Leseplätzchen, Folge 22

Zum Welttag des Buches ein besonderes Leckerli: Seit einiger Zeit folge ich auf Twitter einem Menschen mit dem reizenden Namen @arschhaarzopf, was ja zu den interessantesten Assoziationen verleitet. Es gibt ihn auch als Blogger und im richtigen Leben, wo er übrigens Christian Franke heißt. Er liest auch öffentlich unter seinem lautmalerischen Twitternamen aus seinem Oeuvre, zumeist in Berlin; wenn ihn die Reiselust treibt auch andernorts. Beim virtuellen Plaudern erfuhr ich, dass er auch weniger öffentlich viel und gern und vielseitig liest, weswegen ich ihn euch natürlich dringend bei den „Leseplätzchen“ vorstellen wollte. Und heute ist es so weit – aber lassen wir ihn am besten selbst zu Wort kommen:

„Leseplätzchen? Hm. Leseplätzchen. Eigentlich ja eine bezaubernde Idee. Ich habe nur keines. Und ich denke, ich brauche es auch nicht.

Nicht, dass ich nicht gerne lesen würde. Ich lese furchtbar viel. Fach- und Sachkram für die Arbeit. Kluge Dinge, wenn ich klug sein will, frevelhaften Schund, wenn ich den Kopf ausschalten will. Es werden wohl so 250 Bücher und längere Texte pro Jahr zusammenkommen. Und die eine oder andere Zeitschrift. Könnte daran liegen, dass ich meinen letzten Fernseher vor zehn Jahren gegen eine Salamipizza getauscht habe.

Ich mag auch den Geruch von Büchern. Gerade von älteren Werken. Diese zarte Mischung aus altem Papier, Leim und den Dingen, die das Buch im Laufe seines Lebens gesehen hat. Die muffige Umzugskiste, die Jahre im Bücherregal einer Kneipe, die Wohnung einer uralten Katzenlady mit Raumerfrischeraffinität.

Aber es geht ja um Leseplätzchen. Also. Da ich viel lese, lese ich eigentlich überall. Auf dem Sofa (in Katzenbegleitung), in der S-Bahn (in Arschlochbegleitung), im Flugzeug (ohne Tomatensaftbegleitung), auf Lesungen (in Publikumsbegleitung), in Cafés (meinem Sohn vor), in der Sonne (mit Genuss), in Meetings (heimlich, wie unter der Bettdecke).

Mein Lieblingsplätzchen ist also da, wo ich bin. Und ein Buch zur Hand habe. Vorzugsweise eines, bei dem meine Fingerspitzen kribbeln, wenn ich es berühre.“

@arschhaarzopf und @HerrVanBohm beim Lesen im 4010 zu Berlin am 12. Januar 2012.

@arschhaarzopf und @HerrVanBohm beim Lesen im 4010 zu Berlin am 12. Januar 2012.

Herzlichen Dank fürs Mitmachen, lieber Christian!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Leseplätzchen, Folge 22

  1. haushundhirschblog schreibt:

    Der Geruch von Büchern ist tatsächlich etwas ganz Spezielles und Besonderes … manchmal kann es sogar ganz wichtig sein, wie sich das Papier der Seiten anfühlt.

  2. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Wie wäre es mit dem Duft von Büchern als Parfüm? http://www.amica.de/beauty/parfum-special/beauty-news-lagerfeld-kreiert-buecher-parfum_aid_8286.html (kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber die Idee ist witzig).

  3. haushundhirschblog schreibt:

    huch, hier fehlt ein kleines „ich“ …

  4. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Haha, stimmt, das könnte bei mir auch der Fall sein : ) Ich schlaf zwar nicht auf dem Buch ein, aber ich lege es immer direkt neben mein Kopfkissen (unser Bett ist recht breit bzw. wir treffen uns immer in der Mitte und brauchen eigentlich gar nicht so ein breites Bett, da bleibt viel Platz zur Ablage).

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