USA-Reiseführer für Cineasten

Wo Hitchcocks Vögel schreien – dieses Buch bestellte ich mir nur wegen des Titels. Ich fürchtete nämlich, es habe schon jemand meine „grandiose“ Idee umgesetzt, ein Reiseführer zu den verschiedenen Drehorten zu schreiben, an denen Hitchcocks Filme spielen. Das müsste doch eine herrliche Recherche werden! Marrakesch (Der Mann, der zu viel wusste), Monte Carlo (Rebecca), Nizza (Über den Dächern von Nizza), zum Mount Rushmore (Der unsichtbare Dritte), nach Kuba (Topas), San Francisco (Vertigo), Brasilien (Berüchtigt)! Die weniger attraktiven Orte würde ich natürlich auslassen. Falls mir jemand also die Reisen sponsern möchte …?

Jedenfalls geht es in Werner Skrentnys Reiseführer nicht nur um Schauplätze aus Hitchcock-Filmen (uff!), sondern um alle möglichen von allen möglichen Regisseuren, in den USA. Alphabetisch nach Staaten geordnet werden die Drehorte aufgeführt mit kurzer Beschreibung, welche Szene dort für welchen Film gedreht wurde.

Witzige Idee. Und lustig auch zum Nachlesen, wenn man einige der Orte kennt. Ich war mal in dem Küstenort Bodega Bay in Kalifornien, wo Hitchcock seine Vögel gedreht hat. Das fand ich sehr erstaunlich, also, dass ein so spannender Film in einem so langweiligen Nest entstand. San Francisco ist – nicht nur unter cineastischen Gesichtspunkten – ein wahres Mekka, denn dort lassen sich jede Menge Drehorte finden: Die Golden Gate Bridge für Vertigo beispielsweise. Oder denkt nur an die ganzen Alcatraz-Filme! Auch Point Reyes, etwas nördlich von San Francisco gelegen, ist nicht nur ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Gruselfilm-Gucker kennen den berühmten Leuchtturm auf dem Zipfel noch als Radiostation von Antonio Bay aus The Fog – Nebel des Grauens. Und dass Nebel wirklich ganz malerisch über Berge schwappen kann, wird im Film tatsächlich nur leicht übertrieben, weil er da außerdem noch leuchtet. Ebenfalls sehr eindrucksvoll, auch in echt, ist die Timberline Lodge im Mount Hood National Forrest in der Nähe von Portland, Oregon. Jack Nicholson-Fans kennen das Hotel aus Shining. Im Winter allerdings, so habe ich mir sagen lassen, ist es dort alles andere als einsam, weil es ein beliebtes Skigebiet ist.

Ich persönlich hätte nichts dagegen, bei zukünftigen Reisen in die Staaten noch mehr Drehorte abzuklappern : )

Skrentny, Werner: Wo Hitchcocks Vögel schreien

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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7 Antworten zu USA-Reiseführer für Cineasten

  1. Jakob schreibt:

    Oh, wo wurden denn nun die Episoden in „Ueber den Daechern von Nizza“ gedreht. Ich tippe ja immer noch auf Cap Ferrat, aber vielleicht steht’s ja im schlauen Buch?

  2. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Leider nicht, es geht ja nur um Schauplätze in den USA.

  3. Jan schreibt:

    Ich war mal „aus Versehen“ an der Stelle, an der im Film Thelma & Louise über die Klippe fahren: http://maps.google.com/?ie=UTF8&ll=36.093395,-114.047098&spn=0.020911,0.026951&t=h&z=15

    Das war, weil unser Hubschrauber ein Problem mit dem Öldruck hatte, siehe Lost in Las Vegas

  4. zeilentiger schreibt:

    Hast du seither eigentlich einen Sponsor gefunden für deine schöne Idee? 😉

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