Ein Hauch von Frühling in Nizza

Wir sind wieder da, meine Lieben, und ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen Jahreswechsel! Unseren erlebten wir bei Freunden in Nizza – und das war eine richtig gute Idee.

Milde Temperaturen, Regen, alles Grau-in-Grau – der hiesige Winter war bislang nicht nach meinem Geschmack (nämlich so wie der letzte mit ganz viel Schnee). Der Winter in Nizza dagegen hat etwas Frühlingshaftes: Die Sonne strahlt, der Himmel blaut und tagsüber lässt sich in Straßencafés sitzen (okay, mit Mantel, aber immerhin). Wenn die Sonne verschwindet, braucht man den Mantel schon dringender, doch wenigstens kann man auf einen Regenschirm verzichten.

Das Beste war natürlich, unsere Freunde wieder zu sehen! Da wir uns in unserer Lebensführung sehr ähnlich sind und den gleichen Rhythmus haben, verläuft unser Zusammensein immer sehr harmonisch. Interessante Gespräche, Stunden des Lesens, gemeinsame Unternehmungen – einfach schön.

Wir unternahmen beispielsweise einen Ausflug in die Berge hinter Nizza zur Col de la Revère, wo wir einen Spaziergang machten, der wundervolle Ausblicke auf die Küste bot.

Spaziergang mit Ausblick

Spaziergang mit Ausblick

Sah man gegen die Sonne, lag ein mystischer Nebelstreif über den höheren Lagen. Mit der Sonne war der Blick klarer und weiter, nach Menton, Beau Soleil, La Turbie etc. Auch Augustus‘ Trophée/Tropaeum war gut zu erkennen. Ein eindrucksvolles Bauwerk, vor allem gut dazu, den Galliern zu sagen: „Weil ich es kann“.

Sehr interessant war die Ausstellung „ici nice“ von 50 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die eine Art Reiseführer für Nizza mit ihren Arbeiten erstellten. Den Katalog zur Ausstellung, der leider nicht alle Arbeiten enthält, aber die Reiseführer-Idee gut veranschaulicht, habe ich mir als Souvenir gekauft. Auch René Galassi, der Bruder unserer Freundin, war bei der Ausstellung vertreten. Hier findet ihr übrigens einen kleinen Film über René und seine Arbeiten (ein bisschen runterscrollen).

René Galassis Beitrag zu „ici nice“

Putzig war diese Zeichnung, besonders im Zusammenspiel mit dem Titel.

Übersetzt ungefähr: Der Horizont ist eine zerstörte Linie und die Windrichtung hängt ab von der Neigung des Apostrophs.

Geradezu poetisch schien uns eine Installation, bei der ein Sofa von der Decke hing. Über die Wand dahinter und das Sofa lief ein Film mit einem Wasserfall und einer Schlafenden. Es schien, als läge sie auf dem Sofa. Das Wasser rann die ganze Zeit über die Wand und das Sofa. Ab und zu bewegte sich die Schlafende, die ansonsten aussah wie auf das Sofa gemalt.

Die Ausstellung fand in einem ehemaligen Schlachthof statt, der zu einem Kulturzentrum umgewandelt wurde. Darin war es erstaunlich kalt und dort habe ich das einzige Mal in Nizza wirklich gefroren.

Ebenfalls interessant war der Besuch des Museums für moderne Kunst, das MAMAC. Ansonsten bummelten wir durch Nizza, natürlich kaufte ich Bücher, auch köstlichen Tee im Palais des Thés und selbstverständlich durfte ein Flohmarktbummel nicht fehlen. Wir waren sehr gut essen im „In vino“, spazierten entlang der Promenade des Anglais, tranken Martini im Negresco, wurden bestens bekocht von unseren Freunden und besuchten weitere Freunde, unter anderem auch René in seinem Atelier. Ich war sofort fasziniert von seinen neuen Arbeiten, von denen zwei bald unsere Wände zieren werden : )

Hafen von Nizza

Ihr seht, meine Lieben, „Nice is nice“ und einen Besuch wert – nicht nur, um dem deutschen Winter zu entgehen!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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25 Antworten zu Ein Hauch von Frühling in Nizza

  1. wortlandschaften schreibt:

    Gesundes Neues! Da werde ich ein bisschen neidisch, denn die Sonne hat sich, mit Ausnahme der letzten beiden Tage, mir schon lange nicht mehr gezeigt. Normalerweise mag ich den Winter schon, aber dieses Jahr hat er seinen Namen nicht verdient. Vor dem Kaminofen zu sitzen genieße ich trotzdem, denn in wenigen Tagen muss ich auf diesen Luxus wieder verzichten.
    Der Küstenblick ist toll! Das glaube ich Euch, dass sich der kleine Urlaub gelohnt hat.

    Viele Grüße
    wortlandschaften

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke, liebe Wortlandschaften, dir auch! Ein Kaminofen, ach, ja, da lässt sich der Winter gut vor verbringen. So einen hätte ich auch gern! Manchmal mache ich mir ganz viele Kerzen auf einmal an, um den Eindruck von Kaminfeuer zu erwecken ; ) Fantasie hilft.

  2. caterina schreibt:

    Liebe Petra, ich wünsche dir ein wunderbares neues Jahr und hoffe, du bist gut hinübergerutscht. Text und Fotos lassen keinen Zweifel daran, dass du die Feiertage auf ganz besondere Weise genossen hast. Für 2012 wünsche ich dir Schaffenskraft und viele schöne Momente. Alles Liebe, caterina

  3. Penelope schreibt:

    Très bien *~* & Nizza gehört sowieso zu den Orten mit dem magischen Klang!
    Herrlich – „Windrichtung hängt ab von der Neigung des Apostrophs“ – in Berlin macht es heute Turbulenzen mit Ulli

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Da hst du Recht, liebe Penelope! Und ich wollte auch immer mal gern im Winter an die Côte d’Azur, das hat so was „Dekadentes“ ; ) Ich könnte mir auch gut einen kompletten Winter dort vorstellen (dann aber mit Laptop), zumal hier ein Orkan naht. Der wird den Apostroph ganz schön herumwirbeln.

  4. puzzle schreibt:

    Das sieht absolut herrlich aus, was du an erwarteten Nizza-Fotos zeigst, und Einblicke in deinen Kunstgenuß finde ich auch sehr gelungen. Schön, daß das insgesamt auf deinen Urlaub zutrifft!

  5. Jan Exner schreibt:

    Der Nebelstreifen ist meiner Erfahrung nach Smog. Den kann die C6ote d’Azur nämlich ganz super.

    Dafür hat sie gleich hinten dran die Berge, in denen man davon nichts mehr mitbekommt.

  6. erinnye schreibt:

    Ein schöner Bericht über einen offenbar sehr gelungenen Winterurlaub. Die Arbeiten von René Galassi: Sind das Fasern, die aus Leinwänden entspringen oder besteht das ganze Arrangement aus Textil?

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke, liebe Erinnye! Nur die Fasern (Kordeln, Seile?) sind textil, allerdings auch mit Farbe getränkt (oder wie auch immer René sie behandelt hat). Der „Rest“ besteht aus sehr pastosem Farbauftrag, wodurch sich die reliefartigen Strukturen bei der weiteren Behandlung ergeben. Vergrößern lohnt sich hier, dann kannst du das besser erkennen.

  7. haushundhirschblog schreibt:

    Liebe Petra,
    klingt nach einer schönen, inspirierenden und auch entspannenden Zeit. So könnte uns das auch gefallen …
    Wir wünschen Dir und Deinem Liebsten ein wunderbares neues Jahr,
    herzliche Grüße von uns.

  8. maragiese schreibt:

    Tolle Bilder aus deinem Urlaub, ich erblasse hier an meinem Schreibtisch vor Neid …

    Ich freue mich, dass du einen schönen und entspannten Urlaub hattest und hoffe, dass dein Jahr 2012 so weiter gehen wird … 🙂

  9. Frau Feuerfalter schreibt:

    Liebe Petra, Dir und Deinem Liebsten wünsche ich ein zufriedenes, heiteres und inspirierendes neues Jahr! Dein Reisebericht mit künstlerischen AugenBlicken öffnet bei der Lektüre wie immer verlockende Aussichten, Deine Fotos sind hinreißend schön. Ich freue mich auch auf ein neues Blogjahr bei Dir.

    Herzliche Grüße von Karin

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Herzlichen Dank, liebe Karin : ) Dem Reiselektüretäschlein hat es unterwegs auch sehr gefallen, nochmals ein großes Dankeschön dafür. Wie lieb du da an mich gedacht hast, das hat mein Herz erwärmt! Dir ein glückliches und gesundes neues Jahr mit vielen schönen AugenBlicken!

  10. buechermaniac schreibt:

    Bei deinen Bildern und deinem Bericht erinnere ich mich doch gleich nochmals gerne zurück an unseren Urlaub im Luberon und der Haute-Provence im letzten Herbst. Südfrankreich ist immer eine Reise wert und man wird jeder Mal wieder mit etwas Neuem belohnt, wenn man hinfährt.

    Guten Start in den Alltag wünsche ich dir.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Da hast du Recht, liebe Büchermaniac! Aber gern würde ich mir auch noch die Normandie näher anschauen, und noch mal Schlösser kucken entlang der Loire, das war auch schön. Ach, es gibt noch viel zu sehen, nicht nur in Frankreich : )

  11. Ailis schreibt:

    Ich habe mich sofort in das erste Bild verliebt! Ein Plätzchen, an dem man am liebsten sofort ein kleines Häuschen bauen würde… Dieser Ausblick! *träum*

  12. Gerda Kazakou schreibt:

    Auch von mir ein herzliches Dankeschön für den gelungenen Urlaubsbericht! Ein guter Start ins Neue Jahr, das ist fast so gut wie mit dem richtigen Fuß (welcher ist der richtige?) aus dem Bett zu kommen. Möge es entspannt und spannend weitergehen für euch beide. Hier genoss ich ganz ähnlich erhabene Panorama-Blicke, als ich vom verschneiten Taygetos hinabsah in die im Sonnenlicht glänzende Bucht von Oitilos …

  13. Pingback: Schöne Blätter | Philea's Blog

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