Leichte Lektüre: Eine Liebesgeschichte in Paris

Gerade las ich den romantischen Liebesroman Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau zu Ende. Binnen weniger Stunden fertig gelesen: Das klappt natürlich nur, wenn die Lektüre amüsant und leicht verdaulich ist.

Mir war nach einem netten Liebesroman und genau das ist Das Lächeln der Frauen, mit allen dazu gehörenden Vor- und Nachteilen. Zu den Nachteilen zählen die doch ziemlich vorhersehbare Handlung, allerlei Klischees und wenig Tiefgang. Wenn man aber zwischendurch genau so etwas will, ist das wiederum von Vorteil. Als würde man sich im Kino zur Entspannung eine französische Liebeskomödie ansehen. Und beim Lesen dachte ich recht oft, dass sich die Geschichte prima auf der Leinwand machen würde.

Die Story wird aus zwei Perspektiven erzählt. Da ist zunächst die frisch verlassene Aurélie, Besitzerin eines kleinen Restaurants mit dem poetischen Namen „Temps des Cerises“. Sie spaziert traurig und natürlich ziellos durch Paris und strandet, auf der Flucht vor einem Polizisten, der ihr dringend das Leben retten wollte, in einer Buchhandlung. Sie kauft ein Buch und selbiges wird natürlich ihr Leben verändern. Denn in dem Liebesroman kommt nicht nur ihr Restaurant vor, sie meint zudem, sich selbst in der weiblichen Hauptfigur zu erkennen. Nun ist es ihr ein dringendes Bedürfnis, den Autor, einen gewissen Robert Miller, zu treffen. Die zweite Perspektive ist die des Cheflektors André, der seine liebe Müh‘ hat, den vorgeblich zurückhaltenden englischen Autor des besagten Liebesromans vor der Begeisterung Aurélies zu bewahren. Aus Gründen, denn den Autor Robert Miller gibt es gar nicht, André selbst hat den Roman geschrieben – was natürlich niemand erfahren darf! So. Das war nur ein kleiner Spoiler, denn darauf, dass André der Autor ist, kommt man eigentlich sofort. Jedenfalls gibt es nun natürlich allerley Irrungen und Wirrungen, bevor sich ein glückliches Paar findet. Entzückend!

Der Roman ist süß wie eine Schachtel Pralinen. Aber man muss nach dem Genuss kein schlechtes Gewissen haben, wenn es Spaß gemacht hat, ihn in einem Rutsch zu lesen. Nicolas Barreau hat den Bogen raus, wie man lesefreudige, entspannungsuchende, frankophile Frauen leicht und locker unterhält: Viel Pariser Lokalkolorit, das Ganze in der Buchbranche angesiedelt mit kauzigen Verlegern, herzensguten Assistentinnen, verliebten Lektoren, raffinierten Agenten, kuschligen Buchhandlungen und jeder Menge Romantik. Sicher kein kommender Klassiker, aber wunderbar leichte Urlaubslektüre, die natürlich unheimlich Lust darauf macht, mal wieder ein langes Wochenende in Paris zu verbringen und das Klischee zu leben. Ich würde sagen: Als netter Frauenroman für die romantische Stimmung zwischendurch empfehlenswerter als eine Schachtel Pralinen. Schon wegen des fehlenden schlechten Gewissens.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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14 Antworten zu Leichte Lektüre: Eine Liebesgeschichte in Paris

  1. puzzle schreibt:

    Das muß auch sein, unbedingt! Am besten im Hintergrund eine CD mit Maxime Le Forestier und / oder Vanessa Paradis …

  2. buechermaniac schreibt:

    Kennst du „Die Frau meines Lebens“ von Barreau? Der ist ebenfalls in der Buchbranche angesiedelt und war sehr amüsant zu lesen. Wie du in deiner Rezension sagst, wunderbar leichte Urlaubslektüre.

  3. Rabin schreibt:

    Ich habe mir das Buch jetzt auch mal ‚angetan‘ – zumindest etwa 3/4 davon – und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich in Zukunft doch wieder bei Lektüre abseits des Mainstream bleiben werde.

  4. atalante schreibt:

    Sehr interessant, daß ausgerechnet in diesem Roman mit dem Motiv der verdeckten Autorschaft gespielt wird. Ich habe allerdings noch kein Buch dieses französischen Autors gelesen oder besser dieser deutschen Autorin, die nur so tut als ob, oder besser, deren Verlag so tut als ob, damit die Geschichte sich besser verkauft.
    Hast Du nähere Informationen zu diesem Gerücht, das vor einiger Zeit durch die Medien waberte?

  5. Lakritze schreibt:

    Oh, gut zu lesen. Ich nehme gleich die Schachtel Pralinen. .)
    Die pseudonyme Schöpfungsschachtelung hingegen, die gefällt mir ausgezeichnet! Danke für den Schubs!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Gern, liebe Lakritze. Wie schon bei Atalante gesagt: Gerade unter dem Aspekt der pseudonymen Schöpfungsschachtelung (herrliche Umschreibung, übrigens) vielleicht besonders interessant : )

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