ZEITungsfrühstück: Vom Glück des Alltags

An einem Tag wie diesem zu bloggen, ohne ihn zu erwähnen, geht das? Ich glaube nicht. Aber ich bin sehr dankbar für mein ganz alltägliches Glück, mein ganz normales Leben. Eine Dankbarkeit, die mir an einem Tag wie diesem besonders bewusst ist. Unser Leben ging weiter in den letzten zehn Jahren, es geht heute weiter, es wird morgen weitergehen. Mein kleines „Zeitungsfrühstück“ ist ein Teil davon und vielleicht deswegen doch wert, selbst an einem solchen Tag gebloggt zu werden.

Das Zeitmagazin enthält diesmal etliche interessante Artikel, von den viele online sind: Harald Martenstein befasst sich in seiner Kolumne diesmal mit dem Wählengehen und experimentiert mit dem „Wahl-O-Mat“. In „Apple, die Originalversion“ berichtet Jürgen von Rutenberg von zwei Apples: Einem Konzern, den die Beatles 1968 gründeten und dem möglicherweise etwas bekannteren, 1976 gegründeten Unternehmen Apple Computer von Steve Jobs. Der Vergleich der beiden Äpfel zeigt einige Gemeinsamkeiten. Die „Deutschlandkarte“ veranschaulicht, wie der Platz in Deutschland gerechter verteilt wäre – eine sehr witzige Idee – und in „Das rätselhafte Ich“ spricht Stefan Klein mit dem Philosophen Thomas Metzinger über unsere Konstruktion unseres Ichs.

Bei Reisen ist leider nicht allzu viel aus der aktuellen Zeit online. Etwa der Artikel „Rund gelaufen“ von Rüdiger Dilloo, in dem er über seine Wanderungen auf den Kanalinseln Jersey, Guernsey, Herm, Sark und Alderney berichtet. Am besten gefiel ihm wohl das abgelegene Alderney, über das eine der Bewohnerinnen sagt, hier könne man die Uhr um dreißig Jahre zurückstellen, es gebe keine Kriminalität, keinen Neid und man lasse die Türen offen. Das klingt wirklich sehr idyllisch – und wie aus einer anderen Welt.

Im Feuilleton findet sich ein sehr gutes, bedenkenswertes Interview mit der Schriftstellerin Arundhati Roy. In „Ich ist ein anderer“ beschreibt Nina Pauer anhand zweier Beispiele die Nöte der heute Dreißigjährigen, die sich dem ständigen Druck entweder stellen und das mit Schlafstörungen, Panik etc. bezahlen, oder sich ihm entziehen, was sie auch nicht glücklicher zu machen scheint. Dagegen klingt Generation Golf nach einem nie enden wollenden Kinderspielplatz. Ich bin froh, dass ich nicht mehr dreißig bin, der Vorteil am Älterwerden liegt vor allem darin, dass man mit den Jahren besser priorisieren kann, was einem wirklich wichtig ist. In „Abfahrt in die Hölle“ erzählt Katja Nicodemus von mehreren Filmen, die beim Filmfestival in Venedig vorgestellt wurden. Unbedingt sehen möchte ich „Carnage“ von Roman Polanski, der auf dem Stück Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza beruht.

Und zum Schluss noch ein Tipp, der nichts mit der Zeit zu tun hat: Im Belletri-stick Salon von Penelope und Ariadne ging es vergangenen Freitag unter anderem um eines meiner Lieblingsbücher, Was ich liebte von Siri Hustvedt, mit Fotos, Zitaten und Gedanken zum Buch. Ich freue mich schon auf den nächsten Freitag : )

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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Eine Antwort zu ZEITungsfrühstück: Vom Glück des Alltags

  1. haushundhirschblog schreibt:

    Das Interview von Arundhati Roy hat uns auch sehr beeindruckt. Vor Jahren haben wir auch ihr Buch „Der Gott der kleinen Dinge“ gelesen, und später war es das Buch (bis heute), das wir am häufigsten verschenkt haben. Großartig!

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