Binnie versteht mich!

Flohmärkte. Kleine Philosophie der Passionen in diesem reizenden kleinen Büchlein beschreibt die Autorin sehr anschaulich ihre Leidenschaft für Flohmärkte. Vielleicht muss man selbst ein Fan von altem Kram sein, um das besonders zu würdigen. So wie ich. Selbst auf Reisen kann ich es nicht lassen. Wenn es irgendwo einen Flohmarkt gibt, muss ich hin. Und gerade auf Flohmärkten in anderen Städten habe ich schon ganz wunderbare Sachen gefunden: Hübsche Bilderrahmen in St. Rémy, ein Behältnis für Federhalter und Tinte in Athen, eine Jugendstilvase (wahrscheinlich “gefälscht“, da die Signatur nicht mit den anderen von Muller Frères übereinstimmt, aber trotzdem schön) in Metz und vieles mehr. Zum Glück hat sich mein Liebster an meinen Tic gewöhnt und begleitet mich ohne Murren auf meinen Streifzügen. Inzwischen weist er mich sogar selbst auf hübsche Unnötigkeiten hin oder bleibt an den Platten-Ständen hängen.

Flohmarkt-Fundstück aus Athen © Petra Gust-Kazakos

Jedenfalls erkannte ich mich in Binnie Kirshenbaums Beschreibung sehr gut wieder: Der Drang, in alten Häusern auf dem Dachboden nach Schätzen zu stöbern, die Fantasien, die sich an alten Gegenständen entzünden: „Stecken Sie sich mal einen Ehering mit der Aufschrift ‚Emma und Frank 1892‘ an den Finger und sehen Sie, ob sich nicht sofort eine ganze Reihe von Fragen aufdrängen. Wer waren Emma und Frank? Hatten sie Kinder? Sind sie glücklich miteinander geworden? Und warum taucht dieser Ehering hundert Jahre später in einer zerrissenen Schuhschachtel voller kaputter Uhren auf einem Flohmarktstand auf?“ Oder auch einfach ihr Statement „Ich bin weniger eine Sammlerin als eine Ansammlerin“ und ihre Schwäche für alte Handtaschen und Broschen.

So las ich das Buch mit Entzücken, auch wegen ihres ausgezeichneten Stils, und freute mich sehr auf den Flohmarktbesuch, der zwei Tage später anstand, und bei dem ich übrigens u. a. zwei Broschen und ein hübsches Handtäschchen erwarb.

Das perfekte Buch vor einem Flohmarkt-Besuch! Kirshenbaum, Binnie: Flohmärkte. Kleine Philosophie der Passionen

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Lesenswertes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Binnie versteht mich!

  1. perlengazelle schreibt:

    Mit dem Hinweis auf (Jazz)Plattenschätzchen kann ich den Gatten jederzeit zum Flohmarktbesuch locken. 🙂 Spannend sind vergessene Lesezeichen in stockfleckigen, muffig riechenden Büchern. Die Atmosphäre auf den Märkten ist einfach toll … auch wenn ich sehr zurückhaltend bin mit Käufen. Es sammelt sich halt schnell an. Hübsche Handtäschchen? Hmmm … könnte ich auch brauchen. 😉 Oder Omas selbst besticktes und umhäkeltes Nachtgewand? Vielleicht eine Bollhagen-Vase … oder das Arzberg 1382-Service …

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Nun hast du mich aber neugierig gemacht mit den Bollhagen-Vasen und dem Service. Gleich losgegoogelt ; ) Also die Vasen sind ja wunderschön! Vor allem die Schwarzweißen haben es mir angetan … Aber die Preise, puh! Das Service ist auch schön … Ich muss unbedingt mal wieder auf den Flohmarkt ; )

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s