Alles ist erleuchtet

Dieser Roman von Jonathan Safran Foer zählt zu meinen Favoriten. Die Erzählperspektive wechselt zwischen der des schlecht Englisch sprechenden Russen Alex (im Deutschen gut übersetzt, ohne in die Kanak-Sprak-Falle zu tappen) und der des Amerikaners, der zufällig genauso heißt wie der Autor, und der sich auf die Spuren seiner Familiengeschichte begibt.

Alex führt Jonathan als Dolmetscher auf seiner Reise durch die Ukraine. Jonathan ist auf der Suche nach der Frau, die seinen jüdischen Großvater während der Nazi-Zeit gerettet hat. Eine bizarre Reise, in deren Verlauf Alex immer mehr Verständnis für den Amerikaner entwickelt, den er zunächst eher verachtet, und der ihm einen neuen Einblick in das Leben seines eigenen Großvaters erlaubt. Einen Einblick, den er sich vielleicht lieber erspart hätte.

Unterdessen erfährt man nach und nach mehr über die Geschichte des Dorfes, aus dem Jonathans Großvater stammte. Diese Chronik wird immer wieder in die eigentliche Romanhandlung eingesprengselt und fortgeführt und ist es allein schon wert, das Buch zu lesen. Insgesamt ein tolles, verrücktes Buch, das mit einfallsreichen Stilelementen unglaublich witzige und furchtbar tragische Geschichten erzählt.

Erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Lesenswertes abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Alles ist erleuchtet

  1. muetzenfalterin schreibt:

    ich habe das buch noch gar nicht gelesen, nur die verfilmung kenne ich, aber auch die hat mir recht gut gefallen.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich fand die Verfilmung auch ganz gut, wobei die sich auf die Reise konzentriert hat. Die Chronik wäre vermutlich auch schwer filmisch umzusetzen gewesen. Für die komplette Geschichte würde ich dir auf jeden Fall auch das Buch empfehlen.

  2. caterina schreibt:

    Eines der außergewöhnlichsten, beeindruckendsten und berührendsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Ganz, ganz große Literatur!

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ja, liebe Caterina, so geht es mir auch mit diesem Roman. Seinen „Zweitling“ allerdings habe ich nur angelesen, er hat mich seltsamerweise nicht gepackt. Hast du ihn gelesen?

      • caterina schreibt:

        Ja, ich habe auch den zweiten Roman gelesen, vor dem ersten sogar. Ich mochte ihn, das Spielerische in Foers literarischem Ansatz hat mir schon dort gefallen, gerade das Experimentieren mit graphischen und typographischen Elementen forciert er dort noch viel mehr als in Everything Is Illuminated, was ich wahnsinnig spannend finde. Aber von der Geschichte her hat mich Extremely Loud… nicht so beeindruckt und bewegt wie der erste.

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Ah, okay. Bis zu den Experimenten hatte ich es gar nicht geschafft. Das klingt ja eigentlich schon interessant.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s