Bücherkoffer Nr. 12: geographisch gesehen

Heute hat Leopold für uns einen Bücherkoffer gepackt. Er führt das lesenswerte Blog Leopolds Leselampe – Geographie in alten Texten und Liedern, das ich vor einiger Zeit für mich entdeckt habe. Und das ich euch bei dieser Gelegenheit auch gleich empfehlen möchte : ) Entsprechend ist auch sein Bücherkoffer unter geographischen Gesichtspunkten besonders interessant.

Leopolds Bücherkoffer

Leopolds Bücherkoffer

Am besten lasse ich Leopold selbst erzählen, wie er dazu kam, in seinem Blog außer literarischen und musikalischen auch geographische Aspekte zu berücksichtigen:

„Schon immer war Geographie mein Lieblingsthema. Sachbücher, Bildbände, Reisebeschreibungen füllten mein Bücherregal, und ich blätterte und stöberte gerne wahllos darin umher. Meine erste Frage an ein Buch war immer: Wo spielt das? Wenn ich Bücher las, dann war nicht das Genre wichtig. Es waren Bücher, deren Titel mir diese Frage beantwortet haben. Das galt für historische Romane wie Die Schatten von La Rochelle von Tanja Kinkel, Der Rebell von Neapel von Elke Hermannsdörfer. Aber auch das Jugendbuch Der Tiger von Xieng-Mai oder – klar – Der Tod in Venedig fanden mein Interesse genau aus diesem Grund. Eines Tages übernahm ich viele alte Bücher von Verwandten. Ich fand etliche vergriffene Romane. Hier hatte ich die Chance, viele heute unbekannte Bücher zu entdecken. So wurde ich zum Viel-Leser. Und so entstand die Idee zu meinem Blog.

Auch heute noch ist meine erste Frage die Frage nach den Orten der Handlung. Und ich begann auch Romane wie Reiseberichte zu lesen. Manche Bücher geben Hinweise im Titel: Das Haus in den Dünen oder Die Sterne Burgunds. Andere entwickelten ihre Handlung um eine Landschaft, wie das leider vergriffene Ummauerte Welt in den französischen Alpen oder Tessa de Loos Schönheit komm… in der zerklüfteten Landschaft der Auvergne. Wieder andere Bücher haben zum Thema, dass die Personen große Entfernungen überwinden. Dazu gehören Roter Lampion von C.C. Bergius und Die Dame mit den Nelken von A. J. Cronin. Natürlich habe ich auch immer wieder Sachbücher gelesen und besprochen, wie Götter, Gräber und Gelehrte, und ganz ohne Reisebeschreibungen geht es auch nicht. Dazu gehören das bekannte Der Winter auf Majorca und das fast unbekannte Letzte Sommer von Trelawny.

Von mir zunächst unbemerkt entstand in meinen Bücherkisten schließlich eine Seefahrtsabteilung. Das Totenschiff, Moby Dick in zwei Übersetzungen, Die Reeder von Kari Köster-Lösche oder Längengrad von Dava Sobel.

Später hatte ich die Idee, die Blog-Beiträge um Landkarten zu erweitern. Das soll in Zukunft noch stärker der Schwerpunkt der Beiträge werden. Am Ende steht dann vielleicht ein Katalog, in dem Orte weltweit mit Büchern in Beziehung stehen. ‚Rohstoffe‘ dafür habe ich jedenfalls für Jahre …“

Das klingt doch hochinteressant, lieber Leopold! Die Idee mit der Landkarte zum jeweils besprochenen Buch gefällt mir ausgezeichnet. Hab herzlichen Dank für den informativen Blick in deinen Bücherkoffer!

Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig https://phileablog.wordpress.com/
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17 Antworten zu Bücherkoffer Nr. 12: geographisch gesehen

  1. IngridW schreibt:

    Schöne Idee, ein Bücher-Blog unter geografischen Gesichtspunkten zu führen.

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich finde das auch klasse, liebe Ingrid. Es gibt viele tolle Blogs, die einen interessanten Ansatz verfolgen – ich finde es enorm, dass den Leuten immer wieder etwas Neues einfällt!

  2. dasgrauesofa schreibt:

    Es ist wirklich eine schöne Idee, in den Büchern mehr die geographischen Besonderheiten zu betrachten. Normalerweise stehen ja die Figuren, ihre Konflikte und die sich daraus ergebenden Handlungen im Mittelpunkt. Aber es stimmt schon, die Landschaft oder auch die Stadt, in die diese Handlung eingebunden ist, spielt immer eine große Rolle. Wenn ich an die letzten Romane denke, die ich gelesen habe, gehört die Umgebung tatsächlich mindestens als Nebenfigur zur Geschichte: „Open City“ von Teju Cole „funktioniert“ vor allem in New York, Rainer Merkels „Bo“ gehört nach Afrika, mit den funkelnden Sternen, der Wärme, dem Staub und dem Urwald. Das ist ein wirklich spannender Blick auf die Romane. Vielen Dank an Euch beide für diesen Blickwinkel!
    Viele Grüße, Claudia

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Du sagst es, liebe Claudia! Danke auch für die weiteren, sehr gut passenden Beispiele. In gewisser Weise gehören vielleicht auch die in Deutschland so beliebten Regionalkrimis dazu. Liebe Grüße!

  3. Magister Somnus schreibt:

    Liebe Petra, zwei Mal Moby Dick. Eine Übersetzung ist vom Rathjens übersetzt und die andere?
    Herzliche Grüße und weiterhin eine schöne Zeit in GR.
    Georg

    • Petra Gust-Kazakos schreibt:

      Ich weiß es leider nicht, lieber Georg, das kann uns nur Leo beantworten. Liebe Grüße!

    • B.ee schreibt:

      Das ist die Übersetzung von Gisbert Haefs.
      Liebe Grüße!

      • leopoldsleselampe schreibt:

        Hallo, danke für die guten Kommentare! An dieser Stelle möchte ich die Sache mit Moby Dick kurz aufklären. Es sind
        1. in der Übersetzung von Friedhelm Rathjen aus dem Jahr 2004, erschienen bei Zweitausendeins, 3. Auflage, November 2006
        2. in der Übersetzung von Richard Mummendey aus dem Jahr 1964, TB-Ausgabe von Heyne, 1996.
        Grüße
        Leo

        • B.ee schreibt:

          Jetzt bin ich aber überrascht. Ich dachte die 96er Übersetzung aus dem Heyne-Verlag sei von Haefs. Danke für die Korrektur.

      • Magister Somnus schreibt:

        Wie? Der hat sich auch schon am Melville „abgearbeitet“? Danke für den Hinweis.

        • B.ee schreibt:

          Du, vielleicht ist das auch einfach eine falsche Info. Ich habe es versucht, nochmals zu recherchieren, finde es aber nicht.

  4. buechermaniac schreibt:

    Eine interessante Art, Bücher zu lesen und wahrlich eine Perle mehr unter den Literaturblogs. Geographie betreibe ich beim Lesen, in dem ich mir Schriftsteller oder Handlungen für das gewählte Reiseziel aussuche.

    Vielen Dank für den Einblick in einen weiteren schönen Bücherkoffer 🙂

  5. Allics schreibt:

    Super Idee… und irgendwie charmant! Danke, Philea, fuer die Blog-Vorstellung und Danke, Leo, fuer die Anregung! 😉 VG, Allics

  6. leopoldsleselampe schreibt:

    Nochmal was zu Moby Dick, das hat mir jetzt keine Ruhe gelassen. Als die Rathjen-Übersetzung erschien, ergab sich eine Diskussion darüber, wie werkgetreu eine Übersetzung sein darf / sein muss. Diese ist hier zusammengefasst:
    http://www.d-e-zimmer.de/HTML/2001melville.htm
    Am Ende des Textes sind alle Übersetzungen ins Deutsche aufgeführt.
    Grüße
    Leo

  7. nweiss2013 schreibt:

    Die Idee mit der geographischen Zuordnung gefällt mir auch sehr gut.
    Zu den Übersetzungen von Moby Dick erlaube ich mir den Hinweis auf einen befreundeten Blog: http://www.54books.de/lustiger-2/

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