Auf den Spuren von Monet in Giverny

Obwohl der Urlaub in der Normandie so schön war, dass wir ihn um zwei Tage verlängerten, ging er natürlich doch irgendwann zu Ende. Aber mit einem letzten Highlight: der Besichtigung des Hauses und des Gartens von Claude Monet in Giverny (das übrigens noch zur Normandie gehört, an deren Rand es liegt).

Wir erreichten Giverny gegen Mittag, etliche Touristen waren bereits unterwegs. Bei unserer Abfahrt kamen gleich mehrere Busse an. Ich würde also empfehlen, Giverny so früh wie möglich zu besichtigen, da man sich sonst vermutlich gegenseitig ganz schön auf den Füßen herumtrampelt. Der Besuch lohnt sich jedenfalls sehr! Giverny scheint eine glückselige Insel aus Pflanzen, viel Monet und Impressionismus zu sein. Die Ausstrahlung des Örtchens ist sehr positiv – man pflegt sich für die unzähligen Touristen, die jeden Tag auf Monets Spuren wandeln möchten.

Haus und Garten

Monets Garten ist tatsächlich auch im Herbst noch wunderschön anzusehen: alles voller Kapuzinerkresse, Astern, Dahlien, Chrysanthemen und vielen weiteren farbenprächtigen Pflanzen. Eine Augenweide! Das Haus selbst ist ebenfalls farbenfroh: außen rosa mit knallgrün gestrichener Holzveranda und ebensolchen Treppen in den Garten. Innen dann beispielsweise ein chromgelbes Esszimmer, die Küche mit kobaltblau-weißen Kacheln und schimmerndem Kupfergeschirr, eigentlich jedes Zimmer in geschmackvollen Farben gehalten und hübsch eingerichtet.

Grandios natürlich das Atelier-Wohnzimmer (Monet hatte später noch weitere Ateliers auf dem Grundstück bauen lassen): Die Wände sind bedeckt mit zahlreichen seiner Bilder, überall gemütliche Sessel und Sofas. Der Raum sah aus, als würden sich gleich Monet, seine Familie und Freunde dort treffen und plaudern.

Interessant fand ich, dass in fast allen Zimmern jede Menge japanische Holzschnitte hingen, die mir sehr gut gefallen haben, u. a. von Hiroshige, Hokusai und Utamaro. Mir war gar nicht bekannt, dass Monet davon so angetan war. Sehr empfehlen möchte ich in diesem Zusammenhang den Katalog Claude Monet in Giverny, der interessante Einblicke sowohl zu Haus und Garten als auch in das Leben des Künstlers und seiner Patchworkfamilie in Giverny bietet.

Der See

Und dann hinaus zum See, dem vielleicht berühmtesten in der Kunst.

Dazu durchquert man den Garten beim Haus und geht durch eine Unterführung auf die andere Straßenseite, auf der sich das Grundstück fortsetzt. Eine sinnvolle Lösung, um die zahlreichen Besucher auf die andere Seite zu befördern, ohne den Verkehrsfluss auf der kleinen Straße zum Erliegen zu bringen.

Idyllisch, nicht wahr? Und praktisch, wenn man kurzsichtig ist: Setze ich meine Brille ab, so sehen die Fotos gleich selbst wie von Monet gemalt aus ; )

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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14 Antworten zu Auf den Spuren von Monet in Giverny

  1. Mila schreibt:

    Seit ich „Linnea im Garten des Malers“ gelesen habe, möchte ich dort unbedingt einmal hin. Ich habe von Freunden ein dünnes Heftchen vom Garten mitgebracht bekommen, in dem ich so gerne die Fotos begucke. Besonders die hellblaue Küche mit den blinkenden Kupfertöpfen hat es mir angetan. Und das Atelier…
    Der Garten sieht tatsächlich auch herbstlich schön aus. Sehnsucht… LG Mila

  2. Susanne Haun schreibt:

    Ja, es steht auch noch auf meiner Liste…. aber die ist so lang…

  3. Der Emil schreibt:

    Ja, idyllische Gegend.

  4. Georg Mühlenkamp schreibt:

    Ein traumhafter Garten, schöne Fotos.

  5. Es gibt ein wunderhübsches (Koch)buch aus dem Heyneverlag – Zu Gast bei Claude Monet.
    Ist eine Mischung aus Kochbuch mit Rezepten aus Monets Haushalt und Beschreibung seines Lebens in Giverny. Schön gemacht mit tollen Fotos und Illustrationen.

  6. durchleser schreibt:

    Für die Durchleserin der schönste Ort für einen „Kurzurlaub“ aus dem Pariser „Feinstaubstress“. Seit über sieben Jahren „erhole“ ich mich für einen Tag mehrmals im Jahr in diesem traumhaftschönen Dörfchen, das selbst nach dem x-ten Mal nicht im Geringsten an seinem Charme verliert. In der Regel beginnt der Ausflug mit einem leckeren „Déjeuner“ im Restaurant Hôtel Baudy ( http://www.restaurantbaudy.com/ ) am anderen Ende v.Giverny, das noch Gerichte zu Monets Zeiten serviert, die so köstlich sind, dass man am Liebsten jeden Tag hier speisen möchte. Vor allem, wenn man an die leckere „Confit de Canard“ und die dazu gehörigen Bratkoffeln denkt, läuft mir sofort das Wasser im Munde zusammen. Nach dieser Stärkung ist ein Spaziergang durch den Garten von Monet der ideale Ausgleich, egal ob Menschenmassen sich hier tümmeln, oder auch der Garten einem ganz allein gehört insbesondere bei schlechtem Wetter. Und zum Abschluss sollte man sich keinesfalls die aktuelle Ausstellung rund um Monet und den Impressionismus im Musée des Impressionnismes (http://www.museedesimpressionnismesgiverny.com/ ) entgehen lassen. Somit ist der Tag rundherum ein wahrer Impressionismustag, aufgetankt durch die schönen Farben des traumhaften Gartens, gestärkt durch ein fantastisches Mahl, und manchmal auch noch bereichert durch interessante Gespräche – während man noch genüsslich die leckere Crème Caramel löffelt – über Kunst, Freunde von Monet und mit Menschen, die zum Bespiel Monet noch selbst kannten und mit Pissarro befreundet waren, der auch ganz in der Nähe wohnte!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Oh, wow, mir läuft auch gerade das Wasser im Munde zusammen, liebe Durchleserin! Überhaupt ist das natürlich eine sehr schöne Idee für einen Kurzurlaub von der Metropole. Wie schön, dass du dazu die Glegenheit hast – bei mir wird es sicher eine Weile dauern, bis ich deine Empfehlungen einmal selbst ausprobieren kann. Wir waren ja nur auf der Durchreise und haben uns nicht so viel Zeit dazu nehmen können. Aber beim nächsten Mal … Danke dir für deine Beschreibung und Empfehlung!

    • Dina schreibt:

      Herzlichen Dank für diese Tipps die ich mit großer Freude notiert habe! 🙂
      Liebe Grüße aus dem verschneiten Karwendelgebirge
      Dina

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