Geschenke, Geschenke!

So schwierig ich es immer finde, anderen Leuten etwas zu schenken, was ihnen wirklich gefällt und nicht nur ein höfliches „das ist ja toll!“ hervorruft, so einfach ist es, sich selbst zu beschenken. Logisch, den eigenen Geschmack kennt man ja am besten. Deshalb habe ich bisher noch kein einziges vernünftiges Weihnachtsgeschenk für jemand anderen gekauft. Aber mein Liebster und ich haben schon ein prima Geschenk für uns selbst gefunden: Die Woody Allen Collection! 19 Filme, die meisten sind genau die, die ich haben wollte! Zum Beispiel: Zelig, Hannah und ihre Schwestern, Radio Days, Verbrechen und andere Kleinigkeiten, Purple Rose of Cairo, Manhattan, natürlich Der Stadtneurotiker und viele weitere.

Fragt sich nur, ob wir nicht doch schon vor Weihnachten den einen oder anderen Film ansehen … Und dann werden wir vermutlich wieder allergrößte Lust bekommen, nach New York zu reisen. So erging es uns zumindest im vergangenen Jahr, nachdem wir uns durch das komplette Oeuvre von Woody Allen (soweit beim DVD-Verleih verfügbar) geschaut hatten. Die anschließende Reise hat unsere Erwartungen dann aufs Schönste erfüllt.

Zwischendurch „schenke“ ich mir natürlich immer wieder Bücher. Man könnte auch sagen, ich „kaufe“ sie mir. Aber manche Bücher sind so wunderbar, dass sie sich wie ein Geschenk „anfühlen“. Zum Beispiel Briefe von einer imaginären Reise von Lea Goldberg. Lese ich gerade, Briefe einer jungen Frau an den Mann, der sie nicht so liebt, wie sie ihn. Aus Berlin, Köln, Brüssel etc.. Doch sie ist in Wirklichkeit gar nicht unterwegs, während sie diese Briefe schreibt, und das ist für mich das Faszinierende daran (außer dem schönen, melancholischen Ton und ihren Beobachtungen der damaligen Verhältnisse): Dass sie das Gefühl, das sie mit diesen Städten verbindet, ja, die Stadt selbst vor dem inneren Auge des Lesers so lebendig erstehen lässt, als wäre sie gerade dort, mittendrin.

Auf der Rückseite des Buchs steht der wunderbare Satz „Ich habe überhaupt ein merkwürdiges Talent, mich an Dinge zu erinnern, die ich nie gesehen habe.“ Und geht es uns nicht ebenfalls so, dass wir uns an Orte, Landschaften, Städte „erinnern“, in denen wir womöglich niemals waren? Dass wir ganz bestimmte Vorstellungen haben, die sich aus Büchern, Zeitungsartikeln, anderer Leute Urlaubsfotos, Dokumentationen etc. speisen? Unsere innere Landkarte ist eine Collage aus persönlichen Eindrücken, die wir bei tatsächlichen Reisen gewonnen haben, und all den vagen Bildern, Texten, Gerüchten, Vorurteilen und Vorstellungen, die wir mit bestimmten Orten verbinden.

Apropos Landkarten: Die hatte ich eigentlich immer für verlässlich gehalten, dann sah ich Peters Weltatlas: Die wahren Proportionen der Erde. Dazu ein Zitat aus der Beschreibung bei Amazon:

„Ein Atlas muss die Aufgabe meistern, Ausschnitte einer Kugel in der zweiten Dimension darzustellen. Peters Weltatlas geht einen ungewohnten Weg. Arno Peters’ Methode, die auf Flächentreue beruht, zeigt alle Länder und Erdteile in dem Größenverhältnis zueinander, das sie auch auf dem Globus haben.“ (http://www.amazon.de/Peters-Weltatlas-wahren-Proportionen-Erde/dp/3833155590/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1291138131&sr=1-1)

Erstaunlich, wie klein Europa aussieht! Ich glaube, das könnte ein weiteres „Geschenk“ sein, das ich mir demnächst mache.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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3 Antworten zu Geschenke, Geschenke!

  1. Kerstin schreibt:

    Hallo Philea, danke für deinen interessanten Artikel. Wenn Du für Männer Weihnachtsgeschenke suchst, kann ich dir die Website http://weihnachtsgeschenkefuermaenner.org/ empfehlen. Einen schönen Abend wünsche ich dir.

  2. haushundhirschblog schreibt:

    Liebe Petra,
    19 Woody-Allen-Filme! Phantastisch! Für diese Anregung, die ich dem Hirschen noch nicht verraten werde, schon jetzt lieben Dank. Lohnt sich wirklich, auch mal den älteren Beiträgen Deines Blogs nachzuspüren …

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