Sehenswerte „Verwandlungen“

Bei einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt und vor allem durch den Schlosspark legten wir einen kleinen Zwischenstopp im Museum beim Markt ein, um uns die Ausstellung „Aoki – Higuchi – Suzuki: Verwandlungen. Künstler zwischen Japan und Deutschland“ anzusehen. Ich hatte bereits darüber gelesen und wusste, dass uns Ungewöhnliches erwarten würde: bemalte Nachtfalter, papiergeschöpfte Kleidungsstücke und abstrakte Keramiken.

Die Falter, man sieht sie gleich als erste bei der Ausstellung, faszinierten mich sehr. Auf ihren zarten Flügeln hatte der Künstler Akihiro Higuchi neue Muster oder detaillierte Miniaturen aufgebracht. Dadurch wirken die eigentlich grauen oder beigefarbenen Falter wie besonders prächtige Schmetterlinge. Schöne Interventionen, die mir allerdings ein schlechtes Gewissen machten, weil sie mir so gut gefielen und doch zugleich den Tod der Falter bedeuteten.

Sehr ästhetisch waren auch die Keramiken von Aisaku Suzuki. Auf der Seite von Aisaku Suzuki findet ihr dazu einige Beispiele.

Und dann die wunderschönen Papierobjekte der Künstlerin Mutsumi Aoki: Verschiedene Kleidungsstücke, viele aus „alten Zeiten“, die entweder durch sich selbst wirken oder aus denen Pflanzen zu wachsen scheinen. Obwohl die Kleidungsstücke „leer“ sind, habe ich mir vorgestellt, wie die Frauen ausgesehen haben, denen sie einmal gehörten. Die Trägerinnen sind nicht (mehr) da, doch die Stoffe wirken belebt, nicht wie bloße Relikte vergangener Tage. Ich frage mich, ob sich auch die Künstlerin Frauen für diese Kleidungsstücke vorgestellt haben mag. Ein Beispiel dazu findet ihr beispielsweise hier.

Sehr stimmungsvoll und geradezu beruhigend wirkt die Installation „Desert Island“. Man möchte sich zwischen die Origami-Seerosen knien und einfach nur eine Weile still halten.

Die Ausstellung läuft noch bis 24. Juni 2012 – falls ihr in der Nähe seid, es lohnt sich!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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11 Antworten zu Sehenswerte „Verwandlungen“

  1. Lakritze schreibt:

    Die Kleidungsstücke haben etwas von Schmetterlingslarvenhüllen …

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Schöne Assoziation, liebe Lakritze, passt zu den bemalten Faltern : ) „In echt“ sehen die natürlich ganz wundervoll aus, aber ich wollte zumindest einen Eindruck durch die Fotos geben. Wie gesagt, die Fotos in der Bildergalerie sind besser. Noch besser natürlich, sich die Sachen eben „in echt“ anzuschauen.

  2. Das sind ja wundervoll zarte Papierobjekte! Mein Herz für Papierkunst hüpft in die Höhe… Wie schade nur, dass ich die Ausstellung besuchen kann. Den Link habe ich mir vermerkt. Weißt Du. vielleicht, ob ein Ausstellungskatalog erschienen ist?

    • Entschuldigung für meinen Tippfehler: Die Ausstellung kann ich NICHT besuchen, seufz…

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Hab ich schon verstanden, liebe Karin : ) Ich musste bei der Ausstellung auch an dich denken und an Ingrid, die ein schönes Blog namens DruckSchrift führt, falls du mal schauen magst: http://druckschrift.wordpress.com/. Und natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe mir Origami-Papier gekauft (auch wenn es mit meinen diesbezüglichen Fähigkeiten nicht zum Besten bestellt ist, ich kann eigentlich nur Schachteln und Seerosen, aber was nicht ist, kann ja noch …). Einen Katalog zu allen drei Künstlern der Ausstellung gab es nicht, aber zum Beispiel einen zu der Künstlerin Mutsumi Aoki. Vielleicht kann man den ja online bestellen?

  3. Danke Dir, liebe Petra, dem Link zum Blog werde ich sehr gern einen Klickbesuch abstatten und im Netz gleich einmal auf Suche gehen…

  4. IngridW schreibt:

    Schade, dass es von Solingen bis Karlsruhe soo weit ist. Das wäre auch eine Ausstellung für mich. Danke, Petra, für den Link zu meinem Blog.

  5. haushundhirschblog schreibt:

    Vielen Dank, liebe Petra, für diesen Arikel! Man kann sich tatsächlich sofort vorstellen, „sich zwischen die Origami-Seerosen“ zu setzen und einfach da zu sein! Schön!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Gern, ihr Lieben : ) Vielleicht sollte man sich selbts einfach ein paar Seerosen falten und im Wohnzimmer verteilen. Und sich dann dazwischen setzen. Zum Abschalten, Runterkommen, Dasein.

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