Matthias Kehle zu seinen Lese- und Reisegewohnheiten

Matthias Kehle, geboren 1967, studierte Germanistik und Soziologie in Heidelberg und Karlsruhe. Nach einer langjährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Angestellter am Karlsruher Institut für Soziologie ist er seit 2001 freier Schriftsteller, Journalist, Kritiker und schon von Kind auf wandelndes Berglexikon und beinharter Bergwanderer. Er hat mehrere Bücher mit Erzählungen und Gedichten veröffentlicht (u. a. „Drahtamseln“, Gedichte, Rimbaud-Verlag 2007), ist als Herausgeber in Erscheinung getreten (z. B. „Neues Karlsruher Lesebuch“, Info-Verlag 2010) und als Berater für „Literatur-Events“ (Literaturtage Nordschwarzwald, Poesiefestival Konstanz etc.). Für sein Werk hat er mehrere Auszeichnungen erhalten, u. a. das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg. Matthias Kehle ist seit 2009 Landesvorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS). Im Mai 2011 erscheint „Die Wanderbibel“ (Heyne-Verlag), in dem er sich zusammen mit seinem Co-Autor Mario Ludwig über das Wandern lustig macht. Nicht ohne den dazugehörigen Ernst, versteht sich.

Mehr zu Matthias Kehle: http://www.matthias-kehle.de/

Näheres zur Wanderbibel: http://einfach-wandern.blogspot.com/

1. Was sind deine Lieblingsreiseziele und warum?

Die Alpen, weil ich gerne wandere und auf die Berge steige, und weil die Alpen wohl das vielfältigste Gebirge der Welt sind. Und in den Alpen ist es am schönsten im Berner Oberland und im Engadin.

2. Gibt es ein Sehnsuchtsziel, das du noch irgendwann bereisen willst?

Es gibt den einen oder anderen Berg, der auf meiner Sehnsuchtsliste steht. Zum Beispiel zwei, drei Viertausender oder aber die Braunarlspitze an einem glasklaren Herbsttag. Ich könnte eine lange Liste schreiben, die vom Piz Mundin im Engadin bis zur Mäggisserhore im Berner Oberland reicht, vom Widderstein im Allgäu bis zum Schneeberg bei Wien. Wenn ich mal viel Zeit habe, würde ich gerne von Wien nach Nizza wandern, und zwar auf einer eigenen Route.

3. Wie gründlich bereitest du dich auf eine Reise vor – einfach buchen und los oder mit Reiseführern, Internet etc.?

Wie man als Wanderer, der kleine Ferienwohnungen oder schnuckelige Pensionen liebt und die Verköstigung durch alte Pensionswirtinnen genießt, eben solche heute überhaupt noch findet, verraten Mario Ludwig und ich in der „Wanderbibel“. Ebenso wie viel Masse ein Massenlager verträgt.

Ansonsten habe ich eine ganze Reihe von Karten und Wanderführern dabei. Eigentlich schleppe ich in Zeiten des Internets immer noch meine halbe Alpin-Bibliothek mit. Navigationsgeräte für Wanderer finde ich affig und das Laptop bleibt zu Hause, damit ich nicht auf die Idee komme zu arbeiten.

Mario Ludwig und Matthias Kehle am Gipfel des Üsser Barrhorns (3610m)

4. Gibt es Reiseschriftsteller, die du besonders magst? Wenn ja, warum?

Toni Hiebeler war einer der wenigen ernst zu nehmenden Alpin-Schriftsteller. Seine Bücher lese ich heute noch gerne. Ansonsten lese ich so gut wie keine Reiseliteratur. Hier mal ein Buch von Walter Bonatti, da mal eines von Hermann Buhl – wie ich sie gerade antiquarisch finde, also Klassiker der Alpinliteratur.

5. Liest du auf Reisen, was am liebsten?

Als Hardcore-Wanderer und Softcore-Bergsteiger bin ich am Ende eines Tages so erschlagen, dass ich nur noch mit großem Genuss kalorienreiche Menus und zwei Viertele zu mir nehme und dann selig bis zum nächsten frühen Morgen schlummere.

6. Schreibst du auf Reisen? Eher Privates oder an deinen literarischen Texten?

Nur Tagebuch, schließlich erlebt man beim Wandern höchst komische Dinge. Etwa wenn drei italienische Schulklassen auf einem Dreitausender einfallen oder man an Ostern im Industriegebiet am Rheinhafen von Karlsruhe Stadtwandern statt wandern betreibt. Oder ich notiere mir die Dialoge, die Wanderer am Gipfelkreuz führen. Via Handy mit der Tante in Wanne-Eickel, versteht sich.

7. Was darf in deinem Reisegepäck, von Kleidung, Hygieneartikeln etc. einmal abgesehen, niemals fehlen?

Mein Schweizer Taschenmesser

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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