When will there be good news?

Kate Atkinson ist für mich die Meisterin der Melancholie, die Herrin des inneren Monologs, die Königin der anspruchsvollen Familienromane, die sie seit einiger Zeit als Krimis tarnt. Typisch für sie sind höchst komplexe Plots mit mehreren Hauptfiguren, die alle ziemlich tragische Erfahrungen gemacht haben. In immer neuen Kombinationen führt sie diese Menschen in ihren Krimis zusammen. Dieser Band ist der dritte Teil der Jackson-Brodie-Reihe, lässt sich aber wahrscheinlich auch außer der Reihe lesen und Brodie ist nur eine von vier Hauptfiguren. Eine alte Bekannte aus dem Vorgängerroman One good turn ist Chief Inspector Louise Monroe, die Jackson Brodie nie vergessen konnte, obwohl beide inzwischen mit anderen Partnern verheiratet sind.

Aber von Anfang an: Die sechsjährige Joanna muss mit ansehen, wie ein offenbar Verrückter ihre Mutter und ihre Geschwister ersticht. Sie selbst kann sich in einem Feld verstecken. 30 Jahre später wird der Mörder Andrew Decker entlassen – will er nun fortführen, was er damals nicht beenden konnte?

Die 16jährige Reggie hütet Dr. Hunters Baby. Sie liebt ihre Arbeitgeberin und ist außer sich, als sie und das Baby plötzlich verschwunden sind. Aber niemand will ihr glauben, dass Dr. Hunter entführt worden ist, auch nicht die gewissenhafte Louise Monroe. Und dann ist da noch Reggies krimineller Bruder Billy, der seine Schwester ernsthaften Gefahren aussetzt.

Louise Monroe hat einen harten Job und versucht eine junge Frau und deren Kinder vor dem wahnsinnig gewordenen Ehemann zu beschützen, der schon einmal versucht hat, seine Familie auszulöschen.

Jackson Brodie setzt sich in den falschen Zug und seine Reise nimmt ein fatales Ende.

Wie sich diese Schicksale zu einem unglaublich intensiven und spannenden Plot vereinen, ist mal wieder ein Genuss. Sprachlich, wie üblich, außergewöhnlich gut. Absolut zu empfehlen, besonders allen, die sonst eigentlich keine Krimis lesen.

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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7 Antworten zu When will there be good news?

  1. Klausbernd schreibt:

    Dank dir! Ich bin so ein Nicht-Krimi-Leser, da ich irgendwie nicht das Interesse aufbringe herauszufinden „who has done it“. Aber dieser Krimi macht mich neugierig, da ich häufig das Gefühl habe, bei Krimis verlegt der Autor all sein Können auf vden Plot, aber der Stil ist häufig grottenschlecht. Hier scheint`s anders zu sein.
    Einen schönen Tag wünschen dir
    Klausbernd und seine crazy bookfayries Siri & Selma 🙂 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Hier ist es in der Tat anders, lieber Klausbernd, deshalb könnten dir die Romane von Kate Atkinson vielleicht auch gefallen. Eine gewisse Zeit las ich ganz gern Krimis oder auch Thriller, aber inzwischen so gut wie gar nicht mehr. Es sei denn, sie sind in gewisser Weise „originell“ wie die Krimis von Satterthwait, in denen man allerley bekannten Persönlichkeiten begegnet, oder eben in der Art der Krimis von Kate Atkinson, die mehr Wert auf Stil und Figurenzeichnung legt als auf blutrünstige Details oder verwickelte Plots mit Serienkiller etc.

  2. Klausbernd schreibt:

    Dank dir für deine Erläuterung
    Klausbernd von der sonnigen Küste Norfolks

  3. beatesauer schreibt:

    Liebe Philea,
    ich liebäugele schon länger damit „Das vergessene Kind“ von Kate Atkinson zu lesen. Deine Rezensionen haben mich dazu angeregt, das demnächst auch wirklich in die Tat umzusetzen 😉 . Danke für die Tipps!

    Liebe Grüße

    Beate

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das freut mich, liebe Beate! Falls möglich, empfehle ich, die Romane auf Englisch zu lesen, denn die Sprache ist wirklich überaus erfreulich. Die ersten Bücher las ich ja noch in der Übersetzung, die allerdings auch sehr gelungen war. Wie das nun bei den Krimis ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Liebe Grüße, Petra

  4. Mila schreibt:

    Liebe Petra,
    ich bin ja nur durch dich – und das durch einen Kommentar auf einem anderen Blog – auf Kate Atkinson aufmerksam geworden. Für diese Kennlern-Möglichkeit bin ich dir sehr dankbar. Dieses Buch werde ich dann wohl auch noch lesen „müssen“. Herzlichst Mila

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