Wie ich lernte, die Frauen zu lieben

Dieses Buch von Stephen Vizinczey, im Untertitel Die amourösen Erinnerungen des András Vajda geheißen, ist sehr amüsant und eine Art amouröser Entwicklungs- und Bildungsroman, bei dem man überdies eine Menge über ungarische Geschichte erfährt: Der ungarische Philosophieprofessor András Vajda erzählt, wie er bereits als kleiner Junge unter lauter Frauen aufwuchs und, mit erwachenden Trieben, erfährt, dass man die Liebe nur von reifen Liebhaberinnen lernen sollte. In der Rückschau ist er sogar der Ansicht, mit einer unerfahrenen Frau ins Bett zu gehen sei, als würde man sich als Nichtschwimmer mit einem anderen Nichtschwimmer in tiefe Gewässer begeben. Der Titel der englischen Erstausgabe lautet daher auch treffend In Praise of Older Women.

Die wechselhafte Geschichte Ungarns – Krieg, Diktatur, Ungarn-Aufstand – und damit auch des Erzählers (Flucht und Exil) bildet den zuweilen tragischen Hintergrund, vor dem András die Episoden über seine Beziehungen auffädelt wie Perlen einer Kette. Dabei geht es ihm nicht darum, dem Leser eine Art ungarisches Kamasutra vorzuführen, auch die große wahre Liebe sucht man in dem Buch vergeblich. András genießt die körperlichen Freuden mit gleichgesinnten, großzügigen Frauen eher wie man einen sehr guten Wein oder ein köstliches Essen genießt.

Möglicherweise ein gutes Geschenk für Frauen zum 40. Geburtstag ; )

Erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Wie ich lernte, die Frauen zu lieben

  1. flattersatz schreibt:

    .. einen guten wein würde ich jetzt auch geniessen 😉 … ich kenn den roman unter einen anderen titel („Lob der erfahrenen Frauen und habe ihn vor einiger Zeit auch mit viel vergnügen gelesen…..

  2. jexner schreibt:

    Was flattersatz schreibt. Ich habe ihn auch als „Lob der erfahrenen Frauen“ gelesen, als ich so um die 18 war. Hat mich damals sehr beeindruckt.

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