Die Verzauberung der Lily Dahl

Die Verzauberung der Lily Dahl ist deutlich besser, als der Klappentext es vermuten lässt. Statt eines faden Erotikthrillers nämlich entpuppte es sich als recht spannender Thriller, in dem Erotik nicht die Hauptrolle spielt, sondern nur den Ausgangspunkt für die weitere Handlung bildet.

Die Kellnerin Lily ist 19, jobbt in einem Diner ihrer Heimatstadt, ist mit einem Polizisten liiert, verehrt Marilyn Monroe und träumt von einer Schauspielkarriere. Doch dazu muss sie erst mal raus aus dem kleinen Nest, das ihr anfangs unendlich langweilig scheint. Die einzige Abwechslung besteht in den Launen ihres Chefs und am Abend darin, dass sie den Maler, der ihr gegenüber wohnt, beobachtet. Er entzündet ihre erotischen Phantasien (aha, also doch), und eines Abends zieht sie sich bei voller Beleuchtung vor ihrem Fenster für ihn aus. Sie beginnt eine Beziehung mit ihm und verlässt den gar nicht so redlichen Polizisten. Bis dahin plätschert die Handlung in bisschen unentschlossen, gewinnt dann aber rasch an Fahrt. Denn plötzlich wird Lily verfolgt und fürchtet sogar um ihr Leben. Wer stellt ihr nach? Ist es ihr neuer Freund? Ihr Ex? Oder ist es ihr Schauspielkollege, der auf merkwürdige Weise versucht, mit ihr zu kommunizieren?

Der Roman ist nicht schlecht, kann sich aber meiner Ansicht nach nicht mit Was ich liebte messen, einem wesentlich komplexeren und tiefgründigeren Roman von Siri Hustvedt. Dennoch durchaus interessant und lesenswert.

Rezension erstmals erschienen in „Der virtuelle literarische Salon“, Nr. 23 (2004).

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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