisetypen gibt es dann noch passende Reisetipps, von denen mir der zu Lissabon am meisten zusagte.

150 Jahre Ringstraße

Der Reiseteil beginnt mit dem sehr guten Artikel „Es lebe der Boulevard!“ von Renate Just. Darin geht sie der Geschichte der Wiener Ringstraße nach – sehr lesenswert!  Vielleicht schaffe ich es, die Ausstellung „Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard“ im Jüdischen Museum in Wien zu besuchen, die noch bis 4. Oktober zu sehen ist.

Kuckuck!

Leider nicht online ist der interessante Beitrag „Triumph der Schlawiner“ von Hans Schuh über Brutverhalten und Ei-Mimikry der Kuckucke. Wirklich überaus raffiniert die Tricks der Kuckucksmütter, nicht nur anderen Vogeleltern ihr Ei unterzuschieben, sondern es auch anzubrüten, damit ihr Junges als Erstes schlüpft und die Vogeljungen seiner Gasteltern aus dem Nest werfen kann. Der kleine Kuckuck selbst hat auch etliche Tricks auf Lager, um die Gasteltern zu narren. Beispielsweise bettelt er, wie sonst nur mehrere Jungvögel zusammen.

Leselustförderung

Der tolle Beitrag „In aller Kürze“ von Susanne Mayer über die Schriftstellerin Lydia Davis im Feuilleton machte mir allergrößte Lust auf die Lektüre ihrer Werke. Lydia Davis, übrigens die erste Frau von Paul Auster, hatte erst spät ihren literarischen Durchbruch, nämlich 2009 mit ihren Collected Stories, da war sie schon über 60. Die Auszüge aus ihren Geschichten, die manchmal nur ein paar Sätze umfassen, haben mich gleich dazu gebracht, mir eines ihrer Werke auf die Leseliste für den Urlaubskoffer zu setzen. Can’t and Won’t, hierzu hatte ich im letzten Jahr bereits eine sehr gute Besprechung auf 54books.de gelesen.

Mit Beilage

Zur aktuellen Zeit gab’s diesmal eine für mich besonders nette Beilage, nämlich 300 Jahre Karlsruhe. Wenn euch meine Highlights gefallen haben und ihr außerdem vielleicht ein paar der Gründe kennenlernen wollt, warum ich so gern in Karlsruhe lebe, dann macht euch auf zum nächsten Kiosk und kauft euch die aktuelle Zeit.

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Bücherkoffer Nr. 24 von Dr. Peter Plener

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Ich freue mich sehr, dass Dr. Peter Plener, dem ich seit einiger Zeit auf Twitter folge (@peterplener), mir pünktlich zum Welttag des Buches einen sehr schönen Text für die Bücherkoffer-Serie gesendet hat. In seinem Falle handelt es sich allerdings um eine Bücherkiste; den Koffer bepackt er mit anderen Dingen wie seiner Urlaubsgarderobe oder auch Kaffee.

Dr. Peter Plener ist Germanist, Historiker, Kultur- und Medienwissenschaftler. Von 1993 bis 2005 Lehrtätigkeiten an Universitäten im In- (Österreich) wie Ausland, 2001 gründete und bis 2007 leitete er die wissenschaftliche Internetplattform Kakanien revisited. Seit 2004 Tätigkeiten im Parlament, Verteidigungsministerium und Bundeskanzleramt. Publikationen über Literatur, Medien, Kulturgeschichte, Fußball und die österreichisch-ungarische Monarchie.

Und hier seine Gedanken und Anregungen zum Thema Bücherkoffer bzw. -kiste:

„Der Bücherkoffer ist eine Kiste. Das war schon immer so. Da ich aus alten Schulen komme, ist meine medientechnische Flexibilität als ausgesprochen eingeschränkt zu bezeichnen. Eine ubiquitäre Konzentrationsfähigkeit, die sich auf elektronisch relevante Fingerfertigkeit erstreckt, ist mir nicht mitgegeben worden.

Lesen verbindet sich bei mir sehr unmittelbar mit Handhabung. Die Fingerspitzen brauchen die Haptik und eine Hand muss den Bleistift jederzeit führen können. Es gilt umzublättern. Deshalb konnte ich beim Lesen auch nie rauchen. Ich habe es natürlich probiert, doch eigentlich habe ich dann alle Hände voll zu tun, da kann ich nicht auch noch den Genuss der Tabakware beimengen. Oder jenen elektronischen Beiwerks.

Mit Roland Reuß, der in einem Buch des Wallstein-Verlags (der peu à peu eine sehr gute Reihe zur „Ästhetik des Buches“ herausbringt) Paul Valéry zitiert, brauche ich eine „perfekte Lesemaschine“ – und diese ist allein in Papierform an die Hand gegeben. Viele praktische Gründe (erfreulich mangelhafte Strom- und Netzabdeckung am Zielort, Bruchsicherheit des Buches vs. Selbstzerstörungsfreudigkeit eines Books mit “e-“, das daraus stets ableitbare Risiko des völligen Wegfalls von Lektüre bei Ausfall,… genug davon!) lassen sich dafür anführen, weshalb ich immer dann, wenn ich für einige Tage nicht in meiner kleinen Bibliothek oder bei meinem Buchhändler werde sein können, eine Auswahl an auf Papier gedruckten und sodann zu einem Buch gebundenen Zeilen mit mir führe. Zumeist nicht unter den von der UNESCO vorgeschriebenen 49 [! – dazu später] Seiten (“A book is a non-periodical printed publication of at least 49 pages, exclusive of the cover pages…”). Seiten, Blätter und Zeilen: gut gemachte Bücher verfügen über genug Platz für lesensnotwendige Notizen, Striche. Sie haben einen Satzspiegel (“Aurea prima sata est aetas…”), der klug berechnet und gesetzt ist, die Zeilen sind zur perfekten Lesbarkeit hin durchschossen und die Typografie ist von kundiger Hand gewählt worden. Gegen elektronisches Publikationsgut habe ich gar nichts (wenngleich ich angesichts der fortschreitenden Perfektionierung der Medienverbundmaschinen ahne, dass bis dato ungekannte Formen des Lesens und der Rezeption sich einstellen werden, die Ablenkungen und Verfügbarkeit von Anderem Teil dieses Lesens neueren Stils werden lassen – das ist wahrscheinlich gar nicht schlimm, nur eben anders), nutze es selbst immer wieder. Bloß wenn ich wegfahre, interessiert es mich nicht. Dann braucht es eben den Koffer, der eine Kiste sein wird.

Zumindest zwei der Belletristik im Wortsinn zuzurechnende Romane sind stets darin (aus erfindlichen Gründen immer einer aus dem 19. Jahrhundert), einige Kriminalromane, etwas Fachliteratur zu meinen Arbeitsgebieten und ein Band Lyrik. Weiters packe ich in diese Kiste zwei Bleistifte, einen Spitzer (gerne auch ein Federmesser; es ist schön anzusehen und passt zusammen mit den Bleistiften gut zum Papier), zwei Schreibblöcke in DIN lang (aus einer Druckerei meines Vertrauens und exakt so gefertigt, wie ich sie brauche: Munken Lynx, 100er Grammatur). Dies ist die Grundausstattung, die verbleibenden Plätze in der Kiste werden an jene Druckwerke verlost, die als Ungelesenes bzw. Angelesenes „vor dem Gesetz“ an den dafür vorgesehenen Orten (Nachtkasten, Schreibtisch, Aktentasche) sich ablegen ließen. (Dies ist eigentlich sehr banal, so macht das doch jede und jeder, denke ich.)

Kurzum: Die Bücherkofferkiste für den Sommer 2015 ist – wie sich nun leicht folgern lassen wird – aufgrund der Ungewissheit, was ich bis zum Zeitpunkt der Abreise noch gelesen haben werde, bislang nur eingeschränkt vorherschreibbar; gewiss sind lediglich diese Bände (NB: Empfehlungen):

# Horcynus Orca von Stefano D’Arrigo, in der Übersetzung von Moshe Kahn (hebe ich gut originalplastifiziert bis dahin auf und habe noch keine Ahnung, ob dieses Monster sich mit der sirrenden Sonnenluft vertragen wird);

# Moby-Dick von Herman Melville (die Northwestern-Newberry Edition; Aufsätze zu den Kapiteln 69 und 38 sind zu schreiben und ich will über diese in Ruhe nachdenken können);

# Ameisengesellschaften von Niels Werber (ich schätze die Arbeiten von Niels ohnehin sehr und überdies braucht es die notwendige Fachliteratur zu systemischen Vergesellschaftungen, um der Fauna vor Ort die Referenz zu erweisen)

# Was ist Dichtung? von Jacques Derrida (bei Brinkmann & Bose, einem meiner drei Lieblingsverlage; eine viersprachige Ausgabe von 48 [! – s.o.] Seiten – und die Antwort auf die Frage ist wohl einfach die, dass Dichtung das ist, was man auswendig lernt; Derrida summt und raunt immer so nett, man muss das aber nicht ganz ernst nehmen);

# Coppelius, Cagliostro und Napoleon von Michael Rohrwasser (bei Stroemfeld, einem weiteren meiner drei Lieblingsverlage; ein Buch von Michael – lesen Sie unbedingt seinen Band Freuds Lektüren; etwas Besseres kriegen Sie zu dem Thema nicht in die Finger! – ist immer eine Herausforderung und ein Gewinn zugleich; und: ich habe noch ein wenig über E.T.A. Hoffmann nachzulesen);

# Kulturmanöver. Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild, herausgegeben von Sema Colpan, Amália Kerekes etc. (weniger weil ich einen Beitrag darin stehen haben werde, sondern weil mich die Aufsätze zur Konferenz aus 2013 in Einem zu lesen interessiert; immer vorausgesetzt, dass der Bibliophilie nicht in sein Geschäftsmodell integrierende Lang-Verlag bis zu meinem Kistenpacken einen Druck zuwege bringt).

In meinen Koffer packe ich hingegen nur Sonnenbrille, Badehose, Pétanque-Kugeln, Espresso-Kanne, ein Kilo neapolitanischen Kaffee und … ein Buch. Ich reise gerne mit leichtem Gepäck, mithin Koffer und Kiste.“

Mit leichtem Gepäck würde ich auch gern verreisen, doch spätestens der Koffer, die Tasche oder gar die Kiste (du bringst mich auf Ideen!) vereiteln diesen Plan stets. Dir, lieber Peter, ganz herzlichen Dank für deine persönlichen Gedanken zu Büchern und zum Lesen und für deine sehr interessanten Lektüre-Anregungen. Denen werde ich noch näher nachgehen …

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Virtuelle Ausflugsziele für Bibliophile

Viele von euch wissen, dass ich gern twittere. Dort bin ich mit vielen interessanten Menschen und Institutionen verbunden, die sich u. a. mit Literatur befassen und jede Menge Links pro Tag verzwitschern. Etliche davon sind unbedingt anklickenswert, weswegen ich euch heute drei meiner Highlights der letzten Zeit vorstellen möchte.

Leselust & Reisefieber: Literarische Landkarten von Arkansas bis Wyoming

Dieser Link passt hervorragend zum Thema, denn mit diesen literarischen Landkarten können Literaturaffine tolle Reisen durch die Vereinigten Staaten planen. Einziger Makel: Auch nach dem Vergrößerungsklick braucht man leider eine Lupe. Tipp für alle, die in der Nähe von Karlsruher wohnen: Im Vis-à-Vis in der Amalienstraße gibt es gerade wunderschöne Lupen für nicht allzu teuer Geld.

Buch-Bars: 16 Incredible Library Bars In London

Wer reist, muss auch mal entspannen. Büchermenschen können das besonders artgerecht in den Londoner Library Bars – nachdem ich diesen Link anklickte, wollte ich am liebsten sofort einen Flug nach London buchen. Allerdings wüsste ich gar nicht, mit welcher dieser wunderbaren Bars ich anfangen sollte …Sie sehen alle toll aus!

Buch & Kunst: Smithsonian Libraries Artists’ Books

Die 20 Smithonian Libraries mit ihren verschiedenen Standorten (die meisten in Washington, D.C.) sind an sich schon eine Erwähnung wert. Unbedingt anschauen solltet ihr euch die Fotos der Künstlerbücher. Gleich das erste, eine Art medizinische Wunderkammer, finde ich großartig. Es erinnert mich an die Buchobjekte von Alexander Korzer, die mich auf der letzten Art Karlsruhe sehr beeindruckt haben. Hier könnt ihr euch ein paar davon ansehen.  Eine Einleitung der Smithonians zum Thema gibt es auf Englisch hier.  Und ein interessantes Blog führen sie auch.

Ich hoffe, meine Highlights gefallen euch auch. Falls das Wetter schlechter wird, habt ihr nun jedenfalls ein paar virtuelle Ausflugsziele fürs Wochenende. Viel Spaß!

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Ex Libris, Exlibris

ExLibris_PZur Besitzklarstellung gibt es viele Möglichkeiten: Man kann beispielsweise seinen Namen ins Buch schreiben oder auch einstempeln. Das Exlibris ist für mich jedoch der schönste Besitzklarsteller. Man zeigt mit einem Exlibris, dass einem ein Buch wirklich lieb is. So jedenfalls sehe ich das und ziere seit Jahrzehnten meine Bücher – also die, die ich voraussichtlich behalten werde – mit einem solchen.

Entworfen hat es mir vor vielen Jahren mein Freund Marcus. Wie wir darauf kamen, können wir gar nicht mehr genau rekonstruieren. Wollte ich eins, weil er so gut zeichnen konnte? Oder war er gerade dabei, welche zu entwerfen und ich wollte dann auch eins? Egal, Marcus hat jedenfalls noch weitere Exlibris entworfen, wie ihr sehen könnt.

ExLibris_M_01

Wie macht ihr das, schreibt ihr euren Namen, vielleicht mit Kauf- oder Lesedatum, in eure Bücher? Habt ihr Stempel oder auch Exlibris? Oder macht ihr das gar nicht?

ExLibris_M_02Ich finde es immer schön, wenn ich gebrauchte Bücher kaufe und darin Widmungen, Namen oder eben auch mal ein Exlibris finde. Diese kleinen Andeutungen aus der Vergangenheit geben dem Buch seine eigene Geschichte – zumindest setze ich mir dann kleine Geschichten zusammen. Ob sie stimmen, ist dabei eigentlich gar nicht so wichtig.

Bei Druckschrift findet ihr übrigens eine schöne Besprechung zu einem tollen Buch über Exlibris von Anneliese Schmitt.

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