Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern

Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern ist ein herrlicher Schmöker von Rebecca Wells. Und alles drin: Liebe (tragische und erfüllte), Geheimnisse, Streit, jede Menge interessanter Charaktere und dazu noch flüssig geschrieben. Sicher eher ein Buch für Frauen, da es um Frauenfreundschaften geht. Aber bei aller Unterhaltsamkeit kein „doofes Frauenbuch“.

Zur Handlung: Die Regisseurin Siddalee hat einer Reporterin unvorsichtigerweise zu viel aus ihrem Leben erzählt, was dazu führt, dass alle Welt nun in der New York Times lesen kann, dass ihre Mutter eine Step-tanzende, prügelnde Rabenmutter gewesen sei. Man kann sich gut vorstellen, wie Siddalees Mutter darauf reagiert: Sie ist zutiefst verletzt und stinksauer auf ihre Tochter. Aber es steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit in dem Artikel der Reporterin, wie man nach und nach erfährt. Sidda bittet ihre Mutter, ihr für die Vorbereitungen zu einem Stück ein Album zu senden, das die „göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern“ enthält. Die Ya-Yas sind vier beste Freundinnen: Siddas Mutter Vivi, außerdem Teensy, Necie und Caro. In der schwülen Hitze Louisianas kommen sie auf allerlei verrückte Ideen und vermasseln beispielsweise den Shirley-Temple-Wettbewerb. Auch erfährt man aus Briefen von Vivi an Necie, quasi „aus erster Hand“, alles rund um die Premierenfeier zu Vom Winde verweht – sehr amüsant. Die unkonventionellen Ya-Yas versuchen im Laufe der Jahre, mit ihren Einfällen und jeder Menge Alkohol das schwitzige Korsett des US-amerikanischen Südens zu lockern, um ihrem Leben mehr Würze zu verleihen als die, die ihnen von der zutiefst konservativen Gesellschaft zugedacht wird. Nachdem Sidda die Geschichten, Briefe, Zeitungsausschnitte etc. gelesen hat, ergänzt um Erzählungen der Ya-Yas selbst, entwickelt sie ein neues Verständnis für ihre Mutter.

Das Buch ist schwungvoll und witzig, zwischendurch auch sehr ergreifend, ohne gefühlsduselig zu werden, und immer spannend. Wem die Ya-Yas gefallen haben, dem sei auch Wie Himmel und Hölle empfohlen, chronologisch müsste man es vor den Göttlichen Geheimnissen lesen, aber wie ich aus eigener Erfahrung weiß, geht es auch andersrum. Diesmal erzählen außer Siddalee auch ihre drei Geschwister, die Eltern, das Personal und verschiedene andere Figuren Geschichten rund um die Ya-Yas. Dieser Perspektivenwechsel ist besonders reizvoll.

Rezension erstmals erschienen im „Virtuellen literarischen Salon“.

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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8 Antworten zu Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern

  1. ramblingbrother schreibt:

    Hallo Petra,
    das Buch wurde unter dem gleichen Titel auch verfilmt. http://www.kino.de/kinofilm/die-goettlichen-geheimnisse-der-ya-ya-schwestern/62330

    Liebe Grüße

    Achim

  2. B.ee schreibt:

    Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste. Ich kam aber noch nicht dazu. Das ist ja absolut mein Genre (zumindest im Moment).

  3. Jarg schreibt:

    Das Buch kannte ich noch nicht. Aber der Film war recht reizvoll … und basiert offenbar auf einer lesenswerten Vorlage!

  4. tanjaernst schreibt:

    danke daß Du mich daran erinnerst! manchmal geraten auch ganz wunderbare Bücher in Vergessenheit… zumindest eine Zeit lang… lg t

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