Mode und Bücher

Die Beziehungen zwischen Mode und Buch sind zahlreich. Es gibt etliche lesens- und sehenswerte Bücher bzw. Bildbände zum Thema oder auch Biographien, z. B. über Coco Chanel. Die von Edmonde Charles-Roux las ich bereits, sie gefiel mir sehr gut. Eine  ziemlich neue von Hal Vaughan über Coco Chanels Verbindungen zu den Nazis wartet noch auf mich.

Auch bei Büchern erkennen wir gewisse Moden: Jugendbücher mit Vampiren in der Hauptrolle, Bücher über Orte, die man gesehen haben muss – oder eben nicht, Liebesgeschichten, mal in exotischer, mal in urbaner Umgebung, Bücher über Gebete gen Schoß und Gebiete, die man gar nicht so genau erforschen wollte – wer als Autor einen Bestseller landen will, kann versuchen, derartige Trends zu erkennen und auf ein entsprechendes Lesepublikum hinzuschreiben. Am besten mit irgendwelchen Tabubrüchen, damit man schneller wahrgenommen wird. Bis die Kettenbuchhandlungen überflutet werden, sich die Leserschaft langweilt und eine neue Mode auftaucht.

Was ich allerdings selten sehe (und ein bisschen vermisse), ist eine quasi ganz direkte Verbindung: nämlich das Buch in der Mode. Beispielsweise Muster aus Büchern auf Röcken, Taschen, T-Shirts – wo immer es sich gut machen würde. Vor einiger Zeit fand ich einen Link zu Handtaschen, die aus alten Buchcovern hergestellt werden, zum Beispiel hier. Großartig auch die Idee, Buchcover nachzusticken und dann in Handtaschen zu verwandeln, wie es hier zu sehen ist.

In einer Zeitschrift sah ich einmal einen Seidenschal von Hermès, der mit Buchrücken bedruckt war. Es sah aus, wie ein wohlgefülltes Bücherregal. Leider sehr teuer und bedauerlicherweise finde ich im Web kein Foto dieses Schals. Aber glaubt mit, er war wunderschön! Wenn sich ein Designer dieses Themas noch mal annehmen würde und preisgünstigere Tücher mit Büchermuster anböte – ich bin mir sicher, er würde seine Käuferinnen finden. Mich zum Beispiel ; )

Habt ihr schon irgendwo Kleidungsstücke gesehen, die mit Büchern bedruckt waren oder sonstwie etwas damit zu tun hatten?

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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7 Antworten zu Mode und Bücher

  1. Penelope schreibt:

    Ich besitze seit vielen Jahren eine schwarzweiße Seidenbluse mit französischen Zeitungsprints drauf – die liebe ich! Bücher habe ich bis jetzt nur auf Geschenkpapier gesehen und als braune Lederschinken (ohne Cover oder Titel) und jetzt bei Dir diese zauberhaften Taschen. Der Seidenschal von Hermès würde mich auch sehr interessieren *-*. In der Tat, da hast Du eine Lücke auf dem Modemarkt entdeckt!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Oh, das mit deiner Seidenbluse klingt ja sehr hübsch, liebe Penelope! Solche Stücke sind dann oft auch zeitlos, weil sie so ungewöhnlich sind und sozusagen immer „gehen“. Vielleicht sollten wir mal eine Petition an die Modedesigner richten wegen der Bücherprints ; )

  2. haushundhirschblog schreibt:

    Natürlich gibt es inzwischen diese Massen an T-shirts mit Aufdrucken von Goethes oder Nietzsches Portrait, und darunter mag auch mal ein Zitat derselben stehen. Ähnlich der Shirts, die mit Markenartikeln wie „Brandt-Zwieback“ oder Prilblumen bestückt sind. Vermutlich werden in den nächsten Wochen etliche dieser Shirts mit Loriots Figuren und Kurztexten auf den Markt kommen. Aber wie immer bestimmt auch hier die Nachfrage das Angebot. Bestimmt gibt es längst auch feuchtgebietige Shirts oder Slips 😉 wir hatten nur keine Lust, danach zu googeln.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das macht nichts, man muss vielleicht nicht alles gesehen haben ; )
      Stimmt, Zitate-Shirts gibt’s. Eine zeitlang trugen gewisse Leute auch T-Shirts, auf denen Sachen standen wie „Zicke“ o. ä. Mein Liebster wollte mir immer eins schenken, auf dem „Belesen“ steht. Gab’s natürlich nicht ; )

  3. Petra schreibt:

    Leider habe ich die Links nicht mehr. Bei FB postete ich kürzlich ein Designer-Abendkleid, das komplett aus alten Büchern hergestellt war. Und umgekehrt in Sachen „Cover sticken“: Penguin Books ist auf die Mode angesprungen und hat sich Cover von einer Künstlerin sticken lassen, die dann im Prägedruck nachgebildet werden. Wunderschön. Irgendwo in meinem Blog verschwunden, aber sicher zu googeln. Und wer weiß, wie viele remittierte, verramschte Bücher nach der Schreddermaschine in Windeln und Slipeinlagen landen? 😉 Womit wir irgendwie wieder in gewissen Gebieten wären…

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ooooh, ein Abendkleid aus alten Büchern?? Das klingt ja fabelhaft! Das mit dem Penguin Cover las ich schon mal irgendwo, ich glaube im Zeitblog „Heiter bis glücklich“. Schade, dass man dann nicht so eine gestickte Version kaufen kan, aber das wäre natürlich enorm teuer … Falls du den Abendkleid-Link noch mal finden solltest, liebe Petra – der würde mich auch interessieren : )

  4. Petra schreibt:

    Der ist leider nicht mehr zu rekonstruieren, aber vielleicht findest du hier Inspirationen: http://www.frederikefrei.de/mode.htm

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