Zeitungsfrühstück, Folge 60

Willkommen zum Zeitungsfrühstück am 4. Advent, meine Lieben! Ich serviere euch heute wieder meine Highlights aus dem Zeitmagazin, dem Reiseteil und dem Feuilleton der Zeit (Nr. 52/2012) – wie stets dekoriert mit ein paar persönlichen Anmerkungen. Guten Appetit!

Foto: (c) Gerda Kazakou

Foto: (c) Gerda Kazakou

Harald Martenstein macht sich in seiner Kolumne diesmal Gedanken über „Politikerinnen als Wunderwesen“. Es fällt ihm nämlich auf den Wecker, dass Frauen in manchen Artikeln pauschal mehr Kompetenzen zugesprochen werden als Männern, speziell in der Politik (Konsens, kommunikativer Führungsstil etc.). Dem weiß er launig durch allerley Beispiele aus der Geschichte zu widersprechen. Wofür es allerdings auch jede Menge männliche Gegenbeispiele gäbe; überhaupt gibt es ja immer solche und solche und ein Beispiel ist ja bekanntlich noch kein Beweis. Dennoch, amüsant zu lesen. Besser gefiel mir allerdings die „Gesellschaftskritik“ von Anna Kemper „Über Diplomatie“. Darin mokiert sie sich über die etwas bizarre Idee, die Vogue-Chefin Anna Wintour zur US-Botschafterin zu machen. Immerhin wäre sie gewiss stets passend gekleidet. Interessant ist der Beitrag „Mut zum Wunder“ von Jan Ross über Weihnachten als „Unterschicht unter den Festen“, über Coolness und Sentimentalität, Anspruch und Kitsch. Passend dazu folgen 25 gewöhnliche und ungewöhnliche Weihnachtsgeschichten.

Der Reiseteil hat mir diesmal besonders gut gefallen und ES IST SOGAR SCHON WAS ONLINE! Doch zunächst zu den Artikeln, die noch nicht online sind: Stefan Beuse berichtet in „Hach!“ über seinen Besuch von Schloss Moritzburg, der Kulisse des Films „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und outet sich sehr sympathisch als großer Fan, besonders des Aschenbrödels. In „Das geht zu weit“ berichtet Andreas Mayer von acht skurrilen Reiseangeboten, etwa den Jakobsweg im Privatjet abzupilgern. Immerhin wird dann wohl wenigstens kein Buch daraus. Dann gibt es noch ein Interview mit dem Schweden Oskar Kalmaru, einem der Gründer der Firma Memoto, die einen Fotoapparat erfunden hat, den man sich irgendwo anpinnt, und der dann alle 30 Sekunden ein Foto schießt. Hilfe! Und nun zu dem Artikel, der ONLINE ist: „Advent in Rheinform“ von Cosima Schmitt über eine dreitägige Flusskreuzfahrt zu diversen Weihnachtsmärkten von Frankfurt nach Straßburg. Vielleicht was für Hardcore-Glühweintrinker im nächsten Jahr?

Das Feuilleton beginnt mit einer Besprechung des Miguel-Gomes-Films „Tabu“ von Daniel Kehlmann, leider nicht online, denn seine Beschreibung des Films macht große Lust, den Film anzusehen. Aber auf den Seiten des Deutschlandfunks findet sich eine Besprechung – damit ihr wisst, um was es geht. Dann gibt es noch eine ganz verliebte Hymne von Ijoma Mangold auf den scheidenden Hanser-Verleger Michael Krüger. Ebenso wenig online wie „Unerzählbarer Alptraum“ von Peter Handke über den Suhrkampf, mal wieder.

Da vom Feuilleton nix online ist, was ich euch gern näher vorgestellt hätte, klickte ich auf der Chanel-Werbung auf der Online-Kulturseite herum und sah mir das etwas sinnfreie Werbevideo mit Brad Pitt an – witzige Idee, mal zur Abwechslung einen Mann für die Werbung eines Damenparfüms zu nehmen. Man könnte eine Serie daraus machen, dann sollte unbedingt eine Folge mit Clive Owen dabei sein. Und dann klickte ich weiter und kam zu einem besseren Film über Marilyn und Chanel Nº. 5 – braucht ein bisschen, bis er läuft, ist aber nett gemacht. Übrigens duftet das fürchterlich teure Chanel Nº 5 Parfüm (7,5 ml Flakon für über 100 Euren) leider wirklich besser als das gängigere (und bezahlbarere) Eau de Parfum. Falls ihr noch ein Geschenk sucht ; )

Habt noch einen schönen Sonntag!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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6 Antworten zu Zeitungsfrühstück, Folge 60

  1. Pit schreibt:

    Hallo Petra,
    ein Frohes Weihnachtsfest und alles Gute in Neuen Jahr wünscht Dir aus dem südlichen Texas,
    Pit

  2. beatesauer schreibt:

    Liebe Philea,

    es gibt ja vieles was an Weihnachten nicht mag, z.B. Weihnachtsmärkte mit Dauer-Gedudel-Beschallung 😉 . Nichts desto trotz fand ich den Beitrag von Jan Ross über „Mut zum Wunder“ sehr anregend.

    Schöne Weihnachtstage und liebe Grüße

    Beate

  3. buchstabenchaos schreibt:

    Für Weihnachtswünsche ist es ein bisschen spät, aber ich hoffe, du hast schöne Feiertage verbracht! Was die Chanel-Werbung angeht: ich verstehe nicht, warum sie Brad Pitt genommen haben. Ich finde ihn weder in der Anzeige noch sonst irgendwie ansprechend. Ich hätte lieber Adrien Brody z.B. gesehen! 😉

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