Zeitungsfrühstück, Folge 33

Willkommen, meine Lieben, zum ersten Zeitungsfrühstück des neuen Jahres! Hier wieder meine persönliche, kommentierte Auswahl aus Zeitmagazin, Reisen und Feuilleton:

Foto: (c) Gerda Kazakou

Harald Martenstein referiert diesmal – der Himmel weiß, warum – über diverse männliche Berühmtheiten, die seiner Mutter im Laufe der Jahrzehnte besonders gut gefallen haben. Vielleicht ist die Palette (von Horst-Eberhard-Richter und Tom Jones über Richard David Precht und Dieter Moor bis David Garret) besonders typisch für manche Frauen? Jedenfalls zeigt sie ein breitgefächertes Interesse an der männlichen Spezies. Tatsächlich kenne ich ebenfalls diese Frauen, die auf dem Sofa an der Seite ihres Gatten über manche Männer auf dem Bildschirm derart in Verzückung geraten, dass mir der beisitzende Gatte leid tut. Nicht, weil ich andere Männer und Frauen nicht auch gutaussehend oder interessant finden würde. Aber so richtig hin und weg bin ich nur von meinem Liebsten. Und der sitzt praktischerweise direkt neben mir auf dem Sofa.

Ein Großteil des Zeitmagazins widmet sich dem Thema Ordnung, so der Artikel „Alles muss raus“ von Anna von Münchhausen mit Sperrmüllfotos von Britta Ilsenrath oder auch das Gespräch mit Jens Sparschuh. Dazu passt auch ein etwas älterer Artikel von Verena Mayer über den Künstler Ursus Wehrli, der sozusagen Kunst sortiert. Bemerkenswert finde ich den Artikel „Feminismus für Fortgeschrittene“ von Ilka Piepgras über die Autorin Caitlin Moran. Sie schrieb ein Buch mit dem Titel How to be a Woman, das für mich deutlich interessanter klingt, als die feuchten Gebete, über die hierzulande so gern gesprochen wird.

Im Reiseteil schreibt Katja Nicodemus in „Im Jahr der gesengten Sau“ über ihre Erfahrungen als Autofahrerin in China. Seit kurzem nämlich dürfen nun auch Touristen in China Auto fahren. Und müssen sich in ihren Fahrgewohnheiten erst einmal an den „wimmeligen Kollektivraum“ gewöhnen, wie Katja Nicodemus das für uns wohl ungewöhnliche verkehrliche Durcheinander nennt. Lesenswert, aber leider noch nicht online. Stattdessen online sind verschiedene Ideen für letzte Reisen, denn, wie ihr sicher wisst, geht ja am 21.12.2012 die Welt unter. Und alles nur, weil auf dem Maya-Kalender kein Platz mehr war.

Das Feuilleton befasst sich diesmal intensiv mit Friedrich dem Großen, eine der wenigen historischen Gestalten, die mich seltsamerweise (seltsam, weil ich Geschichte eigentlich sehr spannend finde) kaum reizen. Dennoch, für alle Interessierten hier zwei Links: „Der beste Diener“ und „Der erste Diener und seine Untertanen“.

So, meine Lieben, habt noch ein schönes Wochenende – bei diesem Wetter am besten gemütlich zuhause ; )

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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15 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 33

  1. Penelope schreibt:

    Na ja, Verzückung würde ich es nicht nennen, was z.B. Bruno Ganz gerade gestern abend als „Der große Kater“ bei mir auslöste – vielleicht Verzauberung *~*, kann man ja nichts für.
    Übrigens, meintest Du wirklich „Gebete“ ? (Hihi)

  2. erinnye schreibt:

    Vielen Dank Petra für Deine unterhaltsame Presseschau. Beim Lesen des Artikels über Caitlin Moran und ihr Buch „How to be a woman“ habe ich mich ein wenig gewundert: Nicht über Caitlin Moran, deren Buch ich nicht kenne, sondern über die Zeit-Autorin Ilka Piepgras: „Womöglich ist sie auch die erste Feministin, die ein T-Shirt mit einem Pferd drauf trägt und Reiterstiefel.“ Was trägt nach Meinung von Frau Piepgras DIE Feministin?

    Beim Lesen der Sätze „…. leicht zu lesen, unterhaltsam geschrieben und schärft ganz nebenbei das Bewusstsein für Ungerechtigkeiten wie das Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen oder Sexismus am Arbeitsplatz. »Es muss überall klar sein, dass es nicht normal ist, im Büro geile Titte genannt zu werden. Oder weniger Geld zu verdienen, weil man eine Vagina hat. Oder ein Kind bekommen zu müssen, obwohl man es nicht will.«

    Hm ja, also braucht man/frau oder der/die Zeitleser(in) für diese Erkenntnisse Frau Moran oder Frau Piepgras?

  3. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Ja, stimmt, liebe Erinnye, ihre Vita ist interessant, sie hat Glück gehabt. Gut gefallen haben mir Sätze von ihr selbst, z. B. „Hunderttausend Jahre lang haben Männer über alles Mögliche geredet, und die Frauen haben geschwiegen, weil sie Angst hatten“, „Es gibt diesen massiven Rückstau an weiblichen Themen, von denen die Welt nichts weiß. Jedenfalls nichts Aufrichtiges“ oder auch, dass sie in ihrem Buch offenbar keine weisen Ratschläge erteilt und versuchen will, Feminismus (wieder) „attraktiver“ zu machen.

    • erinnye schreibt:

      Die von Dir zitierten Sätze gefallen mir auch. Ich finde es aber ein wenig problematisch, dass man glaubt Feminismus attraktiv zu machen durch Verkürzung auf Charlotte-Roche-Themen. Mir scheint zumindest die Autorin des Artikels von gängigen und männlich geprägten Feministinnen-Klischees beeinflusst zu sein. Im Moment des Lesens habe ich mich darüber geärgert. 😉

  4. buechermaniac schreibt:

    Einige Artikel waren erneut spannend. Als Schweizerin kann ich mich für Urs Wehrlis „Kunst sortiert“ begeistern. Der Typ ist als Kabarettist bei „Ursus und Nadeschkin“ schon herrlich, geschweige denn mit der Idee „Kunst sortiert“. Wie man nur schon auf so etwas Absurdes kommt. Aber zum Gucken einfach köstlich. „Letzte Reise“ ist auch nicht schlecht, wo würdest du hinreisen wollen, wenn es das letzte Mal wäre?

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Puh, keine Ahnung, liebe Büchermaniac. Dazu habe ich vielleicht noch zu wenig gesehen, um das jetzt schon entscheiden zu können. Ich denke, irgendwo ans Meer. Wüsstest du schon einen Platz?

      • buechermaniac schreibt:

        Auch wenn ich das Meer liebe, ich glaube ich würde für die letzte Reise einfach wieder auf „unsere“ Alp hoch wollen. Es ist mir der liebste Platz überhaupt. Und sonst vielleicht irgendwo mitten ins Herz von Sardinien oder noch einmal mitten in die Sahara.

  5. haushundhirschblog schreibt:

    Ist doch schön zu sehen, wie sich die Blüten aus dem Käfig in der Bremer Kleverstraße still und leise daraus befreien. So soll das sein …
    Danke, Petra.

  6. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Danke, liebe haushundhirsche, das mach ich gern : )

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