Proust und kein Ende

Wie ihr wisst, bin ich ja ein großer Fan von Marcel Proust. Und da man bei Twitter einer Menge interesssanter Leute folgen kann, folge ich seit geraumer Zeit auch „Marcel Proust“ bzw. @ProustTweet. Er bringt „Proust’s entire 7-volume novel rewritten as a series of spontaneous daily tweets” – Proust-Häppchen also. Außerdem ist es natürlich herrlich, wenn ich in meinem Posteingang eine E-Mail finde mit dem Betreff „Marcel Proust(@ProustTweet) hat auf einen Deiner Tweets geantwortet!“.

Bald kommt The Illustrated PROUST von Patrick Alexander und David Richardson heraus, eine Preview dazu findet ihr hier. Im November wird es eine Kindle-Version und eine E-Book-Version fürs iPad davon geben, auf die ich mich schon freue. Um die Zeit Proust-mäßig zu füllen, habe ich mir schon mal Marcel Proust’s Search for Lost Time: A Reader’s Guide to The Remembrance of Things Past von Patrick Alexander bestellt. Und muss sagen, dass ich von diesem Guide überaus angetan bin. Alexander bietet in dem kompakten Buch eine sehr gute Einführung nebst Überblick über Handlungen, Figuren, geschichtliche Zusammenhänge und eine kurze Biographie des Autors sowie natürlich jede Menge Zitate aus der Suche. Bei der Gelegenheit konnte ich feststellen, dass die englische Übersetzung der Suche, zumindest, was die Zitate bei Alexander betrifft, sprachlich sehr gelungen ist. Für meine Vorbereitung auf die komplette Lektüre der Suche ist der Guide auf jeden Fall geeignet und ich könnte mir vorstellen, dass das Buch auch Proust-Kennern gefällt.

Mehr von Patrick Alexander über Proust gibt es auf seiner Website Proust Guide, die ich allen Proust-Fans wärmstens empfehle.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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22 Antworten zu Proust und kein Ende

  1. IngridW schreibt:

    Interessant. Bisher habe ich mich nicht an Proust herangetraut…

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das kann ich verstehen, liebe Ingrid. Es gibt ja einige dieser Werke, die einem vielleicht zu viel Respekt einflößen, sodass man sie immer wieder vor sich her schiebt. Und gerade die Suche nach der verlorenen Zeit mit ihren sieben Bänden schreckt sicher manche nicht nur wegen ihrer Länge ab. Aber alles, was ich bisher von und über Proust las, hat mich sehr fasziniert. So nähere ich mich der Lektüre der kompletten Suche sozusagen in konzentrischen Kreisen, bis ich die Muße habe, sie am Stück zu lesen.

  2. Mila schreibt:

    Ein Twitter von Proust, auch nicht schlecht, aber sieben Bände als Twitter-Lektüre? Was für ein Unterfangen. Ich glaub, ich lese lieber weiter Abschnitt für Abschnitt im Buch… LG Mila

  3. Rabin schreibt:

    Ich bin zwar schon über den Begriff Marcel Proust gestolpert, bis dato sagt mir das allerdings nicht wirklich etwas.

  4. Frau Blau schreibt:

    ich habe ihn auch immer noch nicht gelesen, aber du machst mich einmal mehr neugierig… manchmal wünsche ich mir ein Zweitleben, eins, dass so viel lesen darf, wie es möchte und das andere tut eben, was zu tun ist

    liebe Grüße
    Frau Blau

  5. buechermaniac schreibt:

    Guter Hinweis von Twitter, aber mir geht es wie Mila. Ich lese dann doch lieber das Buch. Wird man nicht völlig von Twittermeldungen zugekleistert?

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Nein, keine Bange, liebe Büchermaniac. Wie ich schon zu Milas Kommentar schrieb, macht Patrick Alexander das sehr geschickt. Es ist einfach witzig, diese oft anachronistischen Twittermeldungen zu lesen und macht eher Lust auf die Lektüre des Romans als davon abzuhalten.

  6. buchstabenchaos schreibt:

    Bisher habe ich mich noch nicht an Proust herangewagt, aber der Guide hört sich interessant an!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Überhaupt ist die Literatur rund um Proust durchaus was für Leute, die sich noch nicht mit seinem Hauptwerk befasst haben, ihn aber als Schriftsteller interessant finden, liebe Buchstabenchaos.

  7. durchleser schreibt:

    als sehr grosse Proustverehrerin und Leserin (habe die“ Suche nach der verlorenen Zeit“ bereits einmal komplett gelesen und lese sie irgendwie immer wieder!) bin ich grundsätzlich sehr offen für neue und interessante Bücher rund um Proust. Doch bei all dieser grossartigen Idee einen Proust-Guide zu konzipieren, geht vielleicht ein wenig das Eigentliche, das Proustsche verloren. Übrigens gibt es bereits seit langer Zeit auch in deutscher Übersetzung „Das Marcel Proust Lexikon“ von Philippe Michel-Thiriet, das in gewisser Weise sicherlich vergleichbar ist. Bevor man sich an Proust und vor allem an sein grosses Werk der „Suche“ wagt, würde ich eher dazu raten, eine Biographie über ihn zu lesen, um den Menschen und nicht nur den Autor Marcel Proust kennenzulernen. Besonders empfehlen möchte ich dabei die wunderschöne und vor allem sehr persönliche Biographie von Céleste Albaret, „Monsieur Proust“. Mehr dazu kann man auch gerne hier nachlesen: http://durchleser.wordpress.com/2012/01/15/durchgelesen-monsieur-proust-v-celeste-albaret/
    Und wem das alles viel zu kompliziert ist und zu lange dauert, der kann sich sehr gerne auch mit der sogenannten Comic-Version auseinandersetzen, die wirklich hervorragend ist. Mehr darüber findet man auch hier: http://durchleser.wordpress.com/2011/02/21/durchgeblattert-auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit-combray-nach-marcel-proust-v-stephane-heuet/
    In diesem Sinne nur Mut und vor allem viel Freude beim Geniessen der unvergleichlichen proustschen Sprache!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Sehr schön, liebe Durchleserin, „nur Mut und viel Freude“ ist sicher das Beste, was man für die Lektüre von Prousts Texten wünschen kann : ) Bisher hat mir noch alles von ihm sehr gefallen. Und ein Zugang über die Biographie finde ich – übrigens auch bei vielen anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern – ebenfalls empfehlenswert. Ich nehme an, du hast auch diese Mega-Biographie von Jean-Yves Tadié gelesen – lohnt sich der Kauf? Noch schreckt mich der Preis (68 Euren) …

  8. laura schreibt:

    Ach toll, hier finden sich so viele Tipps zu ergänzenden Büchern meiner momentanen Proust-Lektüre! Vielen Dank vor allem an Philea und die Durchleserin! Ich bin mittlerweile in Teil 3.1 von „Auf der Suche“ angekommen und liebe es wirklich. Allerdings will ich erst den Roman selbst lesen und mich dann noch mal eingehender mit „Sekundärliteratur“ befassen wie seiner Biografie von Célèste Albaret… auch wenn ihr es andersherum empfehlt 🙂 Da man für Proust wirklich eine Menge Zeit braucht, lese ich ihn immer sonntags und teile Zitate und Gedanken auf unserem Blog aboutsomething in der Kategorie „Sonntag mit Proust“. Wie habt ihr denn Proust gelesen? Stück für Stück oder in einem Proust-Marathon? Beste Grüße, Laura

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Liebe Laura, wie schön, dass du gerade dabei bist, die Suche zu lesen und hier auf passende weiterführende Lektüretipps stößt! Und ich bin nun gleich auf dein Blog und den Sonntagsproust aufmerksam geworden, wunderbar. Das werde ich mir noch einmal genauer anschauen.
      Meine Proust-Begeisterung begann mit Sekundärliteratur, mit Alain de Bottons Wie Proust Ihr Leben verändern kann. Von der Suche las ich bislang nur jenen Band, den so viele gelesen haben, ohne unbedingt auch alles andere zu lesen, nämlich Eine Liebe von Swann. Dieser Band ist ja besonders dazu geeignet, unabhängig vom Rest gelesen zu werden, da er in sich abgeschlossen ist und aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Seither las und lese ich immer mehr rund um Proust und die Suche, aber auch beispielsweise seine Essays „Tage des Lesens“, „Über den ‚Stil‘ Flauberts“ und „Über Baudelaire“. Ich hoffe, zu Weihnachten und zwischen den Jahren endlich von Anfang an mit der Lekütre der Suche zu beginnen.
      Liebe Grüße!

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