Zeitungsfrühstück, Folge 51

Herzlich willkommen zum Zeitungsfrühstück, meine Lieben! Auch heute serviere ich euch wieder meine Highlights aus dem Zeitmagazin, dem Reiseteil und dem Feuilleton der Zeit und hoffe, dass ein paar interessante Häppchen für euch dabei sind.

Foto: (c) Gerda Kazakou

Harald Martenstein macht sich diesmal Gedanken über einen Sammler, der seine Münzsammlung veräußern musste, um Hartz IV teilhaftig zu werden. Außerdem gibt es im Zeitmagazin diesmal zwei Beiträge zum Thema Frauen in Saudi-Arabien, vor allem in Dschidda: eine Fotoreihe sowie ein Interview mit der Fotografin Olivia Arthur. Unter dem Schleier die Freiheit? Sehr zu bezweifeln!

Im Reiseteil ist natürlich wieder nichts Aktuelles online. Sehr gut der Artikel „Willkommen im Paradiso“ von Christian Schüle über den Rückgang des Tourismus auf der Kykladeninsel Naxos. Dazu ein paar Zahlen, die das Ausmaß zeigen: Die Buchungen bei vielen deutschen Reiseveranstaltern gingen um 50% zurück, das brachte bisher ein Minus für sie (also die Reiseveranstalter) von 25 bis 30%. Deshalb gibt es wohl bis zu 20% Preisnachlässe, damit im Lande der Schnäppchenjäger vielleicht doch noch einige einen Urlaub in Griechenland in Erwägung ziehen. Schließlich haben sie die Lektionen, dass Geiz geil sei und sie selbst nicht blöd, in den vergangenen Jahren bis zum Erbrechen repetiert (bekommen). Die Blöden sind dabei leider die Griechen, die die gleiche Gastfreundschaft, den gleichen Service und die gleichen Schönheiten ihres Landes nun unter Wert anbieten müssen.

Das Feuilleton eröffnet ein Interview mit Paolo Coelho. Wobei der Titel „Twittern ist Kunst“ etwas irreführend ist, denn der Bestsellerautor hält vor allem seine Blogbeiträge und Zwitschereien für Kunst. Well. Sieht man Kommunikation als Kunst, was sie durchaus ist (das merkt man vor allem, wenn man mit jemandem zu tun hat, der sie nicht beherrscht), mag ich ihm gern Recht geben. Schmeichelhaft für alle Bloggenden und Twitternden wäre natürlich, diese Kommunikationsformen als Kunst betrachten zu dürfen. Wobei es Blogs gibt, die ihren Leserinnen und Lesern tatsächlich Kunst bieten (beispielsweise die Haushundhirsche). Aber ich bleibe auf dem Boden: Ich liebe es zu kommunizieren und habe mit Twitter und Blog einfach zwei neue Kanäle gefunden, um mich mit Leuten überall auf der Welt, die ähnliche Interessen, einen ähnlichen Humor etc. haben, auszutauschen. Wenn die Gedanken dabei in den Himmel fliegen – schön. Wenn es jemand „Kunst“ nennen mag, von mir aus.

Interessant der Artikel „Rettet die Gemäldegalerie“ von Hanno Rauterberg: Offenbar gibt es ein Problem mit dem Ausstellungskonzept, sodass „Alte Meister“ nun den neueren aus dem 20. Jahrhundert weichen müssen und auf Jahre im Depot versenkt werden. Schade.

Ebenfalls interessant der Beitrag „Dieser Grieche hat kein Problem“ von Tobias Timm über den Reeder und Kunstsammler George Economou, der vor allem in Deutschland für Millionen Kunst eingekauft hat. Lieblingssatz: „Ich bin froh, dass ich etwas für die deutsche Wirtschaft tun kann.“ Natürlich wird im Artikel darauf hingewiesen, dass Reeder in Griechenland keine Steuern zahlen müssen. Eine Regelung nach der Juntazeit, um die Reeder wieder an Griechenland zu binden, Arbeitsplätze zu sichern etc. Im Vergleich: In England, früher eine bedeutende Seemacht, wo Reederei besteuert wird, hat die Handelsflotte inzwischen an Bedeutung verloren. Hierzu eine Liste der Handelsflotten weltweit: Griechenland auf Rang 12, Großbritannien auf Rang 23. Die ersten drei Plätze gehen an Panama, China und Liberia.

Keiner diese Artikel ist bislang online : ( Vielleicht macht ihr ja noch einen Spaziergang zum nächsten Kiosk?

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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4 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 51

  1. haushundhirschblog schreibt:

    Vielen lieben Dank, Petra, dass wir auch heute wieder an Deinem ZEITungsfrühstück teilnehmen durften … und sogar Erwähnung finden, über die wir uns einfach sehr freuen … 😉
    Herrn Martensteins Gedanken zu einem SGB-II-Empfänger werden wir sicher noch lesen, und wir geben erneut zu, uns darüber zu ärgern, wieder einmal die Print-Ausgabe der Zeit nicht gekauft zu haben. Danke für alles,
    dm und mb

  2. haushundhirschblog schreibt:

    … und wie GERNE würden wir wieder an Deinem Zeitungsfrühstück teilnehmen …
    Aber vielleicht hat ja alles seine Zeit?

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Oh, das ist ja schön : ) Ich hab’s in der letzten Zeit nicht mehr gemacht, weil immer so wenig online war von dem, was ich verlinken wollte. Aber wenn ich so treue Leser habe, werde ich wohl doch wieder … Allerdings noch nicht dieses Wochenende, da kommt Besuch …

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