Ein Jahr keine Bücher kaufen

Vor einiger Zeit empfahl mir die liebe Gabelspitze ein Buch titels Howards End is on the Landing der englischen Autorin Susan Hill, das ich jüngst zu Ende las. Darin stellt die Autorin auf der Suche nach einem bestimmten Buch fest, dass sie in ihrem Haus jede Menge Bücher findet, die sie noch gar nicht gelesen hat. Und so reift in ihr der Entschluss, ein Jahr lang nur die Bücher aus ihrem eigenen Bestand zu lesen. Hier kann man übrigens die Einleitung zu dem Buch online lesen: http://www.guardian.co.uk/books/2009/oct/16/howards-end-is-on-the-landing-susan-hill.

Eigentlich eine gute Idee: Obwohl ich noch nicht so alt bin wie die Autorin (sie wurde 1942 geboren), finden sich auch in meinen Regalen etliche Bücher, die ich endlich mal lesen sollte oder wollte oder einfach gern noch einmal lesen würde. Aber ich glaube, mir fehlt noch die Weisheit des Alters oder dessen Konsequenz zu einem solchen Schritt: ein Jahr lang keine Bücher zu kaufen. Das kann ich mir noch nicht vorstellen. Ich schaffe es ja kaum, einen Monat lang keine zu kaufen!

Susan Hill erzählt von dieser Reise durch ihre Bibliothek und ihre Bücher. Dabei geht es nicht nur um jene, die sie nie las, sondern auch und besonders um ihre Lieblinge, die sie ihren Leserinnen und Lesern ans Herz legt. Sie gibt kurze Zusammenfassungen und schreibt über ihre eigenen Gedanken zu dem jeweiligen Buch oder Autor. Viele kleine interessante und gefühlvolle Buch-Tipps. Ich jedenfalls machte mir öfter eine Notiz, wenn sie besonders lobend ein Buch erwähnte, das ich noch nicht kannte. Manche ihrer Favoriten sagten mir zu, manche nicht. Auf jeden Fall einig mit ihr bin ich, was Jane Austen angeht und meinem besonderen Liebling, W. G. Sebald.

Sie schreibt über Bücher, die allein wegen ihres klingenden Titels absolut lesenswert scheinen und erstellt am Ende gar eine Liste der „Final Forty“, worin sich allerdings nur vier Bücher befinden, die auch ich auf eine solche Liste setzen würde (allerdings könnte ich mich nicht auf 40 beschränken): Shakespeares Macbeth, Forsters A Passage to India, Barnes‘ Flaubert’s Parrot und Emily Brontës Wuthering Heights.

Eine lesenswerte Lesereise für alle, die Bücher über Bücher mögen.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Ein Jahr keine Bücher kaufen

  1. IngridW schreibt:

    Ja, es stimmt schon: im Laufe der Zeit sammeln sich etliche Bücher an, die man gern lesen wollte, die aber dann durch andere, noch „dringlichere“ Bücher verdrängt wurden. Da würde ich in meinen Bücherregalen auch fündig. Doch ein Jahr keine neuen Bücher zu kaufen – das würde ich nicht schaffen. Zumal „Howards End is on the Landing“ ein sehr interessanter, verlockender Büchertipp ist …

  2. buzzaldrinsblog schreibt:

    Auch wenn ich ein ganzes Stückchen jünger bin, als die Autorin, haben sich bei mir auch schon eine Reihe an Büchern angesammelt. Bücher, bei denen ich schrecklicherweise manchmal gar nicht mehr genau weiß, warum ich sie mir eigentlich gekauft habe und die bei mir Regal verstauben. Oder auch Bücher, die ich so lange gerne mal lesen würde, doch dann kommen immer wieder andere dazwischen. Geschwitzt habe ich während meines Umzugs vor einiger Zeit und meine endlos vielen Bücher lautstark beschimpft. Diese Erinnerung ist jedoch mittlerweile verblasst und es werden wieder fleißig neue Bücher angeschafft … 😉

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Wir sind noch zu jung, um uns ein Jahr lang zu beschränken ; ) Aber prinzipiell finde ich die Idee nicht schlecht, vielleicht später mal, in 20 Jahren oder so … Bis dahin habe ich vermutlich genug ungelesene Stapel angehäuft ; )

  3. B.ee schreibt:

    Liebe Petra,
    das ist ja interessant. Diese Buch habe ich gerade vor einigen Tagen zu Ende gelesen und mein nächster Blogbeitrag geht darum (den ich noch zu Ende schreiben muss). Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht und obwohl ich grad erst Geburtstag hatte (das Buch war ein Geschenk) und ich als Jahrgang 1978 dann doch deutlich jünger bin, als Susan Hill, will ich es wagen und habe mir ein Buchkaufverbot auferlegt, dass ab Juni gilt. Ich bin gespannt und werde im Blog berichten.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe B.ee, das ist ja ein feiner Zufall! Willst du auch ein ganzes Jahr lang durchhalten? Ich habe eine kleine Buchkauf-Diät Anfang des Jahres für über 4 Monate gemacht. Das geht schon, weil man ja wirklich noch so viele andere feine Bücher hat, ungelesene und gelesene. Ich bin jedenfalls seeehr gespannt, was du in deinem Blog dazu berichten wirst : )

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