Sammelstückchen, Folge 6

In der aktuellen Folge stellt uns Ingrid, die das schöne Blog DruckSchrift rund um die Themen “Buch – Papier – Schreiben – Lesen” führt, ihre Sammelstückchen vor: Reklamemarken. Ich bin vor einiger Zeit erfreulicherweise auf ihrem Blog und gleich bei einem Beitrag gelandet, der sich mit diesen Marken befasst. Und war sofort fasziniert! Ich wusste nicht einmal, dass es so etwas wie Reklamemarken gibt – und dann noch so wundervolle Exemplare! Deshalb freue ich mich sehr, dass Ingrid uns nun einige Stücke aus ihrer Sammlung hier präsentiert:

„Es fing an mit einer Trading Card. Als Concertina-Fan und gelegentliche Spielerin dieses netten kleinen sechseckigen Instruments hatte ich mir eine solche ‚Kaufmanns-Karte‘ ersteigert.“

„Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich kaum etwas über Reklamesammelbilder. Schnell entdeckte ich bei meinen Nachforschungen, was es alles gibt: Kaufmannsbilder, Automatenbilder, Glanzbilder, Reklame-Bastelbögen und noch viel mehr. Nicht zu vergessen die Reklamemarken, die es mir seither besonders angetan haben.“

„Reklamemarken erinnern nicht zufällig an Briefmarken, wenngleich sie meist größer sind als diese. Anders als die meisten anderen Reklamebilder, die reine Sammelobjekte waren und sind, hatte die Reklamemarke eine echte Aufgabe zu erfüllen: Sie diente als Verschlussmarke für Briefe und wurde auf die Rückseite der Kuverts geklebt, um das Briefgeheimnis zu wahren. Die erste Verschlussmarke erschien Mitte des 19. Jahrhunderts.“

„Ihre Blütezeit als Werbemittel erlebten die Reklamemarken etwa in der Zeit von 1900 bis 1914. Sie wurden seitens der Wirtschaft für die Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen aller Art eingesetzt. Außerdem diente sie der Ankündigung von Anlässen wie Ausstellungen, Messen und Veranstaltungen. Es gibt wohl nichts, was es nicht auf Reklamemarke gibt.“

„Warum mich das Sammeln von Reklamemarken reizt? Sie sind ein Spiegelbild ihrer Zeit, dokumentieren ein Stück Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Und oft sind sie auch selbst kleine Kunstwerke auf Papier.“

„Wer anfängt zu sammeln, sollte sich angesichts der Vielfalt der Motive spezialisieren. In meiner Sammlung geht es meist um Musik und um die Thematik, die ich auch in meinem Blog ‚bearbeite‘: Bücher, Papier, Schreiben, Lesen.“

„Dass Petra auf mein Sammelgebiet aufmerksam geworden ist und ich einige Sammelstückchen hier vorstellen kann (vielen Dank, Petra!) verdanke ich wohl dieser Reklamemarke, die für eine Ex-Libris-Ausstellung wirbt und die ich neulich in meinem Blog vorgestellt habe.“

Sind das nicht großartige Sammelstückchen? Weil’s so schön ist, noch eine:

Ich hätte Lust, selbst das Sammeln anzufangen … Jedenfalls danke ich Ingrid ganz herzlich für ihren Beitrag und die vielen Fotos!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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14 Antworten zu Sammelstückchen, Folge 6

  1. puzzle schreibt:

    Interessant – diese hübschen Marken waren mir als ganzes Genre weitgehend unbekannt.

  2. haushundhirschblog schreibt:

    Einfach phantastisch! Wir stellen uns vor, dass es ungeheueren Spaß machen muss, solch feine Exemplare zu sammeln! Die hier abgebildeten sind wunderschön und wecken auch Erinnerungen …
    Danke Euch beiden, Ingrid und Petra!

  3. Feine, wunderschöne Bildchen – ein Genre, das mir bisher auch nicht bekannt war. Danke Euch beiden für die anschauliche Präsentation! Ich freue mich darauf, in Zukunft weitere so schöne Exemplare anschauen zu dürfen. Meine Frage: Wie werden die Märkchen gesammelt, geschützt, ausgestellt, in Einsteckalben vielleicht?

  4. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Hallo, ihr Lieben, freut mich sehr, dass euch Ingrids Sammelstückchen auch so gut gefallen : )
    Was das Sammeln angeht, liebe Karin, diese Frage hatte ich auch mal gestellt: Ingrid steckt die Reklamemarken in Briefmarkenalben. Platzsparend und schonend : )

  5. Mila schreibt:

    Wie spannend. Was man alles sammeln kann.
    Ich kenne nur die Margarine-Märchenthemen-Bildchen, die meine Mutter als Kind hatte. Leider sind sie nicht erhalten geblieben, sonst würde ich die wahrscheinlich sammeln…

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ja, toll, nicht wahr? Ich bin auch ganz glücklich, dass ich Ingrid und ihre bezaubernde Sammelleidenschaft entdeckt habe. Die Margarine-Bildchen kenne ich auch nicht, was es alles gibt …

  6. Lakritze schreibt:

    Ist das klasse! Allmählich bin ich froh, daß ich von so vielen Sammelgebieten erst hier erfahre (und damit spät genug, mich nicht selbst darauf spezialisieren zu wollen) …

  7. buechermaniac schreibt:

    Sind ja ganz tolle Bilder. Ich habe früher Briefmarken gesammelt, dass es Reklamemarken gab, wusste ich nicht. Schade werden diese heute nicht mehr verwendet. Oder etwa doch?

    Absolut spannend, habt vielen Dank.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Mir war’s ein Vergnügen : ) Ich glaube, die Reklamemarken werden nicht mehr hergestellt, aber das weiß Ingrid sicher besser. Und die hübschen alten verwenden – jaaa, über so einen Brief würde ich mich sehr freuen! Aber das machen Sammler vermutlich nicht …

  8. IngridW schreibt:

    Ich freue mich sehr (und bin zugleich ein wenig erstaunt), dass meine Reklamemarken-Sammelei so viel Interesse findet. Petras liebevolle Präsentation hat sicher ihren Teil dazu beigetragen.

    Eure Fragen will ich gern beantworten. Ich nutze zur Aufbewahrung meiner Reklamemarken – Petra hat es schon erwähnt – ein Briefmarkenalbum. Da die Marken sehr unterschiedlich groß sind, stehen sie darin nicht in Reih‘ und Glied, sondern es entsteht ein hübsches (wie ich finde) Durcheinander. Es gibt auch durch eine Klarsichtfolie geschützte Einsteckkarten im Postkartenformat. Diese ermöglichen es, die Sammlung in einem Karteikasten unterzubringen.

    Die „große Zeit“ der Reklamemarken ist sicher längst vorbei. Gelegentlich sieht man sie aber auch heute noch. Ich meine mich zu erinnern, so was schon mal bei Tierschutz- und Umweltorganisationen gesehen zu haben, dann aber nicht als Verschlussmarke eingesetzt, sondern werbewirksam auf der Vorderseite des Briefumschlags aufgeklebt.
    Nicht zu vergessen: einer der Händler, bei dem ich schon mal Reklamemarken kaufe, verschließt seine Postsendungen mit einer eigenen Marke.

    Vielleicht entsteht momentan aber ein neues Sammelgebiet. Die Post bietet ja inzwischen die Möglichkeit an, eigene, auch selbstgestaltete, Briefmarken auszudrucken und regulär zu verwenden. Da eröffnen sich für Firmen, Organisationen etc. neue Werbemöglichkeiten.

  9. Pingback: Reklamemarken: Meine “Sammelstückchen” machen Karriere | DruckSchrift

  10. Ist ja schön, dass sich hier eine kleine Interessentengemeinde rund um die Reklamemarke gefunden hat. Ich sammle seit ca. 25 Jahren diese kleinen gezackten Raritäten und ich muss sagen, ich bin ihnen verfallen. Ein kleiner winziger Teil meiner Dubletten-Sammlung findet sich übrigens auf http://www.reklamemarken.net. Einfach mal reinsehen…

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