Shakespeare and Company

Es war einmal eine Buchhandlung in Paris, die den bezaubernden Namen „Shakespeare and Company“ trug. Sie gehörte der Amerikanerin Sylvia Beach, die darin nur englischsprachige Bücher verkaufte und sich ihr halbes Leben lang um James Joyce kümmerte. Sie war die erste, die es wagte, das in England der Zensur zum Opfer gefallene Werk Ulysses zu verlegen. Leider waren sie und Joyce nicht sehr geschäftstüchtig und wurden nie Herr über die Raubkopien, die später in den Staaten kursierten.

Sylvia Beach gehörte zu den Top-Köpfen von Paris, viele von ihnen Frauen, die sich am linken Seineufer niederließen. Gemeinsam mit Adrienne Mounier, ebenfalls Besitzerin eines legendären Buchladens, und den Schriftstellerinnen und Salonièren Natalie Barney und Gertrude Stein schuf sie eines von vier Zentren, die nachhaltig das kulturelle Leben im Paris der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten. Dort gaben sich berühmte Schriftsteller, Komponisten und Maler die Klinke in die Hand, und allein die Buchhandlung von Sylvia Beach hat mehr Kulturgeschichte live erlebt, als es „gewöhnlichen Sterblichen“ je vergönnt sein wird. Was sehr bedauerlich ist, doch zum Glück schreibt die Autorin erfrischend und lebendig, als sei das Ganze erst einen Wimpernschlag her. Sehr empfehlenswert, nicht nur für Fans von James Joyce.

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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3 Antworten zu Shakespeare and Company

  1. Heidrun schreibt:

    Habe als Irland – James-Joyce – Fan diesen Post auf Facebook (ver- / ) geteilt und freue mich insbesondere, dass Du die literarischen Salons beschreibst. Eine mir fehlende „Einrichtung“ in unserer sonst so durchorganisierten und perfekten Welt : Sich regelmässig zu treffen und auf Niveau auszutauschen, zu streiten und sich daran zu erfrischen .. .. immerhin, es gibt Facebook und diesen Blog, und das meine ich im positivsten Sinne!
    Nur, sind wir uns einig – sich gegenüber zu sitzen und in die Augen zu sehen, besitzt eine andere Qualität.

    .. es gäbe sicherlich noch mehr darüber zu sagen, denn zu schreiben .. heute wünsche ich einen wundervollen Start in die neue Woche
    Heidrun

  2. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Vielen Dank, liebe Heidrun, fürs Teilen & deine erfreulichen Worte zum Blog : ) Ich überlege gerade, ob ich einen Beitrag zu meinem „Rauchblauen Salon“ poste, bis dahin kannst du ja hier https://phileablog.wordpress.com/2011/02/23/salons-und-salonieren/ noch ein bisschen zum Thema lesen : )

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