ZEITungsfrühstück auf dem Balkon

Brioches, Erdbeermarmelade und die Zeit – ein gemütliches Frühstück auf unserem kleinen Balkon mit Blick auf bunte Blumen, schöne Bäume und die ersten Nachbarn beim Gießen ihrer Beete. Für euch mein wochenendliches Best of aus Zeitmagazin, Reisen und Feuilleton:

Blick in den sommerlichen Hof/Garten hinterm Hause.

In seiner Kolumne lässt sich Harald Martenstein diesmal über allzu lange Abschiede nach schönen Abenden aus. Mein Liebster konnte sich stark mit ihm identifizieren, zumal auch ich zum Rumstehen vor der Wohnungstür beim Abschied neige.

Bei Reisen gab es diesmal etliche lesenswerte Artikel, so gleich der erste „Papa, gehen wir auf die Pirsch“, leider noch nicht online. Darin beschreibt Christof Siemes einen Familienurlaub in Botsuana (Chobe-Nationalpark, Okawangodelta, Kalahari), der offenbar ein großer Erfolg war. Erdmännchen in echt und auf dem eigenen Kopf (mit putzigem Foto), der überwältigende Sternenhimmel in der Wüste, zelten an einem Wasserloch, zu dem den ganzen Tag alle möglichen Tiere kommen, auch Löwen – das klingt sehr aufregend. Für mich allerdings zu aufregend ; )

Dann gibt es ein wunderbares Paris-Special, das allein schon den Kauf der Zeit lohnt. Diesen Teil werde ich aufheben. Leider ist er nicht online, sorry, ihr Lieben, aber vertraut mir: Sofern ihr Paris nicht schon in- und auswendig kennt, aber gern mal wieder hinfahren würdet, hat die Zeit schöne Tipps für euch. Zum Beispiel zu einem ungewöhnlichen Spaziergang auf der Promenade plantée, „kein breiter Boulevard, sondern ein urbaner Wanderweg, angelegt auf der Eisenbahntrasse, die in den östlichen Vorort Vincennes führt“, so Gero von Randow in seinem Artikel „Wir schweifen ab“. Es gibt Empfehlungen  zu Restaurants und Clubs, zu schönen Läden und Hotels. Also, auf zum nächsten Kiosk!

Im Feuilleton beklagt Hanno Rauterberg in seinem kleinen Beitrag „Madonna, hilf!“ die Angewohnheit mancher Museen, uralte, kostbare Gemälde auf Tournee zu schicken und Schäden in Kauf zu nehmen statt ihren Auftrag des Bewahrens ernst zu nehmen.

In „Nichts wird weggeworfen“ versucht Heinrich Wefing sich dem ausufernden Roman Dein Name von Navid Kermani zu nähern. Die Beschreibung des Romans klingt, als sei dieser eher eine Art Experiment, kein Roman im üblichen Sinne, mehr wie ein Tagebuch, in dem auch Triviales festgehalten wird – es klingt alles etwas durcheinander, aber nicht uninteressant. Der Rezensent schien jedenfalls beeindruckt.

Ulrich Greiner gratuliert Fritz J. Raddatz, dem einstigen Feuilletonchef der Zeit, zum Geburtstag (hurra, online). Ob es ihn freut? Ich lese seit einiger Zeit immer mal wieder in Raddatz‘ Tagebüchern von 1982 bis 2001, eine oft melancholisch stimmende Lektüre, in der es immer wieder auch um den Rausschmiss Raddatz‘ bei der Zeit geht. Bei allem Literaturtratsch lernt man während der Lektüre einen gelegentlich schwierigen, hochintelligenten, stylishen, eitlen und doch immer wieder von Selbstzweifeln angenagten Menschen kennen, mit dem ich gern mal ein Glas Champagner auf sein Wohl trinken würde.

Sehr lesenswert ist das Interview mit Ferdinand von Schirach, in dem es u. a. um ein unglaubliches Gesetz geht, das aus vielen Mördern des „Dritten Reichs“ nur noch „Mordgehilfen“ macht, deren Taten damit verjährt waren. Anlass des Interviews ist von Schirachs Roman Der Fall Collini. Ein weiteres sehr interessantes Buch zum Thema, wie die deutsche Justiz mit Opfern und Tätern der Nazi-Zeit umgegangen ist, las ich vor längerem: Mein Jahr als Mörder von Friedrich Christian Delius – sehr empfehlenswert!

So, meine Lieben, das war’s von mir für heute – euch noch einen schönen Sonntag!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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4 Antworten zu ZEITungsfrühstück auf dem Balkon

  1. haushundhirschblog schreibt:

    Danke für Deinen Artikel! Hat wieder einmal viel Lust auf die ZEIT gemacht, die wir diesmal nicht gekauft und nur online durchstreift haben. Schade daher um den Paris-Beitrag. Vielleicht also doch morgen noch mal zum Kiosk, das hier in der Nähe eigentlich nur eine Tanke ist.
    Schönen Tag noch!

  2. Jakob schreibt:

    In diesem Zusammenhang moechte ich von Schirachs Buch „Verbrechen“ wärmstens empfehlen. Schirach schreibt sehr trocken und pointiert; ein hervoragender Erzaehlstil. Die Geschichten aus der Wirklichkeit toppen die meisten Krimieinfaelle.

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