Bücherkoffer Nr. 11: Bücher über Bücher

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Bücherkoffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Heute, meine Lieben, sehen wir uns den Bücherkoffer genauer an, den Daniel für uns (aus)gepackt hat: Es ist ein Koffer voller Bücher über Bücher! Daniel führt seit einiger Zeit das lesenswerte Blog Mein Lesesessel, auf dem ich immer wieder gern vorbeischaue. Lassen wir nun Daniel selbst zu Wort kommen:

„Bücher und Reisen, ja, diese beiden passen wunderbar zusammen. Die vielen einsamen Stunden in Hotels, am Flughafen, im ICE, das langweilige Warten, erträglich gemacht nur und alleine durch Bücher.

Aber heute begeben wir uns auf eine andere Reise. Diesmal sind Bücher nicht ein nützliches Accessoire, um die Langeweile der langen Wartestunden vor dem Abflug zu verkürzen. Nein, diesmal stehen Bücher im Mittelpunkt, denn wir begeben uns auf eine Reise in die Welt der Bücher, dort, wo Bücher über andere Bücher erzählen. Auf eine Reise in die Welt der Bücher über Bücher.“

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„Bevor es losgeht, bereiten wir uns zuerst auf die Reise vor. Die Bücherwelten (Susanne von Meiss und Reto Gunti, Fotoband über Bibliotheken, privat wie öffentlich) eröffnen unsere Tour mit einem wunderschönen Ausflug zu Menschen und Bibliotheken. Mit letzteren geht es weiter. Während wir auf unseren Abflug warten, blättern wir, gemütlich in unserem Lesesessel sitzend, lässig in Den schönsten Bibliotheken der Welt (Guillaume de Laubier und Jacques Bosser, Bildband über Bibliotheken). Oder nehmen wir uns vielleicht doch lieber die Geschichte der abendländischen Bibliotheken (Uwe Jochum, reich bebildertes Sachbuch) vor? Beides wunderschöne und verlockende Werke über die Tempel der Bücher. Die Welt der Bücher. Eine Geschichte der Bibliothek (Matthew Battles, Geschichte der Bibliotheken und Klassifizierungssysteme) stellt sich uns gern als Ergänzung mit detailliertem Insiderwissen zur Seite.

Wie lebt es sich eigentlich mit Büchern zusammen? – fragen wir uns, als wir, bequem und wohlig entspannt vom brennenden Kamin sitzend, Mit Büchern leben (Estelle Elis, Caroline Seebohm, Christopher Simon Sykes, Bildband) durchblättern. Vielleicht finden wir die Antwort in Von Bücherlust und Leseglück, Kluge Köpfe und ihre Bibliotheken (Christine Eichel, Besondere Menschen und ihre Bibliotheken)? Oder doch eher in Vom Glück, mit Büchern zu leben (Stefanie von Wietersheim, Claudia von Boch, Wohnideen mit Büchern)? Wer weiß?

Ja, einen Sammler müsste man fragen! Der wird es sicherlich wissen, er tut sein ganzes Leben nichts anderes, als Sammeln, wie uns Sammeln, eine unbändige Leidenschaft verrät. Bücherlust. Vom Sammeln (Wulf D. von Lucius, Geschichte und Charakteristik eines Sammlers) weiß auch einiges darüber zu berichten, aber unübertroffen mit seinen wunderschönen Lebensberichten eines faszinierten Bibliophilen ist Bücher sammeln (Klaus Walther, Essays über Bibliophilie). Das Rüstzeug für unsere Sammlung liefert uns Bücher. Sammeln – Bestimmen – Pflegen (Thomas Hilka, Fakten über Sammeln von wertvollen Büchern).

Aber, wohnen wir eigentlich schon? Oder hausen wir erst? Schauen wir doch in Wohnen mit Büchern (Damian Thompson, Wohnideen, Bildband). Ein paar Anregungen finden wir auch sicherlich in Wie wir mit Büchern wohnen (Dominique Dupuich, Roland Beaufre, Wohnideen, Bildband).“

MeinLesessel-7347„Viele Bücher schmücken unsere Regale, aber können wir sie auch wirklich lesen? Die Kunst des Lesens (Eva-Maria Hannebutt-Benz, Essays) führt uns, begleitet durch das Bild ‚Der Bibliothekar‘ von Giuseppe Arcimboldo auf ihrer Titelseite, in diese faszinierende Welt hinein. Eine Geschichte des Lesens (Alberto Manguel, Essays) erzählt uns noch etwas vom Werdegang unserer Lieblingsbeschäftigung, bevor Buch und Bibliotheksgeschichten (Georg Ruppelt, Essays) uns ein paar entspannende Anekdoten aus ihrer Welt parat hält.“

MeinLesessel-7350„Ach, dauert unsere Reise schon lang! Sollten wir vielleicht was essen? Wie wäre es mit Bouillabaise for Bibliophiles (William Targ, Ode an Bibliophilie) als kleine Stärkung zwischendurch? Zum Trinken einen Glas von Die Büchersäufer (Uwe Wittstock, über Verlage und Literaturbetrieb), ein ausgezeichneter Jahrgang?

Langsam wird es spät. Was geschieht eigentlich in einer Bibliothek bei Nacht (Alberto Manguel, Essays), wenn es draußen dunkel geworden ist? Am besten ziehen wir uns in unser Papierhaus (Carlos Maria Dominguez, Kurzgeschichte) zurück, verjagen den Bücherwurm mit Vergnüglichem für den besonderen Leser (Hektor Haarkötter, Essays) und schauen auf unser Leserleben (Paul Raabe) zurück. Möglicherweise finden wir da vieles, was sich zu lesen lohnt?

So viele Bücher (Gabriel Zaid, Sachbuch über Bücher und Veröffentlichung), möchte man schreien, wenn unser Blick auf die randvoll gefüllten Regale fällt. Ja, wir sind Bibliomane, wie wir mit Exlibris. Bekenntnisse einer Bibliomanin (Anne Fadiman, Essays) und Bibliophilia zugeben müssen. Aber unsere Leidenschaft, unsere Faszination für Bücher, eben unsere Bibliophilie ist doch nichts anderes als A gentle madness (Nicholas Basbanes, Ode an Büchersammeln), oder?

Bibliomania, ein listenreiches Buch über Bücher (Steven Gilbar, Sammlung diverser Listen) führt uns vor Augen, wie teuer eigentlich unsere Leidenschaft werden kann, nicht nur in Geld, sondern vor allem in Zeit. Aber zum Glück sind wir Penny wise and book foolish (Vincent Starlett, Essays).“

MeinLesessel-7342„Ach, war das eine lange Reise! Jetzt sind wir aber endlich an unserem Ziel angelangt. Packen wir unsere Bibliothek aus mit Unpacking my library. Writers and their books (Leah Price, Über Schriftsteller und ihre Büchersammlungen). Obwohl … sind wir denn überhaupt nun Schriftsteller? Oder sind wir doch eher der Kunst des Bücherliebens (Umberto Eco, Essays) verfallen? Nein, wir sind anständig und verbringen nicht Eine Nacht mit Lolita (Rick Gekoski, Essays über das Sammeln wertvoller Bücher)!

Huch, ein Geschenk für uns? Für Bücherfreunde (Sempé, Karikaturenzeichnungen)? Danke, danke! Das freut uns sehr! Ja, ja, das Leben ist wirklich eine Komödie, eine Komödie des Buches (Istvan Raith-Vegh, Anekdoten und Wissenswertes über Bücher), doch es ist eben Alles, was das Leben ausmacht (Anne Fadiman, Essays).“

Eine tolle Reise durch die Welt der Bücher über Bücher, lieber Daniel, zu der du uns da eingeladen hast! Hab herzlichen Dank für diesen Bücherkoffer, der sicher für viele Leseanregungen sorgen wird : )

Leerer Koffer, Foto: © Petra Gust-Kazakos

Dieser Koffer wartet auf die nächste Bücherladung. Foto: © Petra Gust-Kazakos

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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34 Antworten zu Bücherkoffer Nr. 11: Bücher über Bücher

  1. buchpost schreibt:

    Nachdem ich heute in einer Buchhandlung wieder rückfällig geworden bin, klicke ich diesen Artikel ganz schnell weg, ganz schnell, wirklich. Viele Grüße Anna

  2. haushundhirschblog schreibt:

    Wieder einmal ein feiner Bücherkoffer. Und ein sehr beladender!
    Wie immer ein Gewinn für uns, und eine Freude auch!
    Herzliche Grüße, dm und mb

  3. haushundhirschblog schreibt:

    Oh, wir wollten natürlich schreiben: …. ein sehr beladener … 😉

  4. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Beladend stimmt irgendwie auch, da der Koffer uns mit neuen Buchkaufideen belädt … Liebe Grüße!

  5. dasgrauesofa schreibt:

    Was für eine schöne Zusammenstellung! Eine riesige Fundgrube. Vielen Dank dafür, Claudia

  6. caterina schreibt:

    Eine beachtliche Sammlung, Chapeau! Als ich den Titel des Artikels lesen, musste ich zuerst an Romane denken, die von Literatur, vom Schreiben, von Büchern handeln – Geschichten in Geschichten also, Bücher in Büchern. Schatten des Windes ist ja so ein bekanntes Beispiel, aber mir kam vor allem Calvinos Wenn ein Reisender in einer Winternacht in den Sinn, eine wunderbar verschwurbelte Geschichte über das Lesen und Schreiben.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ah, das wäre auch ein feiner Koffer, liebe Caterina! Was könnten wir noch hineinlegen? Fahrenheit 451, Die Blendung, Der Geschichtenverkäufer, Das geheime Leben der Bücher, Die souveräne Leserin, Die Stadt der träumenden Bücher etc. – nun müsst ihn nur noch jemand packen und knipsen : )
      Das Buch von Calvino kenne ich noch nicht, klingt gut, kommt auf die Liste!

      • caterina schreibt:

        So viele wunderbare Titel! Und ich packe noch Roberto Cotroneos Buch Diese Liebe dazu, von dem synästhetisch ja so angetan ist.
        Calvino kann ich dir wärmstens empfehlen – wunderbare postmoderne Spielerei, um mal mit literaturwissenschaftlichen Etiketten um mich zu werfen ;).

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Postmoderne Spielereien – da steh ich ja drauf : ) Das könnte passen

      • dasgrauesofa schreibt:

        Und mir fällt noch Sam Savages „Firmin. Ein Rattenleben“ ein, in dem eine lesende Ratte (ja, in diesem Roman ist sie tatsächlich zum Titelhelden geworden, die „Leseratte“, die hier ja vor ein paar Wochen schon ein Thema war :-)) Romanheld ist.

  7. buechermaniac schreibt:

    Schön, werden hier weiterhin Bücherkoffer gepackt und wieder geöffnet und gezeigt. Das war eine sehr aufschlussreiche Reise durch die Welt mit und über Bücher 🙂 Für diese Bücher braucht es ja bereits einen Hubstapler, um sie alle transportieren zu können.

    LG buechermaniac

  8. „Bücher. Sammeln-Bestimmen-Pflegen“ Was für ein Titel! Lässt sich ja eine ganze Sachbuchreihe draus machen…
    Definitiv nix für Rucksacktouristen… LG Mila

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Nee, liebe Mila, für den Rucksack oder eine Trekkingtour ist das eher nichts. Aber da finden sich bestimmt auch andere Bücher. Eine Freundin von mir nimmt immer nur eins mit und unterwegs tauscht sie es dann gegen neuen Lesestoff. Ich fand den Titel jedenfalls insofern witzig, als er mich an Sachbücher über Tiere erinnerte, z. B. an ornithologische Bestimmungsbücher: „Die Vögel Europas“ oder „Pflege und Aufzucht der Wellensittiche“ etc. Liebe Grüße!

  9. Pingback: Gastbeitrag in Philea’s Blog| Mein Lesesessel

  10. Lakritze schreibt:

    Wie mb schrieb: beladend. Au-weia. Und so ausgesprochen schöne Exemplare auch noch …

  11. Markus Kolbeck schreibt:

    Prima Sache! Und ich kriege gleich Schuldgefühle, weil ich auf diesem meinen ureigenen Gebiet der Bibliomanie und hier speziell der Bibliografie der bibliomanen Büchern seit Jahren nichts mehr tat. Denbnoch der Hinweis auf meine Sammlung mit mehreren Hunderten Büchern: http://www.buecherlei.de/misc/bfb/bfb1.htm

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Herzlichen Dank für diese wunderbare Liste, lieber Markus! Und noch dazu kommentiert, famos! Einiges kenne ich, aber da scheinen etliche Perlen aufgereiht, die ich noch nicht kenne : )

  12. kbvollmarblog schreibt:

    Liebe Petra,
    was für eine tolle Vorstellung. Ich sammele wie du augenscheinlich auch solche Bücher über Bücher, aber einige habe ich nicht in so feinen Ausgaben wie du. Und auch herzlichen Dank an Markus für seinen Link.
    Sagt mal, wie macht ihr das eigentlich mit dem Platz für all diese Bücher? Ich habe mein Haus gerammelt voll mit Büchern und überlegte schon, nur für die Bücher anzubauen.
    Ganz liebe Grüße vom kleinen Dorf am großen Meer
    Klausbernd

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Guten Morgen, lieber Klausbernd & fröhliche Ostern (hier ist gerade Ostersonntag),
      ich habe zwar einen Großteil der Bücher, die in diesem Koffer vorgestellt werden (und die mit dem Link habe ich sogar schon hier vorgestellt), aber dieser Koffer stammt von Daniel, der das Blog „Mein Lesesessel“ führt.
      Ja, die Platzfrage, lieber Klausbernd, die treibt mich auch immer wieder um. Ausbauen kann ich ja leider nicht, das würde unsere Vermnieterin wohl nicht mögen ; ) Inzwischen bin ich recht konsequent im Aussortieren von Büchern, die ich höchstwahrscheinlich nicht wieder lesen werde. Das hilft schon mal sehr. Dennoch bleiben unheimlich viele, die ich nicht loswerden will, zum Beispiel gerade diese Bücher über Bücher … Noch habe ich Platz, man wird sehen, was die Zukunft bringt ; )
      Liebe Grüße aus dem Olivenhain!

    • B.ee schreibt:

      Ich betreibe es mittlerweile auch als „Übung des Loslassens“ und verschenke teils sogar wirklich geliebte Werke an liebe Menschen oder Bücherschränke. Ich hätte vor einen Jahr noch nicht gedacht, jemals an einen Punkt zu kommen, an dem ich Bücher aussortiere oder gar ein Sättigungsgefühl zu haben – nicht bzgl. des Lesens oder Verinnerlichens aber des Besitzen. Irgendwie muss ich Bücher nicht mehr alle besitzen. Sie in mir zu tragen reicht mir bei vielen im Moment.

      • kbvollmarblog schreibt:

        Teilweise mache ich es genauso. Allerdings habe ich die Eigenschaft, Anmerkungen und Unterstreichungen in Bücher zu kritzeln, die ich nicht missen möchte. Allerdings finde ich es spannend, wenn ich Bücher in Bücherschränken mit Anmerkungen finde, was dort angemerkt wurde.
        Einige Bücher muss ich beruflich blitzesschnell lesen, die verinnerliche ich wenig, was bisweilen schade ist. Und auch an alles, was ich lese, kann ich mich nicht unbedingt gut mehr erinnern. Allerdings führe ich seit drei Jahren ein Journal, in das ich einen Kommentar über jedes Buch, das ich lese, schreibe.
        Liebe Grüße vom kleinen Dorf am großen Meer
        Klausbernd

        • B.ee schreibt:

          Ein Journal führe ich auch, weil ich manchmal etwas den Überblick verliere. Unterstreichen und Anmerkungen mache ich fast ausschließlich in Fachbüchern. Deren Inhalt verinnerliche ich auch nicht so gut, wie ich es gerne würde, was wohl an deren Komplexität liegt (das gute Ubw und seine tückischen Deutungen).
          Ich finde es spannend, dass sich gerade immer mehr Leute finden, die Journals oder ähnliches über ihr Lesen führen. Echt schön, wenn man solche Gemeinsamkeiten entdeckt.
          Schönen Abend! Von einem kleinen Refugium am Rande einer Pferdekoppel.

        • kbvollmarblog schreibt:

          Danke für deine Antwort 🙂
          Auch dir einen feinen Abend noch in deinem Refugium
          Klausbernd

      • Petra Gust-Kazakos schreibt:

        Das ist interessant, ihr Lieben. Ein extra Journal für Bücher führe ich nicht, aber in meinem Tagebuch halte ich auch meine Leseeindrücke fest. Das Darüber-Schreiben hilft noch mal beim Ordnen, Verfestigen, manchmal sogar beim Verstehen.

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