Zu Gast bei Claude Monet

Monet-GartenPassend zu meinem kleinen Bericht über den Besuch von Claude Monets Haus in Giverny stelle ich euch den reich bebilderten Band Zu Gast bei Claude Monet von Claire Joyes und Jean-Bernard Naudin vor. Der Band ist eine gelungene Mischung aus Beschreibungen des Alltags der Großfamilie Monet-Hoschedé in Giverny, vielen Fotos rund um das Thema Essen und Kochen sowie einem Rezeptteil.

Was das Essen betraf, war Monet schon ein bisschen speziell, man könnte auch sagen: tyrannisch. Er liebte es, gut zu speisen und vor allem pünktlich. So hatte es Punkt halb zwölf Mittagessen zu geben. Die strikte Anweisung galt auch für Gäste, nichts sollte den Zeitplan des Meisters durcheinander bringen. Und der sah so aus: In der Früh aufstehen, kalt duschen, dann ein üppiges Frühstück, danach arbeiten bis zum Mittagessen. Anschließend wieder arbeiten bis zum Abendessen und gegen halb zehn ging er zu Bett. Schließlich musste er ja am Morgen wieder früh raus. Bei der Beschreibung der üblichen Speisenfolge fragt man sich, wie man das alles verzehren konnte, ohne binnen kürzester Zeit ordentlich an Gewicht zuzulegen.

Gegessen wurde nicht nur in dem großen gelben Speisezimmer, sondern auch gern im Freien bei Picknicks. Die Gäste mussten sich übrigens nicht nur in Bezug auf Pünktlichkeit nach Monet richten, wenn er wusste, dass sie langsame Esser waren, konnte es auch vorkommen, dass er vorab den „Nachschlag“ verbot.

Die Zutaten kamen zum Teil aus dem Garten und von eigenen (beispielsweise Hühnern) oder erjagten bzw. fangfrischen Tieren. Monet selbst bestellte fleißig Samen und Pflanzen, um aus dem einst etwas verwilderten Garten das Kräuter- und Blumenparadies zu machen, das wir heute mit Giverny verbinden. Katzen waren nicht erlaubt, denn sie hätten nur die Beete aufgekratzt – inakzeptabel für Monet.

Insgesamt gewährt der Band interessante Einblicke, auch mal in Schrulligkeiten, aber vor allem in die Lebens- und Sinnenfreude des Künstlers und seiner Familie. Empfehlenswert für Monet- und/oder Kochfans.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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4 Antworten zu Zu Gast bei Claude Monet

  1. haushundhirschblog schreibt:

    Danke Dir, liebe Petra, für Deine Beschreibung zu diesem Buch. Und zu des Künstlers Eigenheiten und Verschrobenheiten …
    mb und dm

  2. Sofasophia schreibt:

    homestorys mögen wir menschen einfach 🙂
    so werden aus künstlerInnen ganz normale menschen,

    liebgrüß, soso

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Stimmt, liebe Soso, ich mag außerdem auch sehr gern Biographien, und so ein Buch, das ein bisschen Lebensbeschreibung unter dem Aspekt Essen und Gastlichkeit bringt, macht Spaß. Schön anzusehen ist es auch : )

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