Ex Libris

Vor einigen Jahren schenkte mir mein Liebster dieses bezaubernde Büchlein der vermutlich ebenso bezaubernden Anne Fadiman. Vermutlich wähnen sich alle, die einigermaßen bibliophil, -man oder derartiges sind, ihr seelenverwandt. Zumindest ging es mir so. Der Wiedererkennungswert war überaus hoch, der Unterhaltungswert nicht minder.

Amüsant und verblüffend, wenn man liest, dass eine praktisch Wildfremde, von der mich einige Jahre und noch dazu ziemlich viel Wasser trennen, genauso merkwürdige Dinge tut wie ich. Zum Beispiel ständig Korrekturlesen, alles, Zeitungsartikel, Bücher Gebrauchsanweisungen oder Speisekarten – egal. Oder überhaupt ständig lesen, alles, Zeitungsartikel, Bücher, Gebrauchsanweisungen oder Speisekarten – egal. Oder die Aspekte, unter denen sie beim Zusammenführen ihrer Bibliothek mit der ihres Mannes doppelte Exemplare aussortiert, ihre Vorliebe für ungewöhnliche Wörter, ihr kleiner Exkurs über thematische zusammengehörende Werke in Bibliotheken, die in keinem Zusammenhang zu allen anderen Büchern der Bibliothek zu stehen scheinen, die aber anscheinend in allen Bibliotheken existieren. In ihrem Fall sind es Bücher über Polarforscher. Überaus amüsant ist ihr Kapitel über Plagiate in der Literatur oder über den katalogischen Imperativ, den all jene kennen, die selbst vor intensiver Lektüre diverser Kataloge nicht zurückschrecken. Von Herzen zustimmen konnte ich ihr auch beim Thema „Prosa aus zweiter Hand“, offensichtlich begann sie aus den gleichen Gründen mit dem Erwerb festgebundener Second-Hand-Bücher wie ich.

Alles in allem: Ich habe dieses Büchlein mit Begeisterung und so langsam wie möglich gelesen, da es leider recht dünn ist und ich gern noch viel mehr von Ms Fadiman genossen hätte.

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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2 Antworten zu Ex Libris

  1. buzzaldrinsblog schreibt:

    Wirklich ein tolles Buch für Bibliophile, das ich sehr gerne gelesen habe und dass mich auch sehr inspiriert und angeregt hat … dennoch würde ich es eher als nette Lektüre für zwischendurch klassifizieren, die mir aber dennoch Spaß gemacht hat!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich war/bin ganz begeistert davon, sicher auch, weil ich die Autorin in allem absolut „verstehen“ konnte, am Ende hatte ich das Gefühl, wir sollten mal zusammen Kaffee trinken ; )

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