Zeitungsfrühstück, Folge 37

Meine Lieben, es ist wieder Zeit fürs Zeitungsfrühstück! Viel Spaß beim Stöbern in meinem kommentierten Best of aus Zeitmagazin, Reisen und Feuilleton.

Foto: (c) Gerda Kazakou

In seiner Kolumne im Zeitmagazin lässt sich Harald Martenstein diesmal über die E-Zigarette aus. Lieblingsstelle: „Wie gesagt, ich rauche immer noch. Warum? Weil Nikotin mein Gehirn erregt und weil ich das gern habe. […] Am liebsten möchte man mit erregtem Gehirn uralt werden, wie Helmut Schmidt.“ Dann gibt es noch einen ausführlichen Artikel von Christoph Amend über den Künstler Urs Fischer und einen weiteren von Elisabeth Niejahr über die Freuden des Ehegattensplittings, wobei sich die Autorin darüber eher ärgert, obwohl sie die Vorteile doch gern nutzte. Well. Und dann gibt es natürlich wieder diese Serie über die „großen Fragen der Liebe“ von Wolfgang Schmidbauer, einer Art Doktor Sommer für Zeit-Leserinnen und -Leser. Ins konkret Sexuelle geht es zwar selten, dafür muten die „großen Fragen“ immer reichlich pubertär an. Diesmal beantwortet der Fachmann die essentielle Frage, ob Sarah den Blumenstrauß ihres Verehrers Konstantin behalten darf oder ihn wegwerfen muss, wie ihr Freund Jens verlangt. Na ja.

Im Reiseteil gibt es einen guten und amüsanten Artikel von Burkhard Strassmann über seine Suche nach den Nordlichtern im finnischen Luosto. Leider ist „Jäger im Dunkeln“ noch nicht online. Bedauerlicherweise ebenfalls noch nicht online ist das interessante Gespräch „In weiter Ferne so hoch“ mit dem Fotografen Peter Bialobrzeski über seine Fotografien von Asiens Megacitys. Schade.

Das Feuilleton startet mit einem Artikel von Christine Lemke-Matwey über die Schwierigkeiten der Bayreuther Festspiele. Witzig: Die überlieferten Worte der Stimme Bismarcks, nachzulesen im Artikel „Bismarck am Telefon“ von Benedikt Erenz. In „So richtig schön fett“ begegnet Hanno Rauterberg dem Künstler Claes Oldenburg, „dem Großpapa der Pop-Art“.

Mein persönliches Highlight dieser Ausgabe ist der Artikel „Ihr sollt euer Leben ändern“ von Benjamin Korn – umso bedauerlicher, dass er nicht online ist! Der Theaterregisseur stellt einen hochinteressanten Vergleich zwischen Shakespeare und Molière an, genauer, zwischen Hamlet und dem Menschenfeind, zwischen Tragödie und Komödie, griechischem, englischem und französischem Theater und zum Teil zwischen den sich darin zeigenden Menschenbildern und Weltsichten – allein schon wegen dieses Artikels hat sich die Investition in die Zeit mehr als gelohnt! Der Artikel selbst ist sozusagen in fünf Akte eingeteilt und die Gedanken, die sich Korn über die Themen macht, sind unbedingt lesenswert (sofern man sich für das Thema interessiert).

So, meine Lieben, das war’s vom Zeitungsfrühstück. Ich hoffe, es war etwas für euch dabei. Habt noch einen schönen Sonntag!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 37

  1. belmonte schreibt:

    Hatte die Zeit von dieser Woche aus vermeintlichem Zeitmangel bereits ins Altpapier gegeben. Wieder hervorgeholt. Vielen Dank für den HInweis zum Korn-Artikel.

  2. haushundhirschblog schreibt:

    Wir hätten sie uns kaufen sollen. Die ZEIT: „Jäger im Dunkeln“ würde uns ausgesprochen interessieren!
    Danke, liebe Petra, für den Hinweis!!
    Morgen gehen wir zum Kiosk!

  3. beatesauer schreibt:

    … den Artikel „Bismarck am Telefon“ fand ich auch sehr witzig. Wobei ich die Entdeckung der Tonwalze mit Bismarcks Stimme auch eher unter „skurrill“ als „wichtig“ einordnen würde 😉 . LG Beate

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