Die unglaubliche Reise der Lillian Leyb

Das hätte schief gehen und in unglaublichen Kitsch münden können: Eine Mutter auf der Suche nach ihrem Kind. Ist es aber nicht. Ohne Pathos erzählt Amy Bloom von der wahrhaft unglaublichen Reise einer jungen Frau, eine Geschichte voller wunderlicher Charaktere und merkwürdiger Begebenheiten.

Bei einem Pogrom hat Lillian alle verloren, die sie liebte: ihre Eltern, ihren Mann und ihre kleine Tochter Sophie. Danach hält sie nichts mehr in Russland und sie geht Mitte der 1920er Jahre nach New York, wo sie zunächst bei ihrer Cousine Frieda in einfachsten Verhältnissen lebt. Sie lernt ein wenig Englisch, schlägt sich als Näherin durch und macht schließlich die Bekanntschaft des Theaterbesitzers Reuben Bursteins und seines Sohnes Meyer, der ein gefeierter Schauspieler und sehr gutaussehend ist. Bald scheint es, als hätte sie sich gut eingerichtet in ihrem neuen Leben: Meyer und sie wohnen zusammen und Reuben ist ihr Liebhaber. Doch eines Tages kommt ihre Cousine Raisele und behauptet, Lillians Tochter habe das Massaker überlebt, sei von Nachbarn aufgenommen worden und wohne nun in Sibirien. Für Lillian gibt es keine Sekunde des Zögerns: Sie muss nach Sibirien zu ihrem Kind.

Natürlich halten Meyer und Reuben sie für verrückt und weigern sich, ihre Reise finanziell zu unterstützen. So zieht Lillian mit ihrem Ranzen und wenig Geld Richtung Alaska, fährt als blinde Passagierin in Zügen und lernt unterwegs Sonderlinge und Außenseiter aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennen, die sie mit ihren bescheidenen Mitteln unterstützen.

Spannend und ungewöhnlich.

Erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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2 Antworten zu Die unglaubliche Reise der Lillian Leyb

  1. buechermaniac schreibt:

    Und vielleicht genau deshalb, weil es ungewöhnlich ist, habe ich das Buch wieder aus den Händen gelegt. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt dafür, deshalb werde ich nochmals einen neuen Versuch starten 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich kann dich verstehen, liebe Büchermaniac, es ist nicht nur ungewöhnlich, es ist auch sehr deprimierend, all die traurigen Fallbeispiele … Bei solchen Büchern sag ich immer, dass man selbst in einer stabil guten Gemütsverfassung sein sollte, zum Entspannen eignet es sich nicht so richtig …

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