Leseplätzchen, Folge 25

Diesmal, meine Lieben, dürfen wir uns eines der Lieblingsleseplätzchen von Heidrun genauer anschauen, die übrigens auch ein farb- und fotofrohes Blog führt. Und wir haben es bei diesem Leseplätzchen mit einem Leckerbissen zu tun, wie ihr gleich sehen werdet – denn Heidrun liest nicht nur unter anderem gern in der Küche, sie tischt uns auch gleich noch ein paar Buch-Tipps auf.

Über sich selbst sagt Heidrun: „Bereits als Kind habe ich lebhaft die Bücher verschlungen – sobald ich lesen konnte. Weiter ist es auch beruflich in eine anverwandte Linie gegangen: Nämlich, dass ich u. a. Zeitungen (mit)produzieren konnte. Die Liebe zur Typografie, den Bildern als auch Wortgebilden liegt aber auch in der Familie: Mein Großvater war Grafiker … und mein lieber Mann ist gelernter Schriftsetzer. Eines meiner Leseplätzchen – weil es deren viele hat – darf ich heute hier vorsetzen:

Vielleicht darf es doch Kaviar sein

… frage ich heute, weil es um kulinarische Raffinesse in Büchern gehen soll.

Ein Thema, das mich seit geraumer Zeit beschäftigt, Worte und Sätze [in Büchern] im harmonischen Cocktail – und real daneben oder gleichzeitig: Küchengeheimnisse

Pasta & Opera auf der Eckbank gelesen und gehört

Inspiriert durch Petra, stelle ich hier eines meiner persönlich liebsten Leseplätzchen vor. Es ist – ohne große Umschweife – in unserer geräumigen Küche, die gemütliche Eckbank, wie sie oben abgebildet ist.

Meine Leseplätzchen …

… müssen einerseits praktisch sein, da so manches schwere (Koch-) Buch an einem anderen Ort, ohne Tisch, schwierig zu lesen wäre und frau außerdem gleich zur Tat schreiten möchte, um das Gelesene in den Töpfen und Pfannen anrühren zu können.

Andererseits steht hier die Kaffeemaschine und – vielleicht am wichtigsten – es ist außerdem schön, es sich hier auf der Eckbank so richtig bequem machen zu können – mit und ohne Besuch einer lieben Freundin.

Was wird gelesen

Ich stelle heute zwei Gattungen von Büchern vor, Romane, die in der einen oder anderen Weise mit Speis und Trunk zu tun haben, und Kochbücher.

Im Unterschied zu den übersättigten, ausgelutschten Kochsendungen im Fernsehen [Ausnahmen bestätigen dabei wie immer die Regel], die uns alltäglich mit dem Kochlöffel drohen, steht jedoch in den Büchern eine Rahmenhandlung: Spionage, Mord und Todschlag, Verschwörungstheorien und so manches mehr!

Auftakt war, wie der Post-Titel bereits verrät, Es muss nicht immer Kaviar sein. Es soll also auch eine kleine Hommage an Johannes Mario Simmel werden, der so ganz in Vergessenheit geraten ist, scheint mir. Ich habe ihn stets gerne gelesen und Corinna Hein hat hierüber eine Studienarbeit verfasst.

Bücher rund um meinen Küchenherd und die Essgewohnheiten …

Ich beginne ich mit einem alten Buch, weil ich es bereits sehr lange lese und liebe: Der Baron in den Bäumen von Italo Calvino. Beim gemeinsamen Essen beschließt das Kind, Baron Cosimo Piovasco di Rondo, die Erde zu verlassen, um zukünftig auf den Bäumen zu leben. Er verlässt nach einem Streit die Familientafel, klettert hinauf auf eine Eiche und wird den Boden nie mehr betreten … nebenbei bemerkt, waren es nicht doch auch die zweifelhaften Genüsse, die Cosimo aufgezwungen wurden: Belegte Brote mit Mäuseleber zubereitet, Heuschreckenbeinchen, die mosaikartig auf einer Torte zierten, Blumenkohlköpfe mit Hasenohren?!

Warum liebe (?) ich dieses Buch besonders, nehme es also immer wieder in die Hand, lese, schlage irgendwo eine Seite auf: Da ich die Geschichte bereits gut kenne – mühelos der Handlung folgen kann und mir die märchenhaften, witzigen und eine vergangene Zeit beschreibenden Sorglosigkeiten die Vergnüglichkeit bieten, abzutauchen aus meinem eigenen Alltag.

Ich fahre fort mit einem Buch, dass ich in meiner Lieblingsbücherei  eingesehen habe: Mahlzeit!, Kluftingers Kochbuch von Volker Klüpfel & Michael Kobr. So gerne ich die Romane verschlungen habe, wir werden hier sicher alle Krimis im Haus haben – auf das Kässpatzenrezept kann ich dennoch verzichten. Witzig geschrieben, wie es die beiden auch auf ihren Vortragsreisen verstehen und dennoch – ein weiterer Kluftinger-Mord inklusive der verschrobenen Aufklärung, wäre mir persönlich geschmacklich lieber. Die Kluftinger-Romane finden nicht überall Zustimmung – es ist zugegebener Weise ‚leichte Kost‘ – aber warum nicht!

Außerdem – einer meiner Autoren-Favoriten, Umberto Eco. Das Buch Der Friedhof in Prag … nicht nur mit einem Rezept! Wunderbar rezensiert von DER WELT-ONLINE – so meine ich – und kann mich, ohne dabei etwas anbrennen zu lassen, diesen Sätzen anschließen.

Ein Schmankerl literarisch bezogen, aber vor allem als Sammlung lecker: Bei meiner Suche nach einem Rezept von Thomas Lieven, dem Helden vom Simmel-Roman [das Buch fehlt zugegeben in unserer privaten Bibliothek, da ich es in jungen Jahren ausgeliehen hatte], stieß ich auf folgende Blogseite, die hier sicher gut hineinpasst: Liisas Litblog … sowohl literarisch als auch kulinarisch!

Tatsächlich sollen auch Kochbücher – als zweite Gattung – erwähnt  sein. Hier ist die Spannung eine andere.

Kochen und mehr …

In den verschiedenen Kochbüchern [davon sind inzwischen über 26 im Regal], gerade denen aus Italien, erfahre ich regionale Besonderheiten, charmante Eigenarten und sehe wunderbare Fotografien der zubereiteten Spezialitäten und der Regionen. Persönlich betrachte ich es als eine halbe / dreiviertel Stunde Urlaub, hier in die lukullische Welt einzutauchen und von Leuten zu lesen, die mit großer Hingabe Fleisch, Fisch, Gemüse etc. zubereiten, daneben von ihrer Heimat und sich selbst berichten.

Hier alle meine Kochbücher vorzustellen, sprengt den Rahmen und wäre sicher einen eigenen Post wert, ein Anfang soll folgendes (2kg-schweres Kochbuch) von Giorgio Locatelli sein:

Ein ‚Must‘, wenn man/frau italienisch kochen möchte, Made in Italy von Giorgio Locatelli, seines Zeichens Sternekoch aus der Lombardei. Das ist ein Wälzer von mehr als 600 Seiten, in dem beinahe alle seine italienischen Rezepte zu finden sind.

Mit meiner eigenen Lust, alle Sinne ansprechend, an Küche und Lesen / Genießen stehe ich jedoch nicht alleine! Als Wahl-Augsburgerin darf ich auf Das Verhör des Lukullus verweisen. Ein Stück von Bertolt Brecht. Oder als Kinofilm vielleicht noch in Erinnerung: ‚Das große Fressen‘, das seinerzeit als Skandal galt. Hierzu fand ich keine Romanvorlage … denke ein Drehbuch gilt ebenso!?

Jetzt habe ich wirklich Hunger bekommen und gehe kochen, Pasta – was sonst!?“

Herzlichen Dank an Heidrun für ihre lukullischen und literarischen Einblicke!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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Eine Antwort zu Leseplätzchen, Folge 25

  1. ericasta schreibt:

    … Dankeschön
    für das Like-it …

    und gelesene Grüße 😉
    Heidrun

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