Gartenfreuden in luftigen Höhen

Neulich habe ich einen Bildband erwähnt, den ich auf dem Zeit-Blog „Heiter bis glücklich“ gefunden hatte: New York Rooftop Gardens. Dieses Buch ließ mir keine Ruhe, ich wollte es zumindest einmal ansehen. Mein Liebster und ich waren so begeistert beim ersten Blättern, dass ich es geschenkt bekam : ) Hier meine Eindrücke:

Wunderbare, großformatige Fotos von herrlichen Dachgärten mit teilweise wirklich spektakulären Ausblicken dominieren den großformatigen Bildband. Die Fotos zeigen die Dachgärten aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Immer wieder wird auch die Aussicht einbezogen, um die Zusammenwirkung von gärtnerischer Gestaltung und städtischer Architektur zu zeigen.

Manche der Dachgärten sind wirklich riesig, einige erstrecken sich über mehrere Ebenen. Einige wirken trotz eindrucksvoller Größe geradezu kuschlig, englisch, bisweilen ländlich. Wieder andere sehr stylish, aber etwas kühl. Das kann auch daran liegen, dass auf keinem der Fotos Menschen abgebildet sind, weshalb die Dachgärten „unbelebt“ wirken. Ein seltsamer Kontrast zu dem Wissen, wie dicht New York City besiedelt ist, wie lebendig es dort zugeht. Davon sprechen ein wenig die Ausblicke auf die umgebenden Gebäude, auf Wasserspeicher der gegenüberliegenden Dächer usf.

Besonders interessant fand ich die begrünten Wände oder Dachgärten mit Brunnen oder aquatischen Elementen als Teil der grünen Wände. Das Spiel der Horizontalen und Vertikalen, außerhalb und im Dachgarten selbst, ist bestimmt eine großartige Wiese zum Experimentieren. Zuweilen frug ich mich, ob diese Birkenhaine, Hecken, die vielen schweren Pflanzenkübel, die Kieselsteine mit japanischen Trittsteinen, die Brunnen, Pavillons oder Betonsofas wirklich unproblematisch für die Statik sind. Denn ich gehe mal davon aus, dass die Gebäude ursprünglich nicht für derartig prächtige Auswüchse der Gartenkultur konzipiert waren.

Einziger Nachteil des Bildbands: Es gibt wenig bis keine Informationen zur historischen Entwicklung der Dachgartenkultur, zur Bepflanzung, zu Materialien, darüber, inwiefern sich die Besitzer selbst in die Planung eingebracht haben oder ob man gleich das Ganze einem Fachmann überlassen hat, und wenn ja, wem. Dafür sind dem Bildband Texte in fünf Sprachen beigegeben – das vermindert natürlich den Platz für ausführlichere Informationen. Dennoch empfehle ich diesen opulenten Band allen, die Freude an schönen Gartenfotos haben oder Fans von New York sind und neue Einblicke in diese wundervolle Stadt gewinnen möchten.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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