Es herbstelt mächtig – Lesewetter

Herr: Ist es schon wieder Zeit? Obwohl der Sommer nicht einmal besonders groß war? Der Regen fällt, das Laub desgleichen. Nicht nur auf den Fluren sind die Winde los und pusten kräftig die Blätter vor sich her. Die Menschen hüllen sich in ihre Mäntel, stemmen die Schirme gegen Herbststürme und versuchen an den Ampeln, dem aufspritzenden Pfützenwasser auszuweichen – ade, ihr Sommertage!

Am besten gefällt mir so ein Regentag mit einer Kanne Tee, ein paar Kerzen, Heizung auf 4 und ich mit einer Decke und einem Buch vor der Nase auf dem Sofa. Dann klingt der Wind ums Haus und das Prasseln gegen die Scheiben eigentlich ganz gemütlich. Meist sitze ich beim Lesen und habe gleich mehrere Bücher um mich herum, in denen ich abwechselnd lese oder blättere (deshalb wäre dieser Tisch ideal für mich). Beim Lesen im Liegen aber ist es wieder wie früher, als ich mich in ein einziges Buch vertiefte und nur widerwillig daraus auftauchte. Etwa wenn es hieß, das Essen sei fertig oder ich könne ruhig mal wieder mein Zimmer aufräumen.

Diese Art des Lesens, der völligen Vertieftheit und des Nichtgestörtwerdenwollens hat Marcel Proust perfekt beschrieben in seinem Essay „Tage des Lesens“. Dort heißt es, gleich zu Beginn: „Es gibt vielleicht keine Tage unserer Kindheit, die wir so voll erlebt haben wie jene, die wir glaubten verstreichen zu lassen, ohne sie zu erleben, jene nämlich, die wir mit einem Lieblingsbuch verbracht habe.“ Genau.

Wer sich bei dem Wetter ein bisschen in Prousts Welt vertiefen möchte, dem empfehle ich wärmstens Proust Pharao von Michael Maar.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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