Die Wörter

Diese überraschend humorvolle Autobiographie von Jean-Paul Sartre habe ich sehr gern gelesen. Das schön gemachte Buch habe ich gebraucht erworben, es entstammt der Reihe „ex libris“ aus dem Verlag Volk und Welt Berlin.

Sartre beschreibt vergnüglich und voll Selbstironie seine Kindheit und Jugend. Beim Lesen hatte ich oft Mitleid mit dem zwischen lauter Erwachsenen etwas isolierten Kleinen. Sein Vater war früh gestorben und das Kind lebte mit der Mutter bei deren Eltern. Der kleine Sartre wusste zunächst wenig mit sich anzufangen, entdeckte aber bald die Liebe zu Büchern, zu Geschichten und später auch zum Schreiben selbst. Wie so viele fantasiebegabte Kinder, die sich wünschen, besonders zu sein, begab auch er sich stundenlang im Geiste in seine selbsterdachten Abenteuergeschichten, deren Held natürlich er selbst war. Gespeist wurden diese Geschichten unter anderem von Büchern und Fortsetzungsheftchen, später auch von Filmen. So träumte er sich in die Hauptrollen aufregender Leben, bis ihn das „richtige Leben“, nämlich die Schulzeit und der Umgang mit gleichaltrigen Kindern, lehrte, dass man sich auch manchmal mit einer Nebenrolle zufrieden geben muss.

Sartre hat ja später, wie wir wissen, doch noch eine tragende Rolle gespielt. Wie es dazu kam, kann man in diesem kleinen Buch ansatzweise erkennen.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Lesenswertes abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Die Wörter

  1. Dina schreibt:

    Danke für diesen Tipp, liebe Petra. Das Buch werde ic bestellen.
    Schönes Wochenende,
    mit lieben Grüßen
    Dina

  2. haushundhirschblog schreibt:

    Danke Dir, für den feinen Hinweis auf dieses Buch, das ich überhaupt nicht kannte. („Wie, ‚Die Wörter‘ von Sartre?“, haut mich dm gerade während des halben Mitlesens an, „die stehen doch in meinem Regal.“).
    Jetzt bin ich sehr gespannt auf diese Kindheitsgeschichte. Und kann, ohne es erwartet zu haben, morgen gleich mal darin lesen! Danke Dir, dass Du darauf hingewiesen hast, liebe Petra.
    Und auch für diesen schönen Abend gestern!
    Ganz herzliche Grüße, mb

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe mb, das ist natürlich sehr praktisch, wenn dm das Buch schon hat – da kannst du gleich loslesen : ) Bin gespannt, wie es dir gefällt!
      Und danken möchte ich auch euch für den wunderbaren Abend – gern würde ich so ein Treffen einmal wiederholen und mich wieder ausführlich mit euch unterhalten!
      Liebe Grüße euch beiden!

  3. glasperlenspiel13 schreibt:

    Sartre kann auch humorvoll. Da bin ich ja gespannt! Vielen Dank für diese Anregung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s