Musen: Erinnerung und Fortschritt

Von der Muse geküsst – inspiriert – zu werden, erhoffen sich viele, die künstlerisch tätig sind. Natürlich glauben wir nicht mehr an Musen im antiken Sinne, aber den Musenkuss wünschen wir uns immer noch.

Es gibt eine Menge Bücher über Frauen, die zu ihrer Zeit – und darüber hinaus – als Musen galten. In Musen des 20. Jahrhunderts. Wer die Künstler inspirierte porträtiert das Autorenduo Annette und Luc Vezin unter anderem Lou Andreas-Salomé, Helen Hessel, Gala, Peggy Guggenheim, Misia Sert, aber auch Frida Kahl und Tina Modotti. Sehr unterschiedliche „Musentypen“ also: Modelle, oft auch hingebungsvolle Geliebte oder Gattinnen, die die kreativen Männern zu Bildern, Gedichten oder Romanen inspirierten, Mäzeninnen, hochintelligente Frauen, die die Arbeit eines Künstlers durch ihre eigenen Gedanken und Ideen angeregt haben oder die selbst künstlerisch tätig waren. Damit entspricht die Zusammenstellung weitgehend unseren heutigen Vorstellungen von Musen.

Woher aber kommen diese Musen eigentlich? Manches, was wir über sie wissen, kennen wir vielleicht noch aus unserer Schulzeit. Waren es nicht neun griechische Schutzgöttinnen der Künste? Als ich mich näher mit ihnen befasste, fiel mir auf, dass die Grundlagen ihrer Existenz ziemlich dürftig sind. Zwar hatten sich mehrere antike Dichter zu den Musen geäußert, doch insgesamt sind diese Äußerungen eher verwirrend als erhellend.

Hesiods Musen

Ihre früheste Erwähnung geht auf den Dichter Hesiod zurück, der vermutlich um 700 v. Chr. in Böotien lebte. In seiner Theogonie beschrieb er die Entstehung der Welt und der Götter. Auf diesem Epos basiert viel von dem, was man über die griechische Mythologie weiß.

Gleich die ersten Zeilen der Theogonie beginnen mit den Musen, die den Berg Helikon bewohnten und ihre makellos schönen Stimmen zum Lob ihres Vaters Zeus und der Hera erschallen ließen. Diese Göttinnen, so Hesiod weiter, hätten ihn ihren Gesang gelehrt, während er gerade seine Schafe weidete. Etwas rüde nannten die Musen Hirten wie Hesiod nur „unbehauste, traurige Gesellen, / Nichts als Bäuche“. Dass sie ausgerechnet einem von ihnen die Geschichte der Götter anvertrauen und ihn zum Dichter erheben wollten, schien mir etwas eigenartig, aber auch interessant. Vermutlich kamen die Menschen den feinsinnigen Musen sowieso wie bloße Bäuche vor, weswegen es ihnen letztlich gleich sein konnte, wem sie ihr Wissen schenkten. Jedenfalls sollte es Hesiods Aufgabe sein, dieses Geschenk weiter zu reichen, damit alle Menschen daraus einen Gewinn zögen. Er sollte rühmen, „was sein wird / Und was vorher gewesen, / Und sie hießen mich preisen der Seligen Geschlecht, / Der fort und fort Seienden, / Sie selber aber zuerst und zuletzt allezeit zu singen.“

Mnemosyne, Göttin der Erinnerung und eine der zwölf Titanen, die von Gaia und Uranos abstammten, und Zeus, König der Götter und Beherrscher der Naturgewalten, zeugten, laut Hesiod, in neun Liebesnächten die Musen. Sofern Hesiod ihre Namen nicht allein aus Gründen des Versmaßes in eine bestimmte Reihe gesetzt hatte, wurde zuerst Klio geboren, dann ihre Schwester Melpomene, darauf Terpsichore, Thalia, Polyhymnia, Urania, Euterpe, Erato und zuletzt Kalliope.

Ausweitung und Aufteilung der Zuständigkeiten

Es hat fast etwas von der Gründung eines Unternehmens: Man beginnt mit einer guten Idee, einem Produkt, es kommen immer neue Ideen dazu und bald wird es nötig, den Mitarbeitern verschiedene spezielle Zuständigkeitsbereiche zuzuweisen, damit sie sich bei der Weiterentwicklung nicht im Weg stehen. So ähnlich kann man sich das auch bei den Musen und ihren Aufgaben vorstellen: Zunächst standen sie für Tanz und Gesang. Erst in der späteren Antike wurden ihnen bestimmte Spezialgebiete zugeschrieben, die von Quelle zu Quelle variieren konnten. Ihre Aufgabenbereiche hatten sich im Laufe der Jahrhunderte stark erweitert. So wurde aus Klio die Muse der Geschichtsschreibung, Melpomene die der Tragödie, Terpsichore die Muse für Chorlyrik und Tanz, Thalia die der Komödie, Polyhymnia die Muse für Tanz, Pantomime und ernstes Lied, Urania für Sternkunde, Euterpe für Lyrik und Flötenspiel, Erato für die Liebesdichtung und Kalliope die Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, der Philosophie und der Wissenschaft.

Diese Zuteilung, die in der Rückschau wenig übersichtlich und ziemlich uneinheitlich scheint, mag daher rühren, dass die Menschen ihre überlieferten Mythen nicht aufgeben wollten. Daher versuchten sie wohl, das Aufkommen immer neuer Künste und Wissenschaften in ihren bestehenden Glauben zu integrieren. Das erfordert einen sehr anpassungsfähigen Glauben, damit er auch in einer zunehmend erklärungsbedürftigen Welt bestehen kann. Im Bezug auf Unternehmen spräche man hier von Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

Immer weitere Sagen umwuchsen die Musen, was immer weniger zur Schärfung ihres Bilds beitrug. So geht die Sage, dass Athene ihnen das Dichterross Pegasos schenkte und der Schwan ihr heiliges Tier war. Außerdem brachten sie, laut Apollodor, der Sphinx das berühmte Rätsel (was geht am Morgen auf vier Füßen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien?) bei, das so viele Reisende nach Theben das Leben kostete, bis Ödipus es löste, woraufhin sich die Sphinx in den Abgrund stürzte (Antwort: Der Mensch in seinen drei Lebensaltern. Als Kind krabbelt er, als Erwachsener steht er auf seinen beiden Beinen und im Alter benötigt er eine Krücke zum Gehen, das dritte Bein).

Einige Musen hatten Kinder, von denen manche ein ungutes Ende nahmen. Uranias Sohn Linos war beispielsweise in einer Variante der Lehrer des Herkules, der ihn erschlug, weil er sich von ihm ungerecht behandelt fühlte. Klios Sohn Hyakinthos wurde versehentlich von Apoll beim Diskuswerfen getötet. Am tragischsten scheint mir die Geschichte des Orpheus, dem Sohn der Kalliope, der seine geliebte Nymphe Eurydike an die Unterwelt verlor und den am Ende die Mänaden zerrissen. Ein Musenkind zu sein, war offenbar kein Garant für ein glückliches Leben.

Die Musen des Pausanias

Pausanias ist die zweite Quelle, die besonders ergiebig über das Thema Musen sprudelt. Allerdings stimmen seine Angaben nicht mit denen, die Hesiod ein paar Jahrhunderte zuvor gemacht hatte, überein. Pausanias, der lange nach Hesiod um 115 n. Chr. geboren wurde und aus Kleinasien stammte, verfasste zehn Bücher über die Landschaften und Bauwerke des antiken Griechenlands, Ἑλλάδος Περιήγησις (Helládos Periēgēsis). In seinem neunten Buch über Böotien – woher auch Hesiod stammte – ist zu lesen, es habe bei den Böotiern drei Musen gegeben: Melete, Aoide und Mneme. An anderer Stelle ist zu erfahren, dass diese Musen ebenfalls ihre Zuständigkeiten hatten: Melete war die Muse der Meditation, Übung und Praxis, ihre Schwester Aoide die Muse des Gesangs und Mneme die Muse der Erinnerung.

9, 7, 3, 2, 1?

Bei der Lektüre der Ilias und der Odyssee stellt man fest, dass Homer mal von einer Muse und mal von mehreren Musen sprach und nur an einer Stelle in der Odyssee von neun. Was stimmt denn nun: neun oder drei oder eine? Oder waren es, wie an anderer Stelle behauptet wurde, zwei oder sieben? Diese Namen oder jene? Wer hatte „Recht“?

Nun, das alles sind Mythen. Warum sollten in unterschiedlichen Gegenden und noch dazu zu unterschiedlichen Zeiten keine verschiedenen Versionen dieser Gottheiten existieren? Wichtiger sind die Gemeinsamkeiten dieser Varianten. Sie liegen in der Bedeutung der Musen für das Erinnern und Überliefern, für die Kunst und die Wissenschaft.

Die Bedeutung der Musen

Erinnerung setzt das Bewusstsein für Zeit und Vergänglichkeit voraus. Das macht sie zur Ursache und zum Ansporn allen Erzählens. Schließlich ist Mnemosyne, die Göttin der Erinnerung, nicht ohne Grund die Mutter der Musen und damit in gewisser Weise auch die des Erzählens (einst des Singens von bedeutenden Ereignissen). Mit dem recht triebhaften Zeus, dem Vater so vieler Götterkinder und zumindest insofern sicher besonders kreativen Gottes, zeugte Mnemosyne nicht einfach nur neun göttliche Töchter, sondern Kultur. Den Sinn für das Tradierenswerte im Leben, für Erinnerung, die zugleich den Blick für die Zukunft bewahrt. Denn für die Zukunft wird Kultur weitergegeben.

Die Musen die Schutzgöttinnen der Künste, stehen außer für die Inspiration für die Erinnerung. Sie sind Bewahrerinnen und bringen die Menschen dazu, Ereignisse in Gedichten festzuhalten, überhaupt Bewahrenswertes zu schaffen und es zu überliefern. Sie sind ewig, überzeitlich, das zeigen auch die Variationen ihres Mythos. Vielleicht haben sie den Menschen die Ewigkeit überhaupt erst geschenkt. Die Idee von Vergangenheit und Zukunft, von Zeit, die über das pur Gegenwärtige hinausgeht. Mit den Musen hat alles angefangen, sie sind der Antrieb für jedes Weiterkommen, sie sind das Salz in der Ursuppe und geben etwas, das die Menschen brauchen, um immer vorwärts zu gehen und dabei das Vergangene nicht zu vergessen. Ohne sie hätten wir uns nichts zu erzählen, wir hätten keine Dichter, Bücher und Bibliotheken.

Der Mythos der Musen versucht zu erklären, wie Kultur und Fortschritt in die Welt gekommen sind. Ohne ihre Gesänge wären die Menschen noch immer nichts als Bäuche, allein auf ihre Instinkte und Triebe vertrauend, von einem Moment zum nächsten lebend, ohne Sinn für das Vergangene oder die Zukunft. Ohne den Wunsch, ihren Nachkommen Geschichten zu überliefern, ohne etwas zu hinterlassen, Kunstgegenstände, Heldengesänge, was auch immer, dessen zu gedenken sich lohnen könnte, etwas, das weitergegeben werden sollte von Generation zu Generation. Weil es die Jungen antreibt zu neuen Leistungen, um über das Bisherige hinauszuwachsen, fort und weiter durch die Jahrhunderte, die Jahrtausende.

Wie auch immer die Kunst des Erzählens in die Welt gekommen sein mag, Erinnerung ist einer ihrer wichtigsten Bestandteile, der Motor des Erzählens überhaupt. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich so viele Romane um (fiktive) Erinnerungen drehen, die bestimmte Ereignisse auslösen. Schon die meist verwendete Erzählzeit, das Präteritum, setzt jede Handlung in die Vergangenheit (selbst Science-Fiction) und bedeutet im Grunde, dass sich jemand an etwas erinnert, das er für erzählenswert hält.

Musen heute

Der Glaube an Musen als Quelle der Inspiration ist Ausdruck des Glaubens an eine göttliche Intervention beim kreativen Prozess. Das spricht zugleich dem Menschen ab, aus sich selbst heraus Kunst schaffen zu können, was, nebenbei bemerkt, ein ziemlich schlechtes Licht auf das menschliche Selbstwertgefühl wirft.

Allerdings muss sich dieser Glaube irgendwann zugunsten des Irdischen verschoben haben. Heute sind Musen für uns lediglich Personen, die eine Beziehung zu einem Künstler haben, der durch ihre Liebe oder deren Entzug, durch geistigen Austausch oder wie auch immer von ihnen zu Geniestreichen veranlasst wird. Die Göttinnen sind irdisch geworden und sterblich. Einzig unsterblich bleiben vielleicht die Werke. Ihr Mythos verblasste naturgemäß mit dem Aufkommen des Christentums. Statt von Göttern abzustammen und selbst göttlich zu sein, sind die modernen Musen von Menschen gemacht, indem man über jemanden sagt, er oder sie sei eine Muse. Musen finden wir heutzutage an jeder Ecke. Der Begriff wird geradezu inflationär verwendet. Ein bisschen Schönheit scheint auszureichen, um eine Muse genannt zu werden.

Eine Muse aber ist so viel mehr als ein hübsches Gesichtchen. Sie ist intelligent, sensibel und geheimnisvoll, sie muss über pädagogisches Geschick verfügen – wie sonst kann sie den Künstler lehren, was wahre Kunst ist? Sie kann Inspiration gewähren oder verweigern, kann den Menschen in Sehnsucht, Verlangen und Leidenschaft oder auch ins Unglück stürzen. Sie allein besitzt die Macht, seine Träume zu erfüllen. Der Künstler ist völlig abhängig von ihr, wenn es darum geht, seine Eindrücke, seine Erfahrung, das Leben – alles – in Kunst zu verwandeln! Wen die Musen lieben, der ist selig, weiß schon Hesiod, denn ihm fließt süß die Stimme vom Mund …

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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25 Antworten zu Musen: Erinnerung und Fortschritt

  1. buchstabenchaos schreibt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag, ich habe gerade nach dem Buch geschaut, es scheint aber nicht mehr aktuell zu sein. Bei Amazon & Co bekommt man es aber wohl noch gebraucht. Hört sich sehr interessant an, neben den Mythen und Sagen auch eines der Themen, mit denen ich mich gerne mehr beschäftigen würde, wenn ich denn mehr Zeit hätte…*seufz* Naja, aber wer kennt dieses Problem denn nicht?
    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir noch! 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Das Buch ist wirklich interessant, wobei über die Muse als Mythos dort wenig zu finden ist. Ein spannendes Thema, mit dem ich mich vor einigen Jahren intensiv befasst habe. Mythen, ihre Entstehung und ihr Fortwirken bis heute – darüber kann man ganze Bücher schreiben, es gibt ja auch viel dazu, oder lesen ; ) Dir auch noch einen schönen Sonntag, liebe Buchstabenchaos

  2. kormoranflug schreibt:

    Bestimmt gibt es heute auch männliche Musen für die Autorinnen.

  3. Susanne Haun schreibt:

    Ich glaube ja, männliche Musen gibt es selten….. 🙂 🙂 🙂 ….
    Ein toller Artikel Petra….
    Rodin sagte zu seiner Frau, sie sei die Bewahrerin seines Tons….
    In dem Film Camille Claudel aber wahr Rodin nicht bereit, der Muser für Camille zu sein 🙂 -) 🙂

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Danke dir, liebe Susanne. Die Seltenheit männlicher Musen liegt sicher unter anderem darin begründet, dass lange Zeit vor allem männliche Künstler die Wahrnehmung geprägt haben und die Muse als aktive Göttin „zurückgestutzt“ war als Modell und derlei. Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch Künstlerinnen ihre „Museriche“ hatten. Der Film ist toll, den habe ich auch gesehen!

      • Susanne Haun schreibt:

        Ja, das ist auch ein Grund, Petra, aber ich denke, dass Männer meistens gerne selber Karriere machen wollen und deshalb nicht hinter einer Frau im Schatten stehen möchten. Frauen sind oft durchaus damit zufrieden, vom Ruhm des Mannes zu leben, als ob es der eigene wäre… ich bin immer wieder erstaunt, wieviele „Frau Doktor“ es ohne Doktortitel gibt, wo der Mann der Doktor ist….
        Ich sammel Künstler DVDs und da ist auch die Camille dabei … .

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Stimmt, das ist ein sehr eigenartiges „Phänomen“. Aber ich denke, dass Schönheit an sich mir nicht zur „Inspiration“ genügen würde, es ist doch eher der Gedankenaustausch. Meine Muse sollte daher sehr selbstständig sein und ruhig eine eigene Karriere als was auch immer machen.

      • Susanne Haun schreibt:

        Da bin ich voll deiner Meinung…..wie sagt man so schön? Aus einer leeren Schüssel kann man nicht essen…..
        Haben denn nicht die, die zuhause eine Frau hinter sich haben, irgendwo eine andere Frau für den Gedankenaustausch?

  4. Susanne Haun schreibt:

    P.S. will nur schnell das Benachrichtigungskreuzel drücken……………

  5. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Das ist ja ein toller Spruch, liebe Susanne : ) Und so wahr! Ich fürchte, manche mit den lieben Frauen zu Hause haben außerhalb Frauen für noch ganz andere Austauscharten. Aufopfern, sich aufgeben, lohnt sich nicht. Lieber was Eigenes finden, das erfüllt. Aber ich denke/hoffe, dass das Aufopfern immer seltener wird. Gut so.

  6. Oh, Petra, was für ein toller Artikel. So viele Gedankengänge, die angestoßen werden. Z.B. dass Erinnerung Kultur erschaffen hat… Unsere Kultur braucht all das, was vorher gewesen ist, um etwas eigenes herauszubilden. Ein schöner verbindender Gedanke.
    Und wie passend, dass Thalia (wer denkt da nicht an eine Buchsupermarktkette) für die Komödie steht, die ich heute mal frei mit Unterhaltung übersetze…
    Bestimmt gab’s männliche Musen in der Geschichte. Dass sie nicht ins Auge springen hat sicher auch was damit zu tun, dass es anders als bei Frauen nicht als berichtenswert galt. Welcher Mann hätte sich schon selber damit gerühmt bzw. wäre deshalb gepriesen worden?! LG Mila

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Vielen Dank, liebe Mila, ich freue mich sehr, dass dir meine Gedanken gefallen haben bzw. dass sie nachvollziehbar sind.
      Ja, männliche Musen – da wir Musen heute eher mit Passivität assoziieren (was ja gar nicht der Fall sein muss), passt das Bild vom „aktiven Mann“ natürlich weniger in die Assoziationskette. Wobei es sicher Männer gibt, die allein wegen ihrer Schönheit manche Künstler zum Malen, Fotografieren oder Bedichten angeregt haben. Wenn es um das rein Äußerliche geht, fallen mir dazu am ehesten Models ein, männliche und weibliche, und die Fotografie. Wobei Frauen wie Kiki, Lee Miller oder heute auch Kate Moss den Künstlern sicher mehr zu bieten hatten/haben als ihr Aussehen. Überhaupt stelle ich es mir eigenartig vor, wenn man weiß, dass ein Foto/Gemälde von sich selbst bei irgendwelchen Leuten in irgendwelchen Räumen hängt … Aber das gehört wohl einfach zum Job.
      Liebe Grüße!

      • Susanne Haun schreibt:

        Liebe Mila, liebe Petra,
        es ist wirklich immer noch sehr, sehr selten … in meinem Umkreis sind sehr, sehr viele Künstlerinnen aber kein Muser auch keine heimlichen…..
        Es fällt mir noch das Leben des Dorian Grey ein, aber Wilde und die Muser sind eine andere Geschichte.
        LG Susanne

  7. valentino schreibt:

    Danke für diesen erhellenden Artikel.

  8. Tanja schreibt:

    Schutzgöttinen der Künste. Du hast vollkommen recht, wenn es darum geht über den Mythos der Musen nachzudenken, sie aufleben zu lassen um nicht zu vergessen. Geschichten müssen weitererzählt werden, alte Kulturen weitergegeben werden….
    Das hast du getan, liebe Petra! Die Schönheit als Inspiration reicht mir auch nicht, aber der geistige Austausch, welcher sich vielleicht auch ganz spontan auf der Straße mit einem uns völlig unbekannten Menschen ergibt, kann alles verändern.
    Dein Artikel verleitet zum nachdenken! 😉

    Herzliche Grüße,
    Tanja

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Vielen Dank, liebe Tanja! Ja, du hast Recht: Inspiration, Impulse, Austausch können wir überall finden. Wir müssen nur die Sinne offen halten. Dir noch einen schönen Abend & liebe Grüße!

  9. Frau Blau schreibt:

    liebe Petra,
    ja, ich finde es auch sehr interessant- mir fiel auf, wie sich die Anzahl und die Zuteilung änderte, was mir gefällt, spricht sich doch eher von einer mit der Zeit gehenden GöttInnenwelt, denn einer starren … Starrheit hat die Eigenschaft schnell zu zerbrechen-
    Mythologien zeigen immer viel von dem woran geglaubt wurde, was für das Leben und die Gegend wichtig war- gerade las ich eine Sammlung von Frau Holle Mythologien und staunte wieviel verschiedene es gibt … die Sammlung der Gebrüder Grimm lässt nach heutigem Wissensstand auf eine fast kläglich zu nennende Mythologiensammlung unserer Breiten schauen, zumal sie stark die Klischees vom bösen Weib und tapferem Helden bedienten, dahinter aber viel ältere und sinnbezogene Geschichten stehen …

    was nun die Museriche anbelangt, da bin ich froh einen zu haben 😉 aber er ist auch mein bester Kritiker … er selbst würde sich wahrscheinlich nicht so bezeichnen lassen wollen, muss ich mal nachfragen, grins … wahrscheinlich wird er lachen und witzig kontern

    hab einen feinen Abend und vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag
    herzlichst Ulli

  10. ramblingbrother schreibt:

    Liebe Petra,

    jetzt, da du so viel über Musen weißt (den mythologisch-göttlichen und den neuzeitlich-modernen), wähle ich dich zur Muse des Februar 2013 *g Vielleicht ist in dieser meiner Wahl auch der Pakt darüber enthalten, mir zu gewissen stockend-kreativen Zeiten eine Muse zu benennen, die mich küsst und mein Zaudern und Zögern damit überwindet.
    Vielen Dank für diese lehrreiche Lektüre.

    Liebe Grüße

    Achim

  11. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Vielen Dank, lieber Achim – I’m flattered : )

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