Restless

Restless von William Boyd gefiel mir ganz ausgezeichnet. Es geht um die Geschichte der russischen Emigrantin Eva Delectorskaya, die 1939 in Paris als Agentin angeworben wird. Das Buch beginnt im Sommer 1976 aus der Perspektive von Ruth Gilmartin. Sie ist alleinerziehend, hat einen kleinen Sohn und hält sich mit Englischunterricht über Wasser. Nebenbei versucht sie zu promovieren. Als sie mit ihrem Sohn ihre Mutter Sally besucht, verhält sich diese noch eigenartiger als gewöhnlich und überreicht ihr ein Konvolut mit dem Titel The story of Eva Delectorskaya. Als Ruth fragt, wer das denn sei, erwidert sie: Ich. Aus den Schriftstücken ihrer Mutter erfährt Ruth nach und nach deren wahre Geschichte: Sie arbeitete für den britischen Geheimdienst, unter anderem, indem sie dabei half, durch gezielte Falschmeldungen an die Presse die USA in den 2. Weltkrieg zu involvieren, um den Krieg schneller zu beenden.

Natürlich passiert noch viel mehr, aber mehr will ich nicht verraten, nur so viel: Eva/Sally fürchtet, dass ihre Vergangenheit sie einholt und jemand sie umbringen will. Ihre Tochter soll ihr deshalb helfen, jemanden zu finden. Das alles ist sehr spannend geschrieben und gewährt interessante Einblicke in die Geheimdiensttätigkeit. Auch aus unserer Zeit kennen wir ja durchaus das Phänomen der Falschmeldungen, um Staaten in Kriege zu verwickeln oder um Kriege zu legitimieren. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und empfehle es wärmstens.

Erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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2 Antworten zu Restless

  1. beatesauer schreibt:

    Ich habe „Restless“ vor drei oder vier Jahren auf Deutsch gelesen und fand es auch sehr spannend und vielschichtig. Seitdem habe ich noch Einfache Gewitter“ und „Eine große Zeit“ von William Boyd gelesen. Aber „Ruhelos“ hat mir mit Abstand am besten gefallen. Liebe Grüße Beate

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