Not the End of the World

Nun ein Buch mit Kurzgeschichten von Kate Atkinson– und auch sie wieder ein Genuss! Die Autorin schreibt einfach fantastisch, hat wundervoll abgedrehte Ideen und präsentiert auch in diesem Buch der Menschen Herrlichkeit in ihren bemerkenswertesten Formen.

Ihre Figuren umweht scheinbar immer ein Hauch Hoffnungslosigkeit. Meist aufgrund der unerquicklichen Situationen, in denen sie sich befinden. Das hat sie jedoch niemals wirklich illusionslos oder gar zynisch gemacht. Im Gegenteil. Sie retten sich in ihre Fantasie, in ihren inneren Welten führen sie ihr eigentliches Leben.

Zwölf Kurzgeschichten präsentiert uns die Autorin, wobei die Protagonistinnen der ersten, Charlene und Trudi, auch die der Letzten sind. Sehr nett ist zudem, dass Figuren aus der einen Geschichte auch in einer anderen auftauchen. Wir können sie also aus verschiedenen Perspektiven kennenlernen.

In der ersten Geschichte begleiten wir Charlene und Trudi beim Shoppen und hören ihren Gesprächen über ihre Wünsche und Träume zu. Und bald ist klar, dass den beiden nicht viel mehr geblieben ist, denn die Welt um sie herum hat sich drastisch verändert.

In der sechsten Geschichte lernen wir das extravagante Kindermädchen Missy und ihren aktuellen Schützling Arthur kennen. Er ist der kleine, hochintelligente Sohn der reichen, aber geistig verarmten Romney, die gerade ihr zweites Kind erwartet. Eigentlich hat sie die anspruchsvolle Missy für dieses zweite Kind engagiert, damit es gleich von Anfang an die bestmögliche Erziehung erhält. Aber Arthur scheint Missy deutlich würdiger zu sein.

Wir erfahren in einer Nebengeschichte von einer jungen Frau aus den USA, die in England die Liebe findet und beim Zahnarzt ihr Leben lässt – und nicht mehr komplett in die Heimat überführt wird. Wir erfahren ein paar Geschichten später aus der Sicht ihres Witwers, wie es dazu kam. Wir wissen, dass Trudi eine Zwillingsschwester namens Heidi hat, dass beide ihre Namen scheußlich finden und ein paar Geschichten später erfahren wir außerdem, was Heidi widerfuhr, als sie einen streunenden Kater bei sich aufnahm. Wir hören von Doppelgängern, die einem das Leben ganz schön schwer machen können, und begleiten eine Frau bei ihrem Leben als Geist. Klingt schräg? Das ist es auch. Aber gut!

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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