Ich habe alles gelebt

Die Autobiographie von Peggy Guggenheim ist zwar stilistisch etwas fad, aber ihr Leben war nun mal wirklich hochinteressant. Insbesondere ihre Liebhaber und ihr sonstiger Umgang. Man muss sich allerdings etwas durchwühlen: All diese Beschreibungen, welche Häuser sie wie einrichtete und wann bewohnte, wo sie mit wem wie lange Urlaub machte und derlei mehr sind anfangs ja noch ganz okay, verlieren aber trotz aller Liebe zur Opulenz etwas an Reiz. Zwischendurch dachte ich Sachen wie, wann kommt sie denn nun endlich mit Beckett zusammen oder mit Ernst oder wem auch immer.

Dennoch bietet das Buch so ganz nebenbei jede Menge interessante Einblicke in das Leben und Werk verschiedener Künstler, ihre Tics und Eigenarten. Auch zerfällt das Buch eigentlich in zwei Teile: Den oberflächlichen, etwas langen ersten Teil und einen leider sehr kurzen zweiten, den sie deutlich später beifügte, und der stilistisch wesentlich ansprechender ist. Auch ihre Liebeserklärung an Venedig ganz am Ende liest sich wunderschön. Ich als Fan von Biographien empfehle es vor allem kunstinteressierten Bücherwürmchen.

Erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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