Zeitungsfrühstück, Folge 41

Willkommen zum Zeitungsfrühstück, meine Lieben, und viel Spaß mit meinem kommentierten Best of aus Zeitmagazin, Reisen und Feuilleton.

Foto: (c) Gerda Kazakou

Harald Martenstein macht in seiner Kolumne – angeregt durch die bizarre Diskussion um Christian Kracht und seinen neuen Roman Imperium – diesmal ein unmoralisches, aber leider durchaus zeitgemäßes Angebot, „für einen angemessenen Ehrensold jeder beliebigen Person rechtsradikale Tendenzen nachzuweisen“. Christiane Ludena fragt sich in ihrem Beitrag, warum eigentlich so viele Bücher bzw. ihre Cover so gleich aussehen und dann gibt es noch einen schönen, traurigen Artikel von Jana Simon über Joan Didion, die ihre Trauer literarisch verarbeitet.

Vom Reiseteil ist mal wieder so gut wie nichts online, dabei haben wir schon Sonntag! Beispielsweise der Artikel „Ein Schloss für mich allein“ von Bernadette Conrad über einen einsam prächtigen Palast im Engadin, der in etwa die Atmosphäre des Hotels in „Shining“ zu verbreiten scheint. Zumal es nur ein Frau gibt, die sich um die 80 (von 300) Zimmer nebst den paar Gästen kümmert. Das Hotel aus „Shining“, die Timberline Lodge auf dem Mount Hood in Oregon, sah ich übrigens mal in echt und im Sommer. Sehr eindrucksvoll und kein bisschen gruselig, da von einer Menge Touristen bevölkert. Auch nicht online der launige Artikel „Ein Königreich für eine Ampel“ von Tex Rubinowitz über seinen Versuch, im übrigens weitgehend raucherfreien Bhutan eine Ampel aufzustellen. Und, schon fast unverzeihlich, auch nicht der lustige Artikel „Der Ring des Schreckens“ von der wunderbaren Elsemarie Maletzke über die verrückte Idee, eine Besichtigungsbustour der Londoner Stadtautobahn M25 zu veranstalten. Schade.

Vom Feuilleton hat man es immerhin geschafft, Terry Eagletons Kritik zum Film „Die Eiserne Lady“ online zu stellen sowie den witzigen Kommentar von Peter Kümmel zum neuen Claim von Saturn „Soo! Muss Technik“. Ebenfalls online die Ansichten von Anna von Münchhausen, Susanne Gaschke und Evelyn Finger zur Frauenquote in den Medien, Hanno von Rauterbergs Interview mit David Chipperfield, dem Leiter der diesjährigen Architektur-Biennale in Venedig und Stefan Koldehoffs Beitrag zur Versteigerung von Munchs „Schrei“, die auf eine Rekordsumme hoffen lassen könnte.

So, meine Lieben, ich hoffe, es war etwas Interessantes für euch dabei? Habt noch einen schönen Sonntag!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 41

  1. buzzaldrinsblog schreibt:

    Ich freue mich immer über deine tollen Zusammenfassungen!

    Den Artikel über Joan Didion habe ich auch sehr gerne gelesen und mir ihr neues Buch auch gleich am Freitag gekauft – auch wenn es wohl noch etwas dauert, bis ich zum lesen komme. In den letzten Tagen gab es ja einige Artikel über sie, auch in DER SPIEGEL habe ich etwas gelesen.

    Gefallen hat mir auch der Artikel über Mandy Knopp, den ich sehr gut geschrieben fand. (http://www.zeit.de/2012/10/Mandy-Kinderbordell-Sachsensumpf) Ich hatte eher zufällig auf der Arbeit da rein geblättert und konnte mich dann nicht mehr losreißen – sehr lesenswert!

    Toll auch der Artikel über die ewig gleichen Buchcover! 🙂

  2. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Danke, liebe Mara! Ja, diese Buchcover, wirklich erstaunlich, wie wenig einfallsreich sie gestaltet sind. Andererseits interessant zu sehen, zu wie vielen Themen leere Stühle, Frauen von hinten bzw. einsame Häuser zu passen scheinen, zumindest nach Ansicht der Gestalter ; )

  3. ottogang schreibt:

    der Kommentar von Peter Kümmel gefällt mir. Dieser neue Claim zeigt leider die heutige Unfähigkeit der Gesellschaft überhaupt noch ganze Sätze zu bilden, entweder Abkürzungen oder Satzfetzen. Schon schlimm das Ganze.

  4. Philipp Elph schreibt:

    Neben der bildlichen Gestaltung von Covers ist auch die Typographie zu verschiedenen Zeiten interessant. Ich will jetzt nicht so sehr auf die Frakturschriften während des 3. Reiches eingehen als vielmehr auf den Wandel, den es seit 1945 gegeben hat. Ein Beispiel ist in diesem Beitrag zu finden:
    http://philipp1112.wordpress.com/2010/02/16/j-d-salinger-der-fanger-im-roggen/

    Das „Moderne“ Mitte der 60er, jetzt wieder „konservative“ Typen.
    Andererseits die Covers der sog. „Alpenkrimis“ oder regionaler bayrischer Krimis mit einer angedeuteten Schreibschrift – durchgehend von Rita Falk bis Jörg Maurer.
    Ein Beispiel:
    http://philipp1112.wordpress.com/2010/03/07/jorg-maurer-fohnlage/

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