Zeitungsfrühstück, Folge 45

Herzlich willkommen zum Zeitungsfrühstück, meine Lieben & viel Spaß beim Stöbern in meinem Best of aus Zeitmagazin und Feuilleton. Reisen entfällt diesmal, da leider so gut wie nichts Aktuelles online ist.

Foto: (c) Gerda Kazakou

Gemäß der Tradition – und weil wir uns tatsächlich immer noch nach all den Jahren Zeit-Lesens zuerst „den Martenstein“ vorlesen – beginne ich wieder mit seiner Kolumne. Harald Martenstein widmet sie diesmal Leuten, „die sich ständig über andere aufregen“ – und spricht mir damit wieder einmal aus dem Herzen : ) Auch sonst fand ich das Zeitmagazin sehr interessant. Modefans könnten den Artikel „Frau Kunterbunt“ von Marlene Sørensen über die dänische Designerin Stine Goya lesen. Gut gefiel mir das Interview mit Nicolas Berggruen (von dem man sich allerdings keine Enthüllungen versprechen darf, der Mann ist sehr diskret) und das mit der Molekularbiologin Elizabeth Blackburn über Wimperntierchen und Unsterblichkeit. Wimperntierchen finde ich ja schon wegen des Namens putzig, nun sind sie mir richtig sympathisch, diese quasi unkaputtbaren Einzeller, die einen ziemlich libertären „Umgang“ mit Geschlechtlichkeit pflegen.

Das Feuilleton beginnt mit Jens Jessens Artikel zu Grass. Darin erläutert er u. a., warum die Zeit sich gegen den Abdruck des Gedichts, das, wie er richtig sagt, „streng genommen nur ein in Verse gebrachter Kommentar“ ist, entschieden habe. Allerdings frug ich mich, wenn man schon keine Debatte anstoßen wollte, wozu dann dieser Artikel, noch dazu auf der ersten Feuilletonseite? Da hätte man ja auch Grass Grass sein lassen können und lieber den wesentlich interessanteren Essay des Chefredakteurs des New Yorkers, David Remnick, auf die „Titelseite“ des Feuilletons setzen können, den die Zeit leider erst auf Seite 60 bringt und der sich online nicht findet. Erfreulicherweise finden wir das Original vom 12. März im Netze. Außerdem wird sich ja nun doch an der Debatte beteiligt, wenn auch nicht immer erfolgreich. Denn Martin Walser führt uns vor, ebenfalls auf der ersten Feuilletonseite, wie man sich eines Kommentars enthält. Sonst gibt es diesmal einiges zur Kunst, zum Beispiel den Artikel „Die Kunst der guten Freunde“ über den Kurator Klaus Biesenbach und seinen offenbar angenehm höflichen Umgang mit Menschen oder auch den Artikel „Kunst prallt auf Wirklichkeit“ über Berlins Umgang mit Kultur. Amüsant, nicht nur für Unternehmer und Kommunikationsexperten, ist das „Facebook-Dramolett“ mit dem Titel „Liken Sie uns!“ von Kilian Trotier über ein Seminar für Facebook-Marketing.

So, meine Lieben, ich hoffe, ihr habt unter meinen Highlights aus der Zeit ebenfalls etwas Interessantes für euch gefunden? Habt noch einen schönen Sonntag!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Zeitungsfrühstück abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 45

  1. belmonte schreibt:

    Auch ich fand den Feuilleton-Teil der Zeit diesmal etwas unsortiert. Und der gute Walser scheint sich gerade zu verflüchtigen, ist mein Eindruck. Bloß nichts falsches sagen.

  2. Giorgione schreibt:

    Martin Walser soll bei der Literatur bleiben? Urgs. Schlechte Romane gibt’s genug.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s