Zu Besuch in Wien

An einem langen Wochenende waren mein Liebster und ich jüngst bei Freunden in Wien. Herrlich war’s! Da unsere Freunde seit einem knappen Jahr dort leben, kennen sie sich natürlich schon prima aus und konnten uns gleich die schönsten Seiten ihrer neuen Heimat zeigen. So liefen wir tagsüber kreuz und quer und bestaunten die Schönheiten der Stadt.

Unterwegs im schönen Wien

Unterwegs im schönen Wien

Abends plauderten wir bis tief in die Nacht und anderntags erwartete uns ein gewaltiges Frühstücksbüffet, das locker das Mittagessen mit abdeckte! Rührei mit Speck, Lachs mit Kren (Meerrettich, wie ich lernte), diverse Wurst-, Käse- und Marmeladensorten, Brötchen, Brot – besser kann’s im besten Hotel nicht schmecken. Aber es war ja ohnehin meist gegen Mittag, wenn wir frühstückten.

Schöner Brunnen

Schöner Brunnen - davon gibt es eine Menge in Wien

Auch lernte ich ein neues Getränk zu würdigen: Aperol Spritz oder Gespritzter, Weinschorle mit einem Schuss Aperol und Eiswürfeln. Schmeckt besser und erfrischt mehr als beispielsweise Sekt mit Aperol.

Typischer geht's kaum: Fiaker in Wien

Typischer geht's kaum: Fiaker in Wien

Gleich am ersten Tag spazierten wir schon zu einigen Highlights. Denn die Wohnung unserer Freunde ist nicht nur sehr bequem, sie befindet sich auch in bequemer Lage, so dass man ein „Best of Vienna“ per pedes erreichen kann: Parlament, Hofburg, natur- und kunsthistorische Museen, Justizpalast, Albertina, Stephansdom, Votivkirche usf.

Ich glaube, viel mehr kann man an einem Nachmittag gar nicht sehen.

Und zum Abschluss unseres ersten Spaziergangs fanden wir ein Plätzchen vor dem Café Central. Das gefiel mir sehr, besonders da ich ein Fan von Peter Altenberg bin.

Peter Altenberg im Central

Am Abend ein weiteres Highlight: Eine hervorragende Aufführung von „Der Parasit“ (übersetzt von Schiller, fußend auf einem Lustspiel von Picard, hier ein schöner Bericht dazu) im Burgtheater. Mit Logenplätzen! Ich war hingerissen: Erst der kleine Vorraum mit Sofachen, Garderobe und Schirmständer, dann der dicke Vorhang und die kleine Loge – viel Rot und Samt und Gold – wie im Film! Dass das Stück dann auch noch so hervorragend inszeniert war, war sozusagen das Sahnehäubchen.

Und hinterher ging’s zu einer gemütlichen Cocktailbar, dem „Planter’s“, wo es außer leckeren Getränken auch köstliche hausgemachte Chips gab. Die Getränkekarte hatte übrigens ein Inhaltsverzeichnis – wer hier nichts findet, hat keinen Durst.

Wunderschöne Gassen

Tags darauf erwanderten wir weitere Sehenswürdigkeiten, u. a. auch den Naschmarkt, um für ein opulentes Abendmahl einzukaufen.

Die Uhren gehen zwar nicht anders in Wien, sehen aber sehr interessant aus.

Und unterwegs haben wir natürlich noch ein paar nette Läden und Buchhandlungen aufgesucht. Unter anderem den schönen Shakespeare & Co. zu Wien, wo mir eine sehr freundliche Buchhändlerin gleich einen Buch-Tipp gab.

Glücklich über den Fund ; )

Glücklich über den Fund ; )

Ein in Wien lebender Autor namens Nicholas T. Parsons schrub nämlich eine Geschichte der Reiseführer namens Worth the Detour – das klingt, als wäre es genau nach meinem Geschmack.

Schön ist's im Shakespeare & Co.

Bücher zu kaufen sparte ich mir diesmal allerdings (mein Koffer war so schwer und von diesem Buch gab’s in der Buchhandlung nur noch ein signiertes und der Buchhandlung gewidmetes Exemplar). Aber ich habe mir in Wien (wieder einmal) eine Liste gemacht mit Büchern, die ich mir alsbald anschaffen will. Statt Büchern kaufte ich in einem Antiquitätengeschäft ein schönes Armband, Modeschmuck, als hübsches Souvenir. Und einer Seife mit dem Namen „Wiener Melange“ konnte ich auch nicht widerstehen. In der Tat hilft sie besser als viele andere, um nach dem Zerkleinern von Knoblauchzehen wieder zu duften, nämlich dezent nach Kaffee, das ist okay.

Samstags waren dann ein bisschen Prater und Donauinsel dran. Abends speisten wir lecker in der „Frommen Helene“. Tja, und am Sonntag war es schon wieder an der Zeit, nach Hause zurückzukehren. Aber wir werden sicher wiederkommen, dann vielleicht zu einer Jahreszeit mit schlechterem Wetter, damit wir uns ein paar Museen von innen anschauen, ohne zu bedauern, währenddessen dem schönen Sonnenschein zu entgehen ; ) Noch mal Kaffeehäuser, „Planter’s“, „Fromme Helene“ und ins Burgtheater wäre auch grandios! Außerdem gibt es wohl ein Globenmuseum, den Katalog dazu sah ich mir bei unseren Freunden an – da muss ich auch noch hin. Ich habe ja noch längst nicht alles von dieser prächtigen, hier und dort charmant morbiden Stadt gesehen und freue mich auf viele weitere Entdeckungen.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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4 Antworten zu Zu Besuch in Wien

  1. Georg schreibt:

    Heast, Oide – dass du’s net den Krauthappel vergisst! Leiwand!

  2. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Von außen sah sie ja schon ganz gut aus, drin war ich nicht. Noch nicht ; )

  3. Frau Feuerfalter schreibt:

    Ach, Wien, Wiener, am Wiensten… Danke für Deinen Reisetaschenleben-Beitrag, der mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. In Wien habe ich vor Jahren gelebt und gearbeitet, bin den Spuren von Hofmannsthal und Beer-Hofmann nachgegangen. Schön war´s, die Zeit, die Stadt, die Oper, das Burgtheater (Thomas Bernhard – Stücke sind mir hier unvergesslich!) – und das Café Central! Deine lebendigen Eindrücke machen mir wieder Lust auf einen Wien-Besuch.
    Herzliche Grüße von Karin

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Vielen Dank, liebe Karin! Du hast dort gelebt? Wie schön, dann werde ich dich das nächste Mal noch nach weiteren Tipps für Wien fragen : ) Übrigens kommt Mitte Juni eine Zeitschrift (festgebunden, eher ein Buch) im Corso-Verlag heraus mit dem netten Titel „Wien: Küss die Hand, Moderne“ – klingt nett, vielleicht auch was für dich?
      Liebe Grüße
      Petra

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