Die kulinarischen Abenteuer des Fra Bartolo

Die kulinarischen Abenteuer des Fra Bartolo von Leonhard Reinirkens ist eine ganz reizende Mischung aus Schelmenroman und Kochbuch, wobei die Beschreibungen der Zubereitung diverser italienischer Köstlichkeiten ungezwungen und überhaupt nicht störend in die kulinarischen Abenteuer eingebunden sind. Am Ende gibt’s dann noch mal alle Rezepte so, wie man es aus Kochbüchern gewohnt ist. Man hat allerdings dauernd Appetit beim Lesen, das ist etwas lästig, weil man ständig unterbrechen muss, um im Kühlschrank nach kleinen Snacks zu fahnden.

Der Roman beschreibt die Abenteuer des Fra Bartolo, der eigentlich gar kein Mönch ist, sondern für den Olivengarten eines Klosters zuständig, und der nur aus Bequemlichkeit immer in einer Kutte herumläuft. Seine Abenteuer beginnen, als in einem Winter seine Olivenbäume erfroren sind und er sich auf den Weg in ein Kloster macht, in dem angeblich ein weiser Mönch lebt, der ihm diesbezüglich heiße Tipps geben kann.

Aber nicht nur seine Vorliebe für das Tragen von Kutten machen Fra Bartolo zu etwas Besonderem, es ist auch sein unerschöpflicher Fundus an (erfundenen) Heiligengeschichten, die er bei jeder Gelegenheit erzählt, um eine Situation zu entschärfen oder generell dem Glück einen Stups in seine Richtung zu geben. Und derlei Situationen ereignen sich auf seiner Reise ständig. Zum Glück ist er außerdem ein erfindungsreicher Koch, was ihm ebenfalls viele Pluspunkte bei schwierigen Zeitgenossen verschafft und dazu noch allerlei amouröse Abenteuer.

Sehr leicht und flüssig zu lesen, vergnüglich und – wie gesagt – appetitanregend.

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Die kulinarischen Abenteuer des Fra Bartolo

  1. beatesauer schreibt:

    Liebe Philea,
    ach, das ist ja schön, dass Du „Die Abenteuer des Fra Bartolo“ auch kennst und magst. Ich habe sie zum ersten Mal letztes Jahr während der „Lesereise durch die Bonner Altstadt“ kennen gelernt und wusste überhaupt nicht, dass es das Buch schon seit den 80er Jahren gibt. Ich fand die Geschichten auch sehr witzig. Ich mag ja auch durchaus die Kombination von Roman und Rezepten. (Und überhaupt schön gestaltete Kochbücher …)
    Liebe Grüße

    Beate

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich glaube, das Buch ist wenig bekannt, liebe Beate, du bist eine der ersten, die ich kenne, die es auch kennen : ) Eine schöne Kombination aus Roman und Rezeptfundgrube war ja auch „Es muss nicht immer Kaviar sein“ … Wir haben auch (natürlch) einige griechische Kochbücher, darunter eines namens politikí kouzína (nach einem Film, der im Deutschen „Zimt und Koriander“ hieß) – wunderschön mit vielen Fotos … vielleicht sollte ich das Buch auch mal vorstellen … allerdings ist es auf Griechisch.

  2. buechermaniac schreibt:

    Ob ich diesen Roman lesen sollte? Ich habe sowieso gerade Hunger, aber das ist zurzeit einfach nichts für meine Hüften (:

  3. Lakritze schreibt:

    Und auch noch erfundene Heiligengeschichten! Das ist mein Buch, danke für den Tip!

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