Geschichten für Bücherwürmchen

Gestern habe ich mit großem Vergnügen Das Haus des Bücherdiebs von Alexander Pechmann gelesen. 26 unterhaltsame Geschichten über Menschen und Bücher. Genauer gesagt, über Menschen, die (wertvolle) Bücher manchmal zu sehr liebten und deshalb zu Dieben oder gar Mördern wurden, die Bücher zerstörten, weil sie sie für schädlich hielten, oder die komplette Bücher memorieren konnten. Es geht um Übersetzer, die einen allzu freien Übersetzungsstil pflegten und etliches hinzu erfanden (wie Sir Richard Burton bei den Geschichten aus 1001 Nacht) oder um Sittenwächter, die z. B. Shakespeare nur in „zensierter“ Variante für familienkompatibel hielten. Um raffinierte Schnorrer, die sich als große zukünftige Schriftsteller zu präsentieren wussten, einer war es wirklich (Peter Altenberg), ein anderer nicht unbedingt („Baron Corvo“), und um ihre Mäzene. Mir hat das Buch richtig gut gefallen!

Ein anderes, sehr lesenswertes Buch von Pechmann ist übrigens Die Bibliothek der verlorenen Bücher. Auch dies ein faszinierendes und interessantes Sammelsurium: Bücher, die nicht mehr erhalten sind (aus Schlamperei, absichtlich oder aufgrund von Katastrophen wie Feuer und Kriege), die es nie gab (sondern nur in Romanen oder im Kopf eines Schriftstellers) oder die nach langer Zeit plötzlich auftauchten bzw. „entdeckt“ wurden. Vorgestellt werden dabei nicht nur die Bücher, sondern auch ihre Autoren resp. Erdenker. Und natürlich die Geschichten darüber, wie die Welt so mancher Werke verlustig gegangen ist. So wurde beispielsweise Hemingways Frühwerk von seiner Gattin am Bahnhof verloren, weil jemand in einem unachtsamen Moment die Tasche mit den Manuskripten geklaut hat.

Beide Bücher eignen sich sowohl als Geschenk für nette Bücherwürmchen als auch zum freudigen Selbstlesen.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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Eine Antwort zu Geschichten für Bücherwürmchen

  1. Georg schreibt:

    Es gibt eine Reihe von Vorworten von Jorge Luis Borges zu Büchern, die nie erschienen sind. Glaube ich. Ansonsten zu Büchern siehe hier: http://giorgione.twoday.net/stories/16562757/

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