Märchenstunde

Vor vielen Jahren (Jahrzehnten genauer gesagt) lasen wir in der Schule Theodor Storms Kunstmärchen Die Regentrude. Ich kannte damals nur die Märchen der Gebrüder Grimm und natürlich die von Hans Christian Andersen, die mir besser gefielen. Offenbar hatte ich schon damals ein Faible fürs Melancholische. Außerdem kamen sie mir, weil sie eben nicht immer gut ausgingen, wahrscheinlicher vor, sofern man das über Märchen sagen kann.

Später las ich dann noch viele weitere Märchen und entdeckte dabei natürlich etliche Parallelen, etwa Motive und Handlungsabläufe, zu anderen Volksmärchen. Doch insgesamt haben mich seit frühester Kindheit offenbar die Kunstmärchen stärker angesprochen als die Volksmärchen. Die wunderbare Regentrude kann man übrigens online lesen, sie passt auch hervorragend zum nahenden Herbst.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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12 Antworten zu Märchenstunde

  1. Pit schreibt:

    Hallo Petra,
    freut mich, dass mein Posting über Regen hier Dich an die „Regentrude“ erinnert hat. Und danke für den Link. Muss ich unbedingt mal lesen.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit
    P.S.: Ist es nicht interessant zu sehen, wie Blogs sich gegenseitig befruchten können?!

  2. Heidrun schreibt:

    Hallo Petra,
    danke für den Lesetipp – neben den Märchen fand ich persönlich grossen Gefallen an der Sagenwelt und finde es auch nun im Erwachsenenalter … zwar mit anderen Augen … immer noch schön.

    Fazit : Auch das Kind in der Frau will verstanden und genährt sein 🙂

    Wundervolles Wochenende
    Heidrun

  3. Mila schreibt:

    Oh, Märchen, herrlich… Ich liebte und liebe die Andersen-Märchen, aber auch Ludwig Bechsteins Kinder- und Zaubermärchen (ich habe noch meine Kinder-Ausgabe mit verwunschenen Bildern von Jindra Capek…). Danke für den Hinweis auf die Regentrude, die mir (noch) nichts sagt… LG Mila

  4. puzzle schreibt:

    Dass die Kunstmärchen besser gefallen, hat vermutlich den Grund, dass sie in sich schlüssiger sind, weil sie nicht auf mehr oder weniger geglätteten und viel zu oft sogar mehreren zusammengefassten Überlieferungen alter, unterschwellig-symbolbehafteter, und fast immer relativ derber Volkserzählungen beruhen, sondern aus der zwar auch träumenden, aber dennoch zielgerichteten Phantasie nur eines einzigen, sprachlich fähigen Autors stammen.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das denke ich auch, liebe Puzzle. Interessant jedenfalls, dass das schon bei Kindern wirken kann, die das ja noch nicht wissen bzw. die das vermutlich noch nicht interessiert, warum etwas wie wirkt. Wichtig ist nur, dass es wirkt, dass es eine tolle Geschichte ist, die sie gefühlsmäßig ergreift, mit deren Figuren sie sich identifizieren können etc.

  5. Klausbernd schreibt:

    Ich bin auch ein Fan der Kunstmärchen, besonders jene der Romantiker, allen voran Ludwig Tiecks „Der blonde Eckbert“ und „Der Runenberg“. Dreimal las ich bewaffnet mit Steiners Kommentar Goethes Kunstmärchen von der grünen Schlange – ich hab`s immer noch nicht verstanden, nur dass es ein alchimistisches Märchen ist. Kennt einer von euch das? Ich finde es kryptisch – help!
    Liebe Grüße aus Nord-Norfolk
    Klausbernd

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Oh, da kann ich dir leider auch nicht helfen, lieber Klausbernd, ich habe es noch gar nicht gelesen … aber das lässt sich ja nachholen. Vielleicht kennt sich hier aber sonst jemand damit aus? Liebe Grüße & ein sonniges Wochenende!

  6. Lakritze schreibt:

    Ich mag Kunstmärchen, so hübsch und schlüssig, aber fasziniert bin ich von den Originalen (die die Grimms ja auch schon bearbeitet hatten). Die uralten Motive haben sich erstaunlich gut gehalten; Gewebe der Kultur und zunächst ja vor allem mündlich weitergegeben. Danke für den Link; die Regentrude kann ich auch mal wieder lesen. .)

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das ist wahr, liebe Lakritze! Vor allem ist es auch interessant, wenn man andere europäische und außereuropäische Volksmärchen liest und dabei sieht, wie viele Ähnlichkeiten es zwischen den verschiedenen Kulturkreisen gibt. Ein „Gewebe“ also, das viele Kulturkreise miteinander verwebt.

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