Kaffee und Zeitung

Die neue Zeit ist da, hurra. Da muss ich aber flugs die alte fertig lesen, die während unseres Urlaubs zu Hause ankam. Interessant: „Stendhal war mein Meister“, ein bisher unveröffentlichtes Interview mit Ernst Jünger (an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an Ernst-Jünger-Forscher Tobias Wimbauer), in dem es darum geht, dass seine Tagebücher aus dem Ersten Weltkrieg nicht dazu gedacht waren, veröffentlicht zu werden. Nun wurden sie es aber doch und siehe da, man war „befremdet“.

Je nun, wenn wer meine Tagebücher unbearbeitet veröffentlichen würde, wäre man gewiss ebenfalls befremdet. Schließlich ist ein Tagebuch, so es nicht von Anfang an auf Veröffentlichung hingeschrieben wird, eine höchst private Angelegenheit. Und wenn dann noch historische Dramen dazukommen, man mittendrin ist, Angst hat, sterben zu müssen, von Rohheit, Blut und Tod umgeben – eigentlich nicht allzu verwunderlich, dass das Ganze sich dann ‚roh‘ oder ‚unreflektiert‘ liest. Zum Reflektieren braucht es eine gewisse Distanz, die man in einer solchen Situation vermutlich nicht hat.

Ebenfalls interessant ist der Artikel über den südafrikanischen Künstler William Kentridge, anscheinend (noch) nicht online. Mein Liebster und ich sahen im MoMA zu New York einige seiner Arbeiten – wir waren begeistert! Besonders von seinen Videos. Ein Beispiel: Automatic Writing (http://www.youtube.com/watch?v=OmvK7A84dlk).

Und noch ein nettes Fundstück aus der BNN: Ein Leseratgeber für alle Lebenslagen – Die glückliche Leserin (http://www.amazon.de/Die-gl%C3%BCckliche-Leserin-Romane-Lebenslagen/dp/3426654784/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1288859244&sr=8-1). Ich habe es nicht gelesen, aber die Idee klingt witzig: Lektüreemfpehlungen bei Liebeskummer oder anderen Problemen. Zwar lässt sich damit das eigene Problem möglicherweise nicht lösen, aber vielleicht tröstet es ja, dass man nicht alleine damit ist.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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Eine Antwort zu Kaffee und Zeitung

  1. Shirin schreibt:

    Kentridges Werke werden zur Zeit in der Wiener Albertina ausgestellt, worauf ich mich sehr freue (dass ich seine Werke live betrachten kann)

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