Bücherkoffer Nr. 6: Reiseliteratur, 5

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Heute geht es weiter mit dem Bücherkoffer bzw. Bücherrucksack von Valentino. Valentino führt gemeinsam mit Belmonte das sehr interessante Blog Vnicornis, das ich euch neulich schon empfahl, als wir einen Blick in Belmontes Bücherseesack werfen durften. Deswegen freue ich mich besonders, dass auch Valentino bei dieser Serie mitmacht. Der Rucksack hat Valentino übrigens zuletzt vor acht Jahren nach Mittelamerika begleitet, wohin er mehrere Reisen unternommen hat.

Valentinos Bücherrucksack, Foto: © Valentino

„In Wilhelm von Rubruks Reisen zum Großkahn der Mongolen ließ der Franziskaner sich auf seinem Weg von Konstantinopel bis Karakorum in den Jahren von 1253 bis 1255 von seinen Berichterstattern keinen Bären aufbinden: ‚Man wollte mir auch als wahr berichten, daß jenseits von Cathai eine Provinz liege; wenn sie ein Mensch, gleich in welchem Alter, betrete, so behalte er dieses Alter bei. Aber ich kann diese Dinge nicht glauben‘. In Candide setzt Voltaire seinen gleichnamigen Held, der nahezu unerschütterlich an das Gute in der Welt glaubt, Naturkatastrophen und Bosheiten des Menschen aus, was eine beißende und hoch aktuelle Satire ergibt.

‚Ich hatte drei Kalksteine auf meinem Pult liegen, fand aber zu meinem Entsetzen, daß sie tägliches Abstauben benötigten, während mein geistiger Hausrat noch unabgestaubt dastand, und voll Abscheu warf ich sie zum Fenster hinaus. Wie sollte ich mich nun mit einem möblierten Haus abfinden? Lieber will ich unter freiem Himmel sitzen, denn auf dem Gras sammelt sich kein Staub, außer dort, wo der Mensch durch Graben die Erde aufgewühlt hat‘, schreibt Henry David Thoreau in Walden. Am Waldensee in den Wäldern von Concord, Massachusetts, hatte sich der Philosoph 1845 eine Blockhütte gezimmert, und zwei Jahre dort gelebt. Seine Betrachtungen hielt er in einem einzig- und großartigen Tagebuch fest.

Joseph Conrads Herz der Finsternis findet in meinem Bücherrucksack Platz. Von der Seefahrerei und ihrer harten Wirklichkeit handelt auch B. Travens Totenschiff, welches ich sehr lesenswert finde. Zu Paul Theroux‘ Moskito-Küste empfehle ich die gleichnamige Verfilmung von Peter Weir aus dem Jahre 1986 mit dem leider viel zu früh verstorbenen River Pheonix in der Rolle des Erzählers. Franz Xaver Kroetz‘ Nicaragua Tagebuch nehme ich mit und die Traurigen Tropen von Claude Lévi-Strauss, eine Mischung aus Ethnographie und Reisebericht des bekannten Ethnologen über seine Reise nach Amazonien in den 30er Jahren. Natürlich darf mein Skizzenbuch nicht fehlen.“

Vielen Dank, lieber Valentino, für diesen tollen Blick in deinen Bücherrucksack! Schön, dass du auf deine Reisen immer auch ein Skizzenbuch mitnimmst – denn da haben wir Leserinnen und Leser von Vnicornis auch immer mal wieder etwas von : )

Dieser Koffer wartet auf die nächste Bücherladung. Foto: © Petra Gust-Kazakos

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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